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19. August 2011, 21:15 Uhr

Shell stopft Leck an beschädigter Plattform

Erfolg für Shell im Kampf gegen das Ölleck an der Plattform "Gannet Alpha" in der Nordsee: Ein wichtiges Ventil an einer kaputten Leitung sei geschlossen worden, teilte der Energiekonzern mit. Das Ende der Operation ist damit aber keinesfalls erreicht.

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Ein Blick aus der Luft auf die betroffene Region in der Nordsee© Paul Warrener/DPA

Das Ölleck an der beschädigten Shell-Plattform in der Nordsee ist offenbar gestopft. Taucher hätten ein Ventil an einer kaputten Leitung geschlossen, aus dem in den vergangenen Tagen Öl ausgetreten sei, teilte ein Sprecher des britisch-niederländischen Konzerns am Freitag mit. Dies sei ein wichtiger Fortschritt. Nach derzeitigem Informationsstand gebe es kein weiteres Leck.

Das Ende der Operation sei allerdings noch keinesfalls erreicht, erklärte Hugh Shaw vom britischen Ministerium für Energie und Klimaschutz. Nun sei intensiv und über einen längeren Zeitraum zu beobachten, ob das Leck tatsächlich dicht bleibe. Das werde sowohl aus der Luft als auch unter Wasser geprüft.

Der nächste Schritt sei, das verbleibende Öl aus der beschädigten Leitung herauszubekommen. Das werde Zeit kosten. Man hoffe, dass dabei kein weiteres Öl ins Meer fließe, sagte der Shell-Sprecher. In der defekten Leitung könnten nach Angaben des Konzerns noch mehr als 600 Tonnen Öl liegen. Sie werde mit Hilfe von Betonplatten am Boden gehalten, nachdem sie sich davon gelöst hatte, hieß es.

Shell spricht von mehr als 200 Tonnen ausgetretenen Öls

Das erste Loch an einer Leitung unter der Plattform "Gannet Alpha" war bereits vorvergangenen Mittwoch entdeckt worden. Nachdem es geschlossen worden war, hatte sich das Öl Anfang der Woche einen neuen Weg gesucht. Insgesamt sind nach Angaben von Shell mehr als 200 Tonnen in die Nordsee geflossen. Man habe ein Untersuchungsteam zusammengestellt, das herausfinden solle, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Der Fall, der der schlimmste seiner Art in Großbritannien seit 10 Jahren ist, war erst am Wochenende bekanntgeworden. Umweltschützer werfen Shell zu wenig Transparenz vor.

"Gannet Alpha" liegt rund 180 Kilometer vor der schottischen Küste bei Aberdeen. Die britischen Behörden gehen davon aus, dass der Ölteppich, der nach dem Unfall auf der Nordsee treibt, nicht die Küste erreichen wird. Es werde erwartet, dass er sich von selber auflöse, hieß es in den vergangenen Tagen immer wieder. Man beobachte die Situation aber genau. Shell muss sich nach Informationen aus dem Ministerium zudem auf eine Untersuchung einstellen, sobald die Folgen des Unfalls bewältigt sind.

Eu fordert nähere Informationen ein

Der Ölfilm bedeckte am Freitag nach Angaben von Shell eine Fläche von 6,7 Quadratkilometern. Man halte Chemikalien bereit, um das Öl im Notfall mit deren Hilfe aufzulösen, hieß es von Shell. Umweltschützer betonten, dass das Öl auch auf offener See Schaden an der Natur anrichten könne. Mit Flugzeugen und Schiffen wird beobachtet, ob Vögel oder Meerestiere bedroht sind. Die Ölteppiche der vergangenen großen Katastrophen hatten eine Größe von mehreren tausend Quadratkilometern.

Auch aus Brüssel werde der Vorfall sehr genau verfolgt, sagte eine Sprecherin der EU-Kommission am Freitag. Shell und die Behörden in Großbritannien seien aufgefordert worden, der EU nähere Informationen zu dem Unfall zu liefern. "Der Unfall zeigt, dass die EU nicht immun gegenüber den Risiken von Offshore-Erdöl- und Erdgasaktivitäten ist." Es sei aber noch zu früh, um über Verstöße gegen EU-Auflagen zu spekulieren, da die Ursache des Lecks noch nicht geklärt sei. Im Herbst plant die EU eine neue Gesetzesinitiative zur Verbesserung der Sicherheit von Offshore-Anlagen.

mad/DPA
 
 
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