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4. Dezember 2009, 13:51 Uhr

Auftragskiller bringt Berlusconi mit Mafia in Verbindung

Silvio Berlusconi unter Druck: Italiens Ministerpräsident spielt in gleich drei Prozessen eine Rolle. Im ersten geht es um Korruption, im zweiten um Steuerhinterziehung und im dritten um Anschläge der Mafia. Hier hat ein verurteilter Mörder eine brisante Aussage gemacht.

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Hat gleich mehrfach mit der Justiz zu tun: der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi© Alessandro Bianchi/Reuters

Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi soll nach Aussage eines Zeugen in eine Serie von Bombenanschlägen der Mafia im Jahr 1993 verwickelt gewesen sein. Der inhaftierte Auftragskiller Gaspare Spatuzza sagte am Freitag vor einem Gericht in Turin, ein für die Anschläge verurteilter Clanführer der Verbrecherorganisation habe den damals noch nicht in der Politik tätigen Medien-Milliardär mit den Taten in Verbindung gebracht.

Spatuzza berichtete bei seiner ersten öffentlichen Zeugenaussage von einem Treffen Anfang 1994 in einem Cafe in Rom mit dem Clanchef Giuseppe Graviano, der später zusammen mit seinem Bruder zu mehreren lebenslangen Haftstrafen für die Anschläge in Rom, Mailand und Florenz verurteilt wurde. Dabei habe Graviano zwei Namen als besonders hilfreich für die Mafia erwähnt. Einer davon sei Berlusconi gewesen, den er als "der Mann von Canale 5" bezeichnet habe, eine Anspielung auf einen der Fernsehsender von Berlusconis Konzern Mediaset. "Wir haben alles dank der Ernsthaftigkeit dieser Leute, besonders Berlusconis", zitierte der von Panzerglas geschützte Zeuge in einem Hochsicherheitstrakt des Gerichts den Mafia-Boss. Spatuzza wurde als Zeuge im Berufungsverfahren von Berlusconis Vertrautem Marcello Dell'Utri vernommen, der gegen seine Verurteilung wegen Verbindungen zur Mafia Rechtsmittel eingelegt hat.

"Seine Glaubwürdigkeit geht gegen Null"

Berlusconi hat die Vorwürfe Spatuzzas bereits vorab zurückgewiesen und erklärt, sie entbehrten jeder Grundlage. Der Regierungschef ist formell nicht Gegenstand des Verfahrens.

Auch Berlusconis Partei wiegelte ab. "Gaspare Spatuzza ist ein Mann, der einen zwölfjährigen Jungen in Salzsäure aufgelöst und den Antimafia-Priester Don Pino Puglisi umgebracht hat. Seine Glaubwürdigkeit geht gegen Null", wies Maurizio Gasparri, Vorsitzender der PDL im Senat, die Anschuldigungen zurück. "Die Mafia geht gegen die Regierung vor, weil wir sie so gut bekämpfen", erklärte ein Berlusconi-Sprecher. "In der Regierungszeit von Silvio Berlusconi sind bisher im Schnitt acht Mafiosi pro Tag festgenommen und die Hälfte der gefährlichsten, gesuchten Verbrecher verhaftet worden."

Immunitätsgesetz hielt nicht stand

Ein anderer Prozess, der Korruptionsprozess gegen den italienischen Ministerpräsidenten wurde am Freitag hingegen erneut vertagt, diesmal auf den 15. Januar. Das Gericht in Mailand akzeptierte die Begründung von Berlusconis Anwälten, ihr Mandant habe eine Kabinettssitzung leiten müssen. Weitere Termine setzten die Richter für den 29. und 30. Januar sowie für den 13. und 27. Februar fest. Das Verfahren sollte eigentlich schon Ende November beginnen.

Bei dem Prozess geht es um den Vorwurf, Berlusconi habe seinem früheren Anwalt David Mills für Falschaussagen in Prozessen der 90er Jahre 600.000 Dollar gezahlt. Dieser und ein weiterer Korruptionsprozess gegen Berlusconi konnten wieder aufgenommen werden, weil das italienische Verfassungsgericht Anfang Oktober ein 2008 erlassenes Immunitätsgesetz zugunsten Berlusconis für verfassungswidrig erklärt hatte. Mills war in der Sache im Februar zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Ein anderes Verfahren gegen Berlusconi wegen Bilanzfälschung und Steuerhinterziehung, das ursprünglich Mitte November beginnen sollte, war wegen der Beteiligung des Regierungschefs zu diesem Zeitpunkt am Welternährungsgipfel in Rom auf den 18. Januar verschoben worden. In diesem Prozess wird Berlusconi vorgeworfen, dass sein Konzern Mediaset durch den überteuerten Handel mit Filmrechten schwarze Kassen im Ausland anlegte. So soll das Unternehmen künstlich seinen Gewinn geschmälert haben, um Steuern zu sparen. Ursprünglich ging es in dem Prozess um Beträge in der Gesamthöhe von 276 Millionen Dollar. Allerdings reichen die Zahlungen bis in die 90er Jahre zurück, so dass ein Großteil der Transfers aus strafrechtlicher Sicht verjährt ist.

Reuters/AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
Aquarius2 (06.12.2009, 09:57 Uhr)
Alles nur Gerüchte
Der Padrone und die Mafia - unvorstellbar.
Aber um die wirkliche Wahrheit herauszubekommen, sollte mal jemand in den Stasi-Akten nachsehen. Oder kennt jemand ein Aktenarchiv mit höherem Wahrheitsgehalt?
flyingfree (04.12.2009, 17:30 Uhr)
Tatsache ist
Die Mafia in Italien hat es sehr leicht im Vergleich zu halbtoten Schiffbrüchigen.
Besser reich und kriminell wie der Don als arm und krank.
Corazito3333 (04.12.2009, 17:02 Uhr)
aber wahrscheinlich ist es wahr....
eine Kampagne der Linken - die bösen Buben, die sind neidisch weil sie sich keine Gesichtsoperationen leisten können!!!
Corazito3333 (04.12.2009, 16:54 Uhr)
Hinter jedem Vermögen steht Blut
Der Typ läßt sich operieren, ist hinter 18jährigen Mädels hier und verdient nebenbei Millionen - und der soll Charakter haben??????? Der weiß nicht mal wie das Wort geschrieben wird!!!
Schulse (04.12.2009, 16:22 Uhr)
Ist das was neues?
Ich frage mich gerade, ob das einen ernsthaft verblüffen kann? Kann man in Italien überhaupt zu einem solchen Vermögen kommen ohne der Mafia ein Stück vom Kuchen abzugeben?
Progreso (04.12.2009, 15:48 Uhr)
@hamburg123
...alle Achtung, geile Satire hamburgo123!!!
Fehlen für den Lump nur die charakterlichen Attribute "nächstenliebend, empathisch und sozial", dann wäre der Witz noch besser geworden ... LOL!
Administrator (04.12.2009, 15:42 Uhr)
@Schnaafpaaf
Jetzt tun Sie uns Unrecht - an dieser Stelle haben wir noch keinen Kommentar löschen müssen.

:-)
hamburg123 (04.12.2009, 15:40 Uhr)
War ja klar
dass die linken Gutmenschen hier wieder lästern, wenn ein christich-konservativer Präsident etwas macht, was denen nicht gefällt. Bleibt mal ruhig. Berlusconi hat sich nichts zu Schulden kommen lassen! Das ist eine Schmutzkampagne von linken Kommunisten...
BiffBoffo (04.12.2009, 15:19 Uhr)
Was hat er gesagt ...
Er würde alle Schriftsteller gerne "erwürgen" die über die Mafia schreiben weil es wäre schädigend für Italien. Ich glaub so war das. Da stell ich mir die Frage, warum bekämpft er die Mafia nicht dann ist das Bild Italiens auch wieder besser. Ja, ich weiss auch wenn die Müllsäcke sich in Neapel stapeln. LACH die Italiener sind so peinlich ich finds nur geil.
Schnaafpaaf (04.12.2009, 15:10 Uhr)
@stern admins: Das ist langsam
nicht mehr zu verstehen, warum Sie auch harmlose Beiträge tilgen.
Das macht einfach keinen Spaß mehr, mich Ihrer Willkür zu unterwerfen!
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