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Corona in Deutschland Carsten Breuer: Er ist der General, der den Corona-Krisenstab leiten soll

Generalmajor Carsten Breuer
Generalmajor Carsten Breuer, Kommandeur des Kommandos Territoriale Aufgaben, das für Einsätze der Streitkräfte im Inland zuständig ist
© Nicolas Armer / DPA
Künftig soll ein Corona-Krisenstab der Regierung im Kampf gegen die Pandemie zur Seite stehen. Laut Berichten soll der Generalmajor Carsten Breuer den Krisenstab leiten. Wer ist der Mann?

Der von der künftigen Ampel-Koalition geplante Corona-Krisenstab im Kanzleramt könnte bereits in den nächsten Tagen und damit noch vor Amtsantritt der Regierung aus SPD, Grünen und FDP seine Arbeit aufnehmen. Nach den Worten von FDP-Chef Christian Lindner soll das ständige Bund-Länder-Gremium in der neuen Woche starten, SPD-Chefin Saskia Esken nannte auf Twitter "in Kürze" als Zeithorizont.

Im Koalitionsvertrag hatten sich SPD, Grüne und FDP darauf verständigt, dass die künftige Bundesregierung "unverzüglich" einen neuen Krisenstab einrichten werde, "um die gesamtstaatliche Bekämpfung der Corona-Pandemie besser zu koordinieren".

Krisenstab koordiniert Krisenhilfe in ganz Deutschland

An der Spitze des Krisenstabes soll ein General stehen, wie Linder am Sonntagabend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt" und bei "Anne Will" in der ARD sagte. Laut Berichten der "Süddeutschen Zeitung" und des "Spiegel" ist für die Leitung des Stabes Generalmajor Carsten Breuer im Gespräch. Dem stern gegenüber wollte  sich ein Sprecher der Bundeswehr zur Personalfrage nicht äußern. Der 56-Jährige ist Kommandeur des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr, das für Einsätze der Streitkräfte im Inland zuständig ist.

Das Kommando betreibt eine Operationszentrale, die 365 Tage im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit ist. Hier laufen Informationen über territoriale Ereignisse, Wetter- und Umweltdaten zusammen, die dann ausgewertet werden. So erhält das Kommando ein aktuelles bundesweites Lagebild.

Im Einsatzfall werden in der Zentrale die Hilfeersuche der Landeskommandos geprüft, um dann schnell militärische Kräfte zu entsenden und rasch helfen zu können. Regelmäßig werden Übungen unternommen.

Carsten Breuer unterstützte schon zu Anfang der Pandemie

Breuer wurde am 1. Dezember 1964 in Letmathe in Nordrhein-Westfahlen geboren. Er hat eine breite Erfahrung im Umgang mit Krisen. Nach seinem Abitur 1984 begann er seine Karriere als Offiziersanwärter bei der Heeresflugabwehrtruppe. Später studierte er an der Universität der Bundeswehr in Hamburg und schloss als Diplom-Pädagoge ab.

Im Anschluss nahm der 56-Jährige an Generalstabsausbildungen teil und kommandierte unter anderem deutsche Soldaten der KFOR-Truppe im Kosovo. Es folgten Stationen beim Bundesverteidigungsministerium in Berlin und bei der Nato in Brüssel. 2014 war er dann auch in Afghanistan im Einsatz.

Von 2016 bis 2017 war Breuer Abteilungsleiter Einsatz im Kommando Heer im brandenburgischen Strausberg. In dieser Zeit wurde er zum Generalmajor befördert. 2018 übernahm er die Leitung des Kommandos Territoriale Aufgaben.

Schon 2020 übernahm Breuer mit seinem Kommando viele Aufgaben in der Pandemie-Hilfe. So unterstützten mehr als Tausend Soldaten Gesundheitsämter, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser. Auch bei anderen Krisen, wie Hochwasser oder anderen Wetterereignissen, war das Kommando im Einsatz.

Quellen: Nachrichtenagenturen DPA und AFP, Bundeswehr, "Der Spiegel", "t-online", "Allgäuer Zeitung", "Focus Online"

rw

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