Der "Outdoor-Mann" wird streng bewacht

1. März 2007, 11:47 Uhr

Die Jagd hat ein Ende, der mutmaßliche Mörder des kleinen Mitja hat seine Flucht selber beendet. Der schwerverletzte Uwe Kolbig wird nun im Krankenhaus strengstens bewacht. Ein Richter hat versucht, ihn zu der Tat zu befragen.

Mitjas mutmaßlicher Mörder Uwe Kolbig liegt schwerverletzt im Krankenhaus©

Erleichterung in Leipzig: Der Mörder des neunjährigen Mitja ist nach einem Selbstmord-Versuch gefasst worden. Der 43-jährige Uwe K. warf sich in der Nacht vor eine Straßenbahn in Schkeuditz bei Leipzig und wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Nach Angaben der Ärzte schwebt er nicht in Lebensgefahr. Uwe K. schweigt zu den Tatvorwürfen. Er habe sich vor dem Ermittlungsrichter auf sein Aussageverweigerungsrecht berufen, teilte die Staatsanwaltschaft Leipzig mit. Der Richter habe dem 43-Jährigen den seit Sonntag bestehenden Haftbefehl wegen Mordes verkündet. Der Leipziger Polizeipräsident Rolf Müller sagte, dass Uwe K. auf seiner Flucht nicht mehr weitergewusst habe. "Unsere Taktik, den Flüchtigen zu zermürben, ist aufgegangen." Man habe die ganze Zeit über den Fahndungsdruck aufrechterhalten und dem mutmaßlichen Mörder deutlich gemacht, dass er sich niemals unbehelligt fühlen könne. Dass K. so lange vor der Polizei fliehen konnte, erklärte Müller mit dessen exzellenten Ortskenntnissen. Der 43-Jährige lebte in Schkeuditz, einem Vorort nordwestlich von Leipzig. Er sei in der Stadt und in den angrenzenden Leipziger Stadtteilen Lindenthal und Wiederitzsch offenbar sehr oft zu Fuß unterwegs gewesen. "Er ist ein Outdoor-Mann, der sich hervorragend auskennt", sagte Müller. Gefasst wurde Uwe K. nahe seiner Wohnung. Auf der Straßenbahn-Linie 11 waren vor einer Woche auch die Bilder einer Überwachungskamera entstanden, die Mitja zusammen mit seinem mutmaßlichen Peiniger zeigen."

"Keine Sekunde ohne Polizei"

Den Ermittlungen zufolge wurde der Junge wahrscheinlich sexuell missbraucht und dann erstickt. Mitjas Leiche wurde schließlich am Samstag im Garten des Festgenommenen gefunden. Die Polizei hatte die Fahndung am Mittwoch nach einem neuen Hinweis auf seinen möglichen Aufenthaltsort im Norden und Nordwesten Leipzigs erneut verstärkt. Auf der Intensivstation des Leipziger Klinikums St. Georg wurde der mehrfach vorbestrafte Kinderschänder streng bewacht. "Er ist keine Sekunde ohne Polizei", sagte Müller. Über die Art der Verletzungen wurden keine Angaben gemacht. Für die Bergung von Uwe K. musste zwar die Straßenbahn angehoben werden, er wurde aber nicht überrollt. Wenn sich der Zustand verbessert, soll er in ein Haftkrankenhaus verlegt werden.

Mitjas Familie zeigte sich erleichtert. Sie ist bei Freunden untergebracht und wird von einem Seelsorger betreut, wie Anwältin Alexandra Tust sagte. Die Familie bedankte sich bei der Bevölkerung für die vielen Briefe und Beileidsbekundungen. Zugleich bat sie darum, Mitja in aller Stille beerdigen zu können. "Die Familie will in Ruhe Abschied nehmen können", sagte Tust. Trotz des Fahndungserfolges laufen die Ermittlungen mit Hochdruck weiter. Staatsanwalt Ricardo Schulz sagte, die in der Gartenlaube und der Wohnung des Tatverdächtigen gesicherten Spuren würden derzeit beim Landeskriminalamt untersucht. Uwe Matthias von der Kriminalpolizei bestätigte einen Knochenfund auf dem Grundstück von Uwe K. Es habe sich jedoch vermutlich nicht um menschliche Überreste gehandelt.

Mehrtägige Großfahndung

Vorausgegangen war der Festnahme eine Großfahndung, die fast eine Woche dauerte. Dabei wurden zunächst mit Hundertschaften große Gebiete im Westen und Nordwesten von Leipzig durchkämmt. Danach änderte die Polizei ihre Strategie und ging mit kleineren Einsatzgruppen Tipps aus der Bevölkerung nach. Eingesetzt wurden auch berittene Polizisten, ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera und Hunde. Der Fall löste eine neue Debatte über den Umgang mit Sexualstraftätern aus. Mehrere Landesjustizminister forderten schärfere Auflagen für gefährliche Sexualstraftäter nach der Entlassung aus der Haft. Der Fall zeige, dass der Staat für Sexualstraftäter geeignete Mittel haben müsse, um frühzeitig hart durchzugreifen, sagte etwa die bayerische Justizministerin Beate Merk der "Berliner Zeitung".

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KOMMENTARE (10 von 25)
 
TheFreeman (04.03.2007, 05:50 Uhr)
Ihr seid das Letzte
@ sunnyboy, @ smarty
So ein dummes, wiederliches Geschwätz wie das von Euch hab ich schon lange nicht mehr gehört bzw. gelesen. Trieb, Tentakel, Soldat, Befehlsempfänger etc.
Habt Ihr noch alles beisammen oder braucht Ihr noch ein bischen Input von Menschen, die den Sinn für die Realität noch nicht verloren haben.
Sowas wie Ihr gehört vornübergebeugt einer Gruppe von Hardcore-Männern zur Verfügung gestellt. Und wenn mal jemand von Eurer Sorte so eine Äusserung in meiner Anwesenheit macht bekommt er einiges ins Gesicht von mir. Ich bin in diesem Fall nämlich auch triebgestueuert!!!
Henrike (03.03.2007, 21:53 Uhr)
welch Sarkasmus..,
was für eine headline.."Outdoor-Mann wird streng bewacht"..so gut bewacht, dass es möglich war..nun noch ein 6tes MAL seine sexuelle Perversion an einem Kind auszuleben !!Mein Hass gegen solche Täter passt in keine Form mehr..Es besteht dringender Reformbedarf in Sachen Strafgesetzgebung bei Sexualdelikten und Kindesmord! Es ist mit nichts zu rechtfertigen und mit nichts zu entschuldigen."Dead man walking",I wish it happens!!
ecom (02.03.2007, 14:44 Uhr)
Hallo gehts noch ?
Ich verstehe es nicht, ich verstehe es echt nicht ich habe jetzt mal alle Beiträge gelesene und muss mir mit beiden Händen das Gesicht verdecken.
Ein NEUN Jahre altes KIND wurde sexuell Misbraucht und anschliessend brutal ermordet.
Herr Uwe K. ist auf dem Bahnvideo neben dem Kind zu sehen und die Leiche des armen Jungen wurde auf dem Gebiet seiner Gartenlauge entdeckt. Das reicht nicht an Beweisen ?
Ich bitte all die Gutreder hier, den Kontakt zu den Eltern aufzunehmen und denen mal zu erzählen das Herr K. dafür nix kann, weil leider ein paar Körperteile fehlgeschaltet sind. Ich bin mir zu 100 % sicher das die Eltern des armen Jungen da vollstes verständniss für haben werden.
GEHTS NOCH ?
Für solche Menschen wie Herr K. gibt es nur eine gerechte Strafe, und das ist die Todesstrafe. Mit welchem RECHT hat er das Leben des Jungen beendet ? WAS nimmt er sich heraus ? AHH ich vergaß, er ist ja krank, aber das er schon vorher 5 x sexuelle Straftaten begangen hat ist wohl egal. Er braucht ja hilfe hab ich vergessen.
Die Menschen die hier versuchen Herrn K. Krankheit oder was anderes zu attestieren sind die gleichen Menschen die ihn, z.B. in einem Geschworenengericht (jaja ich weiss gibt es hier nicht) frei lassen würden.
Leute kommt mal klar da ist ein KIND, Neun Jahre alt brutal aus der Welt genommen worden.
Solltet ihr Kinder haben, so überlegt mal bitte wie IHR euch fühlen würdet ?
ich habe 2 Kinder einen 12 Jahre alten Sohn und eine 3 1/2 Jahre alte Tochter. Würde mir sowas passieren. Würde ich selbstjustiz ausüben. Und jetzt denkt euch dabei was ihr wollt.
bR4iNST0RM (02.03.2007, 10:51 Uhr)
@ FGAlte
Zu FGAlte kann man nur sagen: Autsch.
Diese Pauschalisierung ist zum Kotzen. Mir ist klar, dass diese Perversen vom Hirn her nicht richtig ticken und das „Eier ab“ garantiert keine Lösung darstellt, denn umbringen kann er weiterhin. Jedoch ist „Eier ab“ eine erste Reaktion, die ich persönlich als „menschlich“ einstufe. Toleranz habe ich mit Leuten, die auf KINDER!! losgehen, kein Stück! Lebenslange Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung ist zwar nützlich, jedoch keine Lösung des Problems. „Eier ab“ auch nicht!
Wenn FGAlte so überdurchschnittlich Bewandert ist in diesem Thema, dann sollte er nicht Wortschwanger daher philosophieren und andere verurteilen, sondern vernünftige Lösungen präsentieren!
Think-Smart (02.03.2007, 10:30 Uhr)
Niveau
Wenn ich die Beiträge hier so lese komme ich nur zu dem Ergebnis: Das Niveau ist hoch, keiner ist drauf. Ich verabschiede mich dann wieder zurück ins Spiegel Forum.
BTW: Ob Think Smart Eigenlob oder Appell ist, werden die, die Englisch können, verstehen.
Viele Grüße Smart Thinking
Rosenengel (02.03.2007, 09:27 Uhr)
@sunnyboy 01
Wenn Du Dich mit Deinem Gefasel für Intelligent hältst, dann liegst Du Falsch. Dein Name sagt schon aus was Du bist: Selbstverliebt und von der Wichtigkeit Deiner Person überzeugt.
Wenn Dich mal so 3 Triebtäter durchnehmen würden, dann würde Dich das sicher nicht stören, denn sie können ja nichts dafür, die Ärmsten.
Bevor sie Dir dann, nur weil den Ärmsten ihnen ihr Trieb es so befehlt, den Hals umdrehen, entschuldigst Du Dich dann noch bei ihnen, weil Du keine Vaseline dabeihattest?
dumb_and_dumber (01.03.2007, 22:40 Uhr)
@Think-Smartie
Jajaja. Immer nur schön relativieren. Wenn er unschuldig ist, tut es mir leid. Wenn nicht, tun Sie mir leid. Mal sehen, was passiert. Unabhängig vom konkreten Fall bleibe ich dabei: Wer psychisch kranke Verbrecher als geheilt bzw. ungefährlich begutachtet, sollte an den Folgen eines Fehlurteils beteiligt werden, vor allem bei solchen dramatischen Konsequenzen. Es geht ja nicht um die Entlassung eines geheilten Kleptomanen.
Nebenbei: Ich finde, das gilt auch für jemanden, der ein kleines Kind in der Hand eines durchgeknallten Junkies zurücklässt ("Kevin", für alle Nicht-Smarties). Mal sehen, was das für Folgen für die Amts-Mitarbeiter hat. Frühpensionierung?
Ich plädiere außerdem für eine deutlich bessere personelle und finanzielle Ausstattung aller Behörden, die den Schutz kleiner und großer, junger und alter Bürger sicherstellen. Hier darf nicht (mehr) gespart werden! Es muss als Beamter oder Mitarbeiter im öffentlichen Dienst lukrativ und eine tolle Perspektive sein, dort zu arbeiten. Dafür akzeptiere ich auch gern eine Steuererhöhung.
BTW: Ist das "Think-Smart" eigentlich ein Appell oder Eigenlob?
Think-Smart (01.03.2007, 22:10 Uhr)
??
All den Schlaudenkern sei mal anheim gestellt, welche Beweise bisher überhaupt existieren, dass er schuldig ist? Wir haben in Deutschland das Grundrecht der Unschuldsvermutung. Man sollte nicht Richter und Gutachter anprangern, wenn man selbst nicht die Minima der Justiz verstanden hat.
dumb_and_dumber (01.03.2007, 21:59 Uhr)
Immer schön relativieren
Ich denke, wir hätten weniger Probleme, wenn für jeden Rückfälligen derjenige, der ihn freigelassen hat, längere Zeit in den Knast muss oder zumindest seinen Job verliert und nicht mehr als Gutachter oder Richter arbeiten darf. Das immer wieder genannte "Restrisiko", das angeblich die offene und freie Gesellschaft akzeptieren muss, würde ich gern mit denen teilen, die aus Desinteresse, Überforderung oder einfach nur Unfähigkeit solche Gestalten wie Uwe Kolbig nicht nur wieder auf die Menschheit loslassen sondern es dann noch zulassen, dass er in einem Schulzoo arbeitet. Wer eine solche Neigung hat, kann sich heute therapieren lassen, _bevor_ es zum Schlimmsten kommt. Das ist sicher nicht einfach und geheilt ist man wohl nie. Aber angesichts der Alternative ist das für jeden Pädophilen mit einem Rest von Selbstkontrolle zumutbar, denke ich. Und wer die Kontrolle verliert oder gar bewusst seinen Neigungen nachgeht, ist entweder krank (= Hochsicherheits-Psychatrie) oder ein Schwerverbrecher ohne Gewissen und Moral (= Knast + Sicherheitsverwahrung).
BTW: Dass Volker Beck das "Schutzalter" tatsächlich auf unter 14 Jahre heruntersetzen will, kann ich mir nur so erklären, dass er Sex mit Jugendlichen unter 14 Jahren erlauben will, wenn diese einverstanden sind. Das ist nicht identisch mit der Forderung nach Legalisierung von Pädophilie, aber trotzdem eine gaaanz tolle Idee. Welches Alter darf's denn sein? 12? 10? Aber das muss ich noch mal recherchieren, denn wirklich glauben kann ich das nicht.
Latze (01.03.2007, 21:45 Uhr)
Dummheit ist auch eine Gabe Gottes
Bei Dummiboy_1 und bei Stink-Smart muß man Gott wirklich fragen, was er sich bei der Produktion solcher Menschen gedacht hat. Wahrscheinlich prüft er nur, wie Dummheit bei den gelungenen Produkten so ankommt. Für solche "Hirnis" muß man sich mitschämen und kann nur hoffen, daß die Hinterblibenen des kleinen Jungen solche "Artikel" nicht lesen. Mein tiefst empfundenes Beileid der Familie des Jungen.
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