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4. Mai 2009, 07:23 Uhr

Ermittlungen wegen versuchten Mordes

Nach den gewalttätigen Mai-Krawallen in Berlin wird gegen vier Randalierer wegen versuchten Mordes ermittelt. Von den ursprünglich 289 Festgenommenen befinden sich noch 17 in Untersuchungshaft.

Zoom
Mai, Krawall, Polizei

Laut der Polizei waren die Krawall so schlimm wie seit Jahre nicht© Stefan Kugler/DPA

Nach den heftigsten Mai-Krawallen seit Jahren hat die Berliner Justiz 44 Haftbefehle erlassen. Gegen vier Verdächtige wird wegen versuchten Mords ermittelt, wie die Staatsanwaltschaft am Sonntag mitteilte. Bei den Straßenschlachten waren 273 Polizisten verletzt worden. Die Polizeigewerkschaften sprachen von Mordanschlägen. Laut Berliner Staatsanwaltschaft kamen 17 Verdächtige in Untersuchungshaft, die übrigen wurden gegen Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Zwei weitere junge Männer wurden nach dem Jugendschutzgesetz in Heimen untergebracht.

Der Berliner Polizeipräsident Dieter Glietsch sprach nach den Straßenschlachten in der Nacht zu Samstag von einer neuen Qualität der Gewalt. "Die Zahl der Gewalttäter war in diesem Jahr höher, die Gewalttaten begannen früher und die Angriffe gegen Polizeibeamte waren heftiger als im Vorjahr", sagte er. Trotzdem solle die Deeskalationstaktik fortgesetzt werden. Im letzten Jahr wurden 112 Polizisten bei den Krawallen verletzt. Verletzt wurden auch Dutzende Randalierer und Passanten, die mit zumeist klaffenden Kopfwunden und Prellungen behandelt werden mussten. Bei den Straßenschlachten wurden 289 Personen festgenommen, 150 mehr als 2008. Rund 5.800 Beamte waren im Einsatz.

Berlins Innenminister Ehrhart Körting räumte ein: "Im Bemühen, einen friedlichen 1. Mai zu bekommen, haben wir einen Rückschlag erlitten." Seiner Meinung nach seien die Täter jedoch keine Protagonisten bevorstehender sozialer Unruhen. Der Großteil habe unpolitisch gehandelt.

Gehwegplatten, Steine und Flaschen

Ausgangspunkt der Ausschreitungen war eine Demonstration linker Gruppen, bei der Randalierer zwei Polizeiautos stark beschädigten und Steine, Gehwegplatten, Feuerwerkskörper, Brandsätze und Flaschen auf die Beamten warfen. Drei Beamte wurden mit Benzin übergossen und angezündet, blieben aber unverletzt. Darüber hinaus errichteten die Randalierer an mehreren Stellen am Rande eines großen Fests, zu dem rund 35.000 Menschen kamen, Barrikaden und zündeten auf den Straßen Müllcontainer an.

Gewalt "neuer Qualität" gab es auch anderswo: So hatten am 1. Mai in Dortmund rund 300 Rechtsextreme gezielt Teilnehmer einer DGB-Demonstration mit Holzstangen und Steinen angegriffen. Auch im Hamburger Schanzenviertel gab es in der Nacht Ausschreitungen, bei denen sechs Polizisten verletzt wurden. Die Polizei, die auch Wasserwerfer einsetzte, nahm 23 Personen aus der linken Szene fest. Der Chef der Polizeigewerkschaft GdP, Konrad Freiberg, sprach von Mordanschlägen auf Polizisten und forderte die Einstellung von mehr Beamten. Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", durch die "dramatische Zurückhaltung" seien Polizisten zur Steinigung freigegeben worden. Auch sei es ein fataler Fehler gewesen, auf den Einsatz von Wasserwerfern zu verzichten.

AP
KOMMENTARE (10 von 15)
 
botoxia (04.05.2009, 08:44 Uhr)
Passanten?
Verletzt wurden Passanten? Es gibt also tatsächlich Passanten bei den jährlich geplanten Strassenschlachten zum 1.Mai? In einem Berliner Blatt wurden sie gar als unbeteiligte Passanten betitelt. Also, das müssten mir die Leute mal erklären, wieso man bei einer mit 100%iger Wahrscheinlichkeit eintretenden Strassenschlacht Passant ist. ´N bisschen Krieg gucken?
Miguelo (04.05.2009, 07:38 Uhr)
Unfassbar
Es dürfte - bis auf das Chaoten-Pack selbst - doch eigentlich keinen Menschen geben, der diese Gewaltorgie am 1. Mai in irgendeiner Form versuchts schön zu reden.
Ich kann mir gut vorstellen, dass auch unter den Polizisten schwarze Schafe sind.
Aber das entscheidende ist, dass ein großer Mob einfach nur auf Gewalt und Randale aus ist. Die wollen Verletzen, die wollen kaputt machen.
Also gehört denen auch so richtig der Arsch versohlt. Den in unserem Rechtsstaat haben sie sonst ja fast keine Strafen zu befürchten.
Mir tuen die Polizisten leid, die lange Zeit tatenlos zusehen müssen wie sie angerotzt und mit Steinen beschmissen werden.
Diese ganten Krawallmacher - nicht die "normalen" Demonstranten" sollten ordentlich verknackt werden, zu gemeinnütziger Arbeit. Ein Jahr lang.
chelestex (04.05.2009, 07:20 Uhr)
Was ist das denn sonst...
...als versuchter Mord?! Wer Gehwegplatten, Steine und Flaschen gezielt auf Andere wirft oder mit Benzin übergießt, der nimmt nicht nur schwere Verletzungen und sogar deren Tod billigend in Kauf; nein, das ist sogar das erklärte Ziel dieser Verbrecher. Aber nur 4 (!) werden deswegen verhaftet?! Und an alle, die geistige Diarrhoe wie diese hier schreiben: "Polizei nicht unschuldig dabei", "tritt agressiv auf und provoziert" - ganz egal, wie die Polizei auftritt (Deeskalation, mit Wassrwerfern, oder so wie diesmal), diese linken Verbrecher randalieren immer, werfen immer Schaufenster ein, zünden immer Autos an, greifen immer Polizisten an - es ist ganz allein deren Schuld was da geschieht!
Wiebitte20081 (04.05.2009, 06:48 Uhr)
???
Hat ne Weile gedauert bis die Beführworter dieser Taten aus den Löchern kommen.Das passt zu eurem selbstgezimmerten Feindbild.Provokateure?´Hast du gekifft?Gaubst du wirklich da kommt ein Bus mit Polizisten die mit nem Sack Steine den Reigen eröffnen?Leute mit deiner Einstellung missbrauchen die demokratischen Grundrechte eines jeden Bürgers in Deutschland.Niemand prügelt auf Demonstranten einfach so drauf.Sieht man die Bilder wie sich da einige Verhaltensgetörte mitten in der Menge baden und ihre private Show abziehen kann man schon den Eindruck kriegen das die förmlich nach dem Gummiknüppel suchen.Und wenn die dann einen Stein abkriegen war es natürlich das Prokateurscorps,oder die CIA.Die gleichen Typen die da diesen Zirkus veranstalten lungern aber Montag morgen wieder vor dem Sozialamt rum gell?
Frank44 (04.05.2009, 06:00 Uhr)
Unschuldig
ist die Führung der deutschen Polizei bestimmt nicht!
Die Polizei tritt gegen linke Demonstrationen immer agressiver auf und provoziert auch von Anfangan die Teilnehmer solcher Demos.
Ein Grund dafür ist,man braucht Gewaltbilder für die Medien,damit man die Linke insgesamt schlecht hinstellen kann.
Da werden auch schonmal sogenannte "Agents Provocateur" in die Demos geschleust,die die Demos aufheizen sollen,so geschehen in Heiligendamm-G8 Gipfel-2007.
http://www.jungewelt.de/2009/05-04/015.php
Plancklala (04.05.2009, 01:04 Uhr)
"(...) forderte die Einstellung von mehr Beamten."
Was macht die Polizeigewerkschaft eigentlich, wenn es keine Verbrecher gibt? Dumme Frage, aber vergleichbar ist die Auseinandersetzung zwar mit Vorjahren, aber niemals mit Vorvorjahren. Man bedenke, dass damals die Polizei nicht in dem Maße ausgerüstet war wie heute. Das Kräfteverhältnis, der Organisationsgrad und die Motivation der Krawallmacher war ebenfalls beachtlich höher. Sogar der Joschka war ja bekanntlich dabei. Die Welt ist nicht untergegangen. Man kann natürlich darauf hinarbeiten, dass kein Polizist verletzt wird. Das läuft aber darauf hinaus, dass das Verbrechen abgeschafft wird. Das ist Utopisch, aber einfacher als die Verletzlichkeit von Beamten abzuschaffen. Ansonsten, dies ist eine wahre Geschichte, darf ich demnächst zehn statt vier berliner Wannen der Bereitschaftspolizei anrücken sehen (was machen die den sonst die restlichen Quartale zwischen irgendwelchen Krawallpotenzialen?), damit ein Haufen Panzerbullen zwei streitende Alkoholisierte im Görlitzer Park umzingeln. "Zugriff", das wird dann ein noch lustigeres Bild. Na, dann lohnt sich der nächtliche Spaziergang und die gelieferte Lichtershow immerhin mehr als das ganze deutsche Kino...
Ohne irgendwas relativieren zu wollen: Ist ein Knüppel der mir auf den Kopf prescht kein versuchter Todschlag? Na, vielleicht noch nicht. Aber eins der neusten Hobbys, dass wir auch am Mayfest und drum herum nach den Ausschreitungen sehen durften, ist in Polzeihorden durch die Gegend zu laufen und Passanten zu schupsen. Bekannt ist das Spiel in der breiteren Öffentlichkeit auch aus London. Durch so eine Aktion landete vor kurzem eine Person am Rande einer Demonstration am Frankfurter Tor mit dem Kopf auf dem Bordstein. Die Feuerwehr brachte dies später zur Anzeige. Die Kollegen der Beamten, die sich nicht weiter für ihre Aktion interessierten, ermittelten daraufhin gegen Unbekannt. Das führte, dank der Deeskalationstaktik, die vielleicht bei Schafen funktioniert, dazu, dass immer wieder spontan kleinere Menschengruppen sich gegen die Polizei formierten. Welche Angetrunkenen (ich würde es auch nüchtern noch nicht billigen können) Mayfestbesucher gucken gerne Cops zu, die ihre Jugend mit zu vielen Gewaltspielen alla Mortal Combat verbracht haben und nun mit irgendwelchen schrägen moves ihre Freunde wegspringen? Bei mehr Polizisten, die nicht zwischen Frisör, Türsteher und einer Kariere bei der Polizei wählen, wenn sie aus der Schule kommen, würde die Deeskalationstaktik vielleicht auch außerhalb der Interviews funktionieren. Vielleicht wird man dann auch irgendwann nicht mehr von irgendeinem Testosteronbolzen in Discomanier bedroht werden, wenn man versucht in ein Gespräch nach rechtlichen Grundlagen oder Ähnlichem einzusteigen; mit der Erkenntnis, dass sich der Hass auf den Klugscheißer und Streber seit der Grundschule nicht geändert hat.
In England gab es vor kurzem und in Teilen bis heute, eine Verfolgenswerte Debatte:
Servants or Masters?
Nive (04.05.2009, 00:55 Uhr)
Wer ist Nostradamus?
Sein Originalname ist Michel de Nostre Dame. Da er aber seit bald 500 Jahren verstorben ist, kann er wohl kaum bei Krawallen helfen.
What's your problem? No sense anywhere in your comentary.
Doshi (04.05.2009, 00:07 Uhr)
Who is NOSTRADAMUS..???
Vielleicht kann er helfen eine friedvolle Stadt zu schaffen und die gewaltätigen Ranadlierer hinter Gitter zu brigen.
Elendes Gesocks - erbärmliche Typen -kotz....
n8g8 (03.05.2009, 21:47 Uhr)
Kommentare
Also Mitkommentatoren. Nix aus dem Dritten Reich gelernt?!? Da war es ja auch sooo einfach mit Protestbewegungen fertig zu werden - dank der Chemie-Industrie, gelle?
Ich wohne in Bayern, wir haben dieses Jahr zum 1. Mai ein neues "Versammlungsgesetz", das derzeit in Karlsruhe auf dem Richtertisch zur Überprüfung mit dem Grundgesetz liegt.-
Wir hatten wegen des neuen Versammlungsgesetzes dieses Jahr keine Nazi-Demo zum 1. Mai. Und auch keine bürgerliche Gegendemo - seit Jahrzehnten!
Wenn Sie mich fragen: Ich gehe lieber jedes Jahr gegen die Nazis demonstrieren als dass ich gar nicht mehr demonstrieren darf!!!!
n8g8 (03.05.2009, 21:31 Uhr)
Wunder über G 20
Wer wird wegen was wegen Mordes verfolgt - und wer nicht?!!!? *michwunder*
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