. .
Panorama-Nachrichten
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
27. April 2009, 06:38 Uhr

Schon mehr als 100 Tote in Mexiko

Die Schweinegrippe breitet sich weiter aus. In Mexiko ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 100 angestiegen. In den USA riefen die Behörden, ähnlich wie bei heranziehenden Hurrikans, den Notstand aus. Gesundheitsexperten erwarten, dass der Erreger auch Deutschland erreicht.

Mexiko, Grippe, Epidemie, Schweinegrippe, Influenza, Pandemie

Mundschutz gegen Ansteckung: Auf dem Flughafen von Mexiko City suchen die Gesundheitsbehörden nach möglichen Grippekranken© Marco Ugarte/AP

Die Zahl der Grippetoten in Mexiko ist auf 103 gestiegen. Dies sagte Gesundheitsminister José Ángel Córdova am Sonntagabend (Ortszeit) im mexikanischen Fernsehen. Wie viele der Opfer durch den mutierten Schweinevirus H1N1 infiziert waren, teilte Córdova nicht mit. Bisher war der Virus bei 20 der Todesfälle nachgewiesen worden. Der Minister berichtete zudem, dass im ganzen Land 1614 Grippekranke in Hospitälern behandelt werden. Über 60 Prozent der Patienten seien auf dem Weg der Besserung. Die Weltbank sagte Mexiko Hilfskredite in Höhe von 205 Millionen Dollar zu.

Weltweit verschärften die Staaten die Maßnahmen gegen die Schweinegrippe, die nach der Mutation des Erregers auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Die USA riefen am Sonntag den Gesundheitsnotstand aus. Ähnlich wie etwa bei heranziehenden Hurrikans bedeutet die Notstandserklärung, dass zusätzliche Bundesmittel für Vorsorgemaßnahmen bereitgestellt werden. Im Fall der Schweinegrippe werden damit beispielsweise staatliche Lagerbestände an Antiviren-Medikamenten zur möglichen Verteilung vorbereitet, wie Heimatschutzministerin Janet Napolitano auf einer Pressekonferenz des Weißen Hauses erläuterte.

Die USA kündigten zudem an, alle aus infizierten Gebieten kommenden Reisenden zu überprüfen. Präsident Barack Obama habe ein "aggressives und koordiniertes Vorgehen" angeordnet, hieß es aus dem Weißen Haus.

"Es gibt Pläne für den Fall der Fälle"

Auch in Deutschland wird sich das Schweinegrippe-Virus nach Experten-Ansicht bald ausbreiten. Davon könne ausgegangen werden, sagte der Virologe Michael Pfleiderer vom Paul-Ehrlich-Institut im Bayerischen Rundfunk. Pfleiderer warnte aber zugleich vor Panikmache. Zwar habe man es mit einer weltweiten gesundheitlichen Bedrohungslage zu tun. "Das heißt aber nicht, dass wir das Ganze in dunkeln bis schwarzen Farben malen sollen." Die Gesundheitsbehörden seien gut vorbereitet.

Auch das Robert-Koch-Institut hält es für denkbar, dass der Erreger bis nach Deutschland kommt. Aber "wir sind gut vorbereitet. Es gibt Pläne für den Fall der Fälle", sagte RKI-Präsident Jörg Hacker der "Neuen Presse". So liege ein Nationaler Pandemieplan von Bund und Ländern vor, auf dessen Grundlage angemessen auf einen Sprung der Schweinegrippe von Mexiko nach Deutschland reagiert werden könne. Ähnlich äußerte sich der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit, Thomas Mettenleiter. Man müsse zwar das Geschehen genau beobachten, "aber Panik ist immer die falsche Reaktion", sagte Mettenleiter der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Derzeit reichten übliche hygienische Grundregeln als Schutz aus. Der Verzehr von Schweinefleisch sei "kein Problem".

RKI-Präsident Hacker betonte, es sei noch nicht klar, ob die herkömmliche Grippe-Impfung gegen den Erreger helfe. "Aber die gute Nachricht ist: Nach allen Informationen, die uns vorliegen, helfen Arzneimittel, mit der auch die normale saisonale Grippe behandelt wird."

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprach von einem Gesundheitsnotfall internationalen Ausmaßes. Sie zeigte sich aber auch davon überzeugt, dass die Welt dieses Mal besser auf die drohende Epidemie vorbereitet sei als etwa bei der Vogelgrippe in Asien. In den USA gab es bis zum Sonntag 20 bestätigte Krankheitsfälle, davon acht Schüler eines Privatgymnasiums in New York - keiner der US-Patienten war bis dahin gestorben. In Kanada gab es sechs bestätigte Fälle.

Der Direktor der Gesundheitsbehörde CDC, Richard Besser, sagte am Sonntag bei einer Pressekonferenz, es würden in den USA weitere und dabei auch ernstere Erkrankungen erwartet. Bisher sind alle bestätigten Fälle in den USA glimpflich verlaufen, das heißt, alle Erkrankten sind genesen, während in Mexiko Menschen an der Schweinegrippe starben. "Wir werden ein breiteres Spektrum der Krankheit sehen", sagte Besser. "Die Krankheit wird sich weiter ausbreiten. Wir betrachten dies als einen Marathon."

Zahlreiche Länder vor allem in Lateinamerika trafen Vorbereitungen, um ein Einschleppen des Virus aus Mexiko und den USA zu verhindern. Mexikanische Behörden spürten mögliche Grippekranke in Wohnungen, auf Flughäfen und Bahnhöfen auf. Russland sprach eine Reisewarnung für Mexiko aus.

Präsident Felipe Calderón berichtete am Sonntag vor dem nationalen Gesundheitsrat, von 1386 Grippe kranken Patienten in Krankenhäusern sei bei 926 Entwarnung gegeben worden. 386 Menschen seien weiter unter Beobachtung in den Hospitälern. Er rief die Bundesstaaten auf, alle Fälle von Grippe zu melden. Speziallabore, die den mutierten Schweinevirus aufspüren können, seien ab Mitte der Woche in Mexiko verfügbar. Bisher müssen die Proben in den USA und Kanada analysiert werden.

In Mexikos Hauptstadt-Region sind seit Freitag alle Schulen geschlossen, Großveranstaltungen sind verboten. Fußballspiele werden ohne Publikum ausgetragen. Und auch die katholische Kirche hat die Pforten ihrer Kirchen für Sonntagsmessen schließen müssen. Die Regelungen gelten zunächst bis zum nächsten Wochenende.

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
chaom (27.04.2009, 15:54 Uhr)
@kepe
Immer wieder das gleich Argument. Leider gibts da einen wichtigen Unterschied:
Alte Menschen sterben selten an "Altersschwäche". Vielmehr sind es Krankheiten wie die Grippe die auf ein mehr oder weniger schlecht funktionierendes Imunsystem treffen und für viele Senioren das Ende bedeuten. Grippe=Tod vieler alter Menschen.
Der Unterschied zur "Schweinegrippe"? Dort sterben auch die Jungen und mit intaktem Imunsystem.
Das Ausmaß der Pandemie und die Gefahr des Viruses ist noch nicht erfaßt um darüber weiter zu spekulieren.
ryoku (27.04.2009, 11:16 Uhr)
Angaben
Heute morgen im Radio wurde gesagt, dass bei "lediglich" 22 der über 80 Verstorbenen der Schweinegrippenvirus H1N1 bisher bestätigt werden konnte. Beim Rest ist bisher nur bekannt, dass sie an Atemwegserkrankungen verstorben sind.
.
Vielleicht sollten sich die Redakteure da nochmal genau erkundigen, bevor hier direkt von über 100 Menschen gesprochen wird, die an der Schweinegrippe verstorben sind. Immerhin will man als Leser ja genau wissen, was nun stimmt: Sind jetzt schon wirklich über 100 Menschen an der Schweinegrippe gestorben oder sind es bisher weniger Opfer, bei denen das 100% bestätigt ist.
.
Diese Art der Grippe ist ja an sich schon besorgniserregend und ich würde die Gefahr auch nie runterspielen wollen, aber je höher die Opferzahlen sind, umso mehr Sorgen machen sich natürlich auch die Menschen, drum sollte da 100%ige Klarheit herrschen.
kepe (27.04.2009, 11:14 Uhr)
Grippe
Im Winter 2002/2003 starben lt. Wikipedia Deutschland, das sich auf Angaben des Robert-Koch-Instituts bezieht, 15.000 bis 20.000 Menschen an Grippe bzw. deren Auswirkungen. Ich gehe einmal davon aus, dass das jedes Jahr so ist. Niemand schreibt darüber.
Tut mir leid, aber die Panikmache funktioniert bei mir nicht.
Wir industrialisieren die Landwirtschaft und behandeln Tiere wie Güter anstatt Lebewesen. Da muss man nun wirklich nicht verwundert sein.
Administrator (27.04.2009, 10:46 Uhr)
Liebe User,
vielen Dank für Ihre Beiträge. Wir haben an dieser Stelle bereits einige Postings löschen müssen und bitten Sie daher um eine sachliche und themenbezogene Debatte. Alle anderen Beiträge werden samt der sich darauf beziehenden Antworten gelöscht.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihre stern.de-Admins
samuelson76 (27.04.2009, 10:43 Uhr)
betteln an die gotter ... bringt nichts !!!
heute morgen in einer tageszeitung, zeigte ein bild von mexikanern am tragen von bildern und andere gegeständen von maria und jesus, um sie sich geschützt zu fühlen gegen der epidemie-grippe.....
>>> heute fast jeder versteht, dass man sich um einer grippe oder virus schützen will nichts zu tun mit betteln an eines gottes!!!, sondern mit medizin, forschung und wissenschaft hat !!!
klar gilt immer noch die meinungs- und glaubensfreiheit, aber wie weit soll man dies dulden???
wenn kindern nicht mehr gegen schwerere und fast tödliche krankheiten nicht mehr geimpf werden oder weigern sich medizinische hilfe anzunehmen nur wegen ihres glaubens....?????
wieso müssen diese kindern leiden, Opfer des religiösen Wahns ihrer Eltern????
Wie lang möchte man noch schauen wie christen, katholiken und muslimen kriege und terror führen????
LunaB (27.04.2009, 10:42 Uhr)
wiederlich!
Meine Güte, sind einige Kommentare wiederlich...
Henning100 (27.04.2009, 09:08 Uhr)
Der Rache-Engel wartet schon
Ich schliesse mich ganz den Ausfuehrungen von Kuni an. Frage mich aber, weshalb da so ein Tam-Tam drum gemacht wird. Nur weil die USA beroffen sind? Wansinn! Das weltweit taeglich 10-tausende an Hunger, Durst, Elend, Gewalt et. sterben muessen, interessiert kein Schwein. Wartet Freunde, der Rache-Engel kommt, und er kommt schneller als Ihr denkt.
KunibertHurtig (27.04.2009, 08:14 Uhr)
Influenza A …
Auszug aus dem Buch Die Selbstorganisation des Universums von Erich Jantsch, Seite 260-262, ISBN 3-423-04297-0:
Ein besonders interessantes Beispiel kann in der langfristigen Evolution des Influenzavirus A erblickt werden, die durch die Arbeiten von Stephan Fazeskas de St. Groth geklärt worden ist (Staehelin, 1976). Dieser Virus evolviert innerhalb eines Subtyps durch mehrere Jahre, indem er jeweils eine antigen wirkende Aminosäure durch eine größere ersetzt. Diese „Vorwärts“-Evolution, mit dem der Virus eine Zeitlang erfolgreich der Immunisierung durch koevolvierende Antikörper entgeht, führt früher oder später in eine Sackgasse. Daher mutiert die Grundform des Subtyps (die in einer Anzahl von Exemplaren überlebt hat) in einer anderen Aminosäure-Position und bildet damit einen neuen Subtyp. Mit dem Erscheinen der ersten Population des neuen Subtyps treten weltweite Pandemien mit schwersten Erkrankungswellen auf. Im Jahre 1918 raffte der A5-Subtyp als „spanische Seuche“ innerhalb weniger Monate mehr als 20 Millionen Menschen dahin. Nur in jenen Gebieten, in denen eine für die Evolution des neuen Subtyps erforderliche Zwischenstufe bereits lokale Epidemien ausgelöst hat, hat das menschliche Immunsystem diesen Vorsprung halbwegs aufgeholt und übt eine gewisse Schutzwirkung aus. Infolge der begrenzten Zahl von Aminosäurepositionen, die für eine Mutation zur Verfügung stehen, schreitet diese Evolution von Subtypen aber nicht einfach fort, sondern schließt sich zyklisch (Abb. Siehe im Buch). Es ist wohl kaum zufällig, dass die Periode dieses Zyklus ungefähr 70 Jahre beträgt, also gerade das durchschnittliche Lebensalter seiner menschlichen „Beute“. Wäre sie kürzer, so ließen die Antikörper, die sich mit jeder Infektion bilden und im Bestand einer lebenslangen persönlichen Bibliothek von Antikörpern verbleiben, den Viren keine Chance zu massiver Wirkung. Natürlich sind die autokatalytischen Einheiten in diesem Zyklus – eben die einzelnen Subtypen – nicht im strengen Sinne stationär, sondern erreichen bei Epidemien Maxima. Als Ganzes gesehen ist dieser Zyklus aber autopoietisch und selbstregenerierend, wenn auch über lange Zeitspannen.
Der Untertyp A.4 bezieht sich auf katalytische Reaktionszyklen mit quasi-stationären Einheiten. Im Zellmetabolismus treten viele Zyklen dieser Art auf, in denen die Produktion und Aktivität von Enzymen, die ja biologische Katalysatoren darstellen, geregelt wird. Die Substanz, die das Enzym seinerseits katalytisch synthetisiert, kann in Rückkopplungswirkung mit diesem Enzym eintreten und seine weitere Aktivität unterdrücken. Inhibitierung und Aktivierung kann als Äquivalent katalytischer Aktion verstanden werden. Jede positive oder negative Rückkopplung zu seinem Vorgänger im Prozesszyklus trägt dann dazu bei, dem Zyklus mehr oder weniger autopoietischen Charakter zu geben und eine dissipative Struktur hervorzurufen, die im Allgemeinen in Oszilationen sichtbar wird.
Das vorgehend Zitierte ist sicher nicht leicht zu verstehen, aber selbst dem interessierten Laien sollte deutlich werden, dass die derzeitige Aufregung keine politische ist oder gar mit der Finanzkrise in Verbindung gebracht werden kann. Es handelt sich vielmehr um eine natürliche Erscheinung, die zufällig mit den derzeitigen Dramen am Finanzmarkt und der Wirtschaft zusammenfällt.
Das Verständnis dieses Zyklus liegt wiederum in evolutionären, natürlichen Zyklen, die in der Vergangenheit nicht weiter auffielen, da die Bevölkerungsdichte (1918: ca. 1 Mrd. Menschen) und der weltweite Austausch von Gütern, Waren und Dienstleistungen nicht sehr hoch entwickelt waren. Bei einer angenommenen Inkubationszeit von 2 – 3 Wochen kann jeder für sich eine Vorstellung entwickeln, welche Mobilität die Schweinegrippe, wie sie genannt wird, durch den Flugverkehr mit den einhergehenden Urlaubs- und Reiseaktivitäten freisetzen kann.
Wer einmal in Asien war, in den großen Städten Indiens, Chinas u.a. hat eine Vorstellung davon, was geschehen wird, wenn dieser Virustyp das ist, was er zu sein scheint. Gewarnt wurde ja schön länger, aber die Abstumpfung durch überbordende Informationsfluten tun her ganze Arbeit meint …
Kuni
MEHR ZUM ARTIKEL
Schweinegrippe-Epidemie Acht Schüler in New York infiziert

Die Befürchtungen haben sich bestätigt: Die Schweinegrippe hat New York erreicht. Im Stadtteil Queens sind acht Schüler mit dem Virus infiziert. Immer mehr Menschen sterben an der Infektion. Die mexikanische Regierung setzt nun das Militär gegen die Epidemie ein. mehr...

Angst vor Pandemie Schweinegrippe tötet Dutzende Mexikaner

Mexiko wird von einer tödlichen Grippe-Epidemie heimgesucht. Mindestens 16 Menschen sind daran bereits gestorben, die WHO spricht sogar von mehr als 60 Toten und fürchtet den Beginn einer Pandemie. Das gefährliche an dem neuartigem Schweinegrippe-Virus: Es verbreitet sich offenbar von Mensch zu Mensch. mehr...

Epidemie und Pandemie Viele Kranke überall - das Katastrophen-Szenario

Wie eine große Welle können Grippe-Erreger über den gesamten Erdball hinwegrollen. Fachleute sprechen dann von einer Pandemie. Weniger dramatisch sind Epidemien. Dieser Begriff wird verwendet, wenn die Krankheit geografisch begrenzt auftritt. mehr...

Grippe (Influenza) Die unterschätzte Gefahr

Plötzlich und mit voller Wucht überfällt sie den Körper: In jedem Winter erkranken rund zwei Millionen Menschen an einer Grippe. Zehntausend Deutsche sterben jährlich daran. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe