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7. November 2011, 09:05 Uhr

Bangkok versinkt im Müll

Das Hochwasser in Bangkok macht den Alltag der Menschen in der thailändischen Hauptstadt zur Tortur. Mehrere Millionen Tonnen Abfall lassen die Straßen zur Müllhalde verkommen. In der Innenstadt kämpfen Helfer weiter gegen die drohende Überflutung.

Durch das seit Wochen anhaltende Hochwasser steht die thailändische Hauptstadt Bangkok vor einem riesigen Müllproblem. Nach Schätzungen der Medien warten auf die Müllabfuhr bis zu vier Millionen Tonnen Abfall, die in den vergangenen Tagen wegen des Hochwassers nicht abtransportiert werden konnten. Die Umweltbehörden empfahlen den Bewohnern nach Angaben der Zeitung "The Nation" vom Montag, ihre Abfälle bis zum Abfließen des Hochwassers an trockenen Stellen aufzubewahren.

Wenn das Hochwasser zurückgeht, können Autowerkstätten mit Hochbetrieb rechnen. Geschätzte 500.000 Fahrzeuge, die unter Wasser standen, bräuchten neue Batterien ebenso wie einen Ölwechsel, meinte der Leiter der Umweltbehörde, Worrasart Apaipong.

Innenstadt weiter von Fluten bedroht

In Bangkok kämpften Helfer am Wochenende weiterhin verzweifelt gegen eine Überflutung des Zentrums der Millionenmetropole. Sie errichteten einen sechs Kilometer langen Damm aus tonnenschweren Sandsäcken, um die Innenstadt trocken zu halten. Bislang ist das Herz der Hauptstadt mit ihren Büros, Fünf-Sterne-Hotels, Einkaufszentren und Luxus-Wohnvierteln von den Wassermassen verschont geblieben.

Bangkoks Gouverneur Sukhumbhand Paribatra räumte jedoch ein, dass sich die Hochwasserlage im Westen der Metropole zugespitzt hat. Einige Viertel dort mussten deshalb evakuiert werden.

Bangkok sinkt immer weiter ab

Neben den durch die verheerenden Überschwemmungen verursachten Schwierigkeiten hat Bangkok zudem ein weiteres grundsätzliches Problem. Experten weisen darauf hin, dass sich die niedrig gelegene Metropole nur 30 Kilometer nördlich des thailändischen Golfs befindet, dessen Wasserstand bis 2050 um 19 bis 29 Zentimeter steigen dürfte. Auch das Niveau des Chao-Phraya-Flusses, der bereits jetzt regelmäßig über seine Ufer tritt, dürfte weiter ansteigen. Wenn nichts zum Schutz der Stadt geschehe, werde Bangkok in 50 Jahren zum größten Teil unter dem Meeresniveau liegen, sagte der Klimaexperte Anond Snidvongs von der Chulalongkorn-Universität am Montag in Bangkok.

Für das allmähliche Absinken der Stadt wird aber auch die jahrelange aggressive Entnahme von Grundwasser für den wachsenden Bedarf der Betriebe und der zwölf Millionen Einwohner verantwortlich gemacht. In den späten 1970er Jahren sank Bangkok deswegen laut einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Studie der Weltbank, der Asiatischen Entwicklungsbank und der Japanischen Bank für internationale Zusammenarbeit im Jahresdurchschnitt um zehn Zentimeter. Diese Rate konnte der Studie zufolge aufgrund von Maßnahmen der Regierung zur Grundwasserkontrolle mittlerweile aber auf weniger als ein Zentimeter pro Jahr gesenkt werden.

Anond ist dagegen davon überzeugt, dass Bangkok weiterhin "alarmierend" um ein bis drei Zentimeter jährlich sinkt. Seiner Meinung nach muss sogar erwogen werden, ob nicht eine völlig neue Stadt geschaffen werden muss, "damit die Menschen 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr im Trockenen sein können".

mlr/DPA/AFP
 
 
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