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6. Februar 2007, 13:50 Uhr

Warum musste Sven G. sterben?

Auch fünf Tage nach den tödlichen Schüssen an der Bushaltestelle in Nauen herrscht völlig Unklarheit über den Tathergang. Wurde der Polizist bedroht und handelte er in Notwehr - oder zog er "nur" unter Stress die Waffe und erschoss einen jungen Mann? Von Manuela Pfohl

Nach dem töclichen Schüssen: Die zertrümmerte Scheibe an einer Bushaltestelle ist bereits entfernt worden© Bernd Settnik/DPA

Zehn Stunden Schicht. Streifelaufen in Charlottenburg. Feierabend. Endlich raus aus der Polizeiuniform, sofort duschen gehen. Erstmal heimfahren. Regionalexpress, halbe Stunde Fahrt von Berlin bis Nauen in Brandenburg.

Es ist 20.29 Uhr. Sind die drei Typen bekloppt? Was machen die da, klauen die Nothämmer aus der Halterung. Die greif ich mir. Nauen. Aussteigen. Scheiben gehen zu Bruch an den Wartehäuschen vorm Bahnhof. Das gibts ja nicht. Drehen die durch? Pfefferspray. Die haun trotzdem ab. Stehen bleiben. Verdammt noch mal. Waffe raus. Warnschuss. Scheiße, was soll das. Scheiße.

"Baba" ist tot

Es ist Mittwochabend, kurz nach 21 Uhr. Auf dem Vorplatz des Bahnhofs liegt ein Mensch. Zwei Schüsse haben ihn getroffen. Einer am Kopf, einer am Oberschenkel. Der Mann ist 28 Jahre alt, er heißt Sven G., gelernter Koch. Er hat eine Lebensgefährtin, vier Kinder und seine Kumpels nennen ihn "Baba". Er ist tot. Nichts mehr zu machen, sagt der Notarzt, der wenig später mit Blaulicht vorfährt. Sebastian V. hat ihn gerufen. Er ist 24 Jahre alt, Polizeikommissar. Seit vergangenem September im Charlottenburger Revier. Er hat die tödlichen Schüsse abgefeuert. Mit seiner Dienstwaffe. Einer Sig Sauer P6. Kaliber 9mm. Er wollte eigentlich nur nach Hause, zur Freundin. Die wohnt bei ihren Eltern in der Nähe von Nauen.

Jetzt sitzt er hier in einem Streifenwagen. Kollegen sperren den Platz ab. Ein rot-weißes Band. Der Tote ist mit einer Plane zugedeckt. Zwei Leuchtkegel markieren den Fundort. Jemand macht Fotos. Routine, Spurensicherung. Es ist gegen 21.30 Uhr. Christian F., einer der beiden Kumpels von "Baba" sitzt drüben und wird befragt. Er hatte neben seinem toten Freund gekniet, als die Beamten mit Blaulicht ankamen. Er hat überhaupt nicht begriffen, was los ist. Sebastian V. auch nicht. Die Kollegen haben ihm die Waffe abgenommen. Dann sind sie mit ihm zur Wache gefahren. Protokoll aufnehmen. Herrgottnochmal, was ist passiert? "Wir waren alle nicht dabei, können im Moment nur mutmaßen, was sich abgespielt hat", erklärt Staatsanwalt Wilfried Lehmann am Tag nach der Tat.

Der Täter schweigt

Aber offensichtlich sei die Situation aus noch nicht nachvollziehbaren Gründen eskaliert. Es wäre hilfreich, wenn Sebastian V. etwas zum Hergang sagen würde. Aber der sagt nichts. Ein Psychologe muss sich um ihn kümmern. Das Ganze, soviel steht schon mal fest, ist eine heikle Angelegenheit. Man kann es am großen öffentlichen Interesse sehen, das einsetzt, als der Vorfall bekannt wird. Gerüchte schießen ins Kraut. "Durchgeknallter Bulle erschießt wehrlosen Jugendlichen", lautet eines. "Die wollten den Bullen umbringen", ein anderes.

Bei der Staatsanwaltschaft laufen die Telefone heiß. Sogar Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) hat sich schon geäußert. "Wenn ein Beamter zur Waffe greift, muss es einen ganz besonderen Hintergrund geben", hatte er erklärt. "Welchen?", wollen die Leute wissen. Durfte der Polizist nach Feierabend überhaupt eine Waffe tragen, waren die Randalierer bewaffnet, haben sie ihn bedroht, war es Notwehr, hätte der Beamte besonnener reagieren müssen, es ging schließlich nur um ein paar zerbrochene Scheiben, wieso knallt der überhaupt einfach so auf jemanden, war er überfordert?

Alle Beteiligten auf freim Fuß

Staatsanwalt Lehmann hat eine lange Liste mit all den Telefonnummern, die er anrufen soll, um offiziell zu erklären, dass es im Moment noch nichts zu erklären gibt. "Ich kann nur sagen, dass wir die beiden 20- und 24-Jahre alten Männer vernommen haben, die mit dem späteren Opfer unterwegs waren. Ich kann bestätigen, dass sowohl der Polizist als auch die Randalierer wieder auf freiem Fuß sind und dass gegen den Beamten wegen Totschlags ermittelt wird. Mehr kann ich nicht sagen, wir stehen ganz am Anfang der Ermittlungen."

Freitag. Im Polizeipräsidium Potsdam wird die Presse ausgewertet. Alle haben darüber geschrieben, was am Mittwoch in Nauen passierte. Und natürlich steht genau das in den Zeitungen, was eigentlich nicht drin stehen sollte. "Da hat wiedermal jemand gequatscht", sagt ein Beamter verärgert. Strategiebesprechung. Soll man dementieren oder bestätigen.

War es Notwehr?

"Was einmal gesagt ist, ist gesagt. Das kann in einem späteren Prozess zum Verhängnis werden", so ein Sprecher, der um Verständnis für die spärlichen Informationen wirbt. Die Jungs stehen alle auf der Seite ihres Berliner Kollegen. Für sie gibt es keinen Zweifel daran, dass er in Notwehr handelte. Es spricht doch alles dafür, sagen sie.

Kurz vor 21 Uhr hat Sebastian V. über sein Handy die 110 gewählt. Er wird mit der Leitstelle des Potsdamer Polizeipräsidiums verbunden. Er sagt, dass er allein ist und gerade drei Straftäter gestellt hat. Man sagt ihm Unterstützung zu, die Verbindung bleibt bestehen. Die Beamten hören, dass es Gerangel gibt, dass jemand etwas ruft, dass Schüsse fallen. Zwei Tage nach dem Vorfall wertet die Staatsanwaltschaft das Band aus. "Wird aber noch dauern, ehe man ein genaues Bild der Lage hat", vermutet Sprecher Christoph Lange. Aber er ist ziemlich sicher: "Sebastian V. wird unter Schock gestanden haben." Drei gegen einen das sei einer der Umstände, die für Notwehr sprechen könnten.

"Unglaublicher Vorgang"

"Babas" Kumpel Lars bestreitet das. Er war zunächst abgehauen, als am Mittwochabend die Luft brannte. Aus Berlin hatte er bei der Polizei angerufen. Er wolle einen "unglaublichen Vorgang" melden, sagte er. Was er den Ermittlern berichtete, will Staatsanwalt Lehmann allerdingsnicht sagen. Noch nicht. Im Polizeipräsidium Potsdam wird am Montag darüber diskutiert. Es heißt, Sebastian V. habe die drei Randalierer verfolgt und ihnen aus etwa 50 Metern Entfernung hinterhergeschossen.

Wenn das stimmt, dann wird es eng für ihren Kollegen. Da hilft es auch nicht, wenn Bodo Pfalzgraf von der Deutschen Polizeigewerkschaft sagt, er bemerke, dass viele Jugendliche keinen Respekt mehr hätten. Was ändert es, wenn er sagt: "Auch wenn ein Beamter mit dem Gebrauch der Schusswaffe droht, lässt das die Angreifer kalt." Nach Polizeirecht darf ein Kriminalbeamter nicht zur Waffe greifen, um sich Respekt zu verschaffen, sondern nur wenn Gefahr für die eigene Gesundheit besteht oder der Gegner angriffs- oder fluchtunfähig gemacht werden soll. In einer solchen Notwehrsituation darf der Polizist den Angreifer in die Arme oder Beine schießen.

Keine Training mehr für Stressreaktionen

Blanke Theorie. "In so einer Situation hat man keine Zeit zu zielen", sagt Hansjörg Dräger, einer der Sprecher der Berliner Polizei ab und erhält Unterstützung von der Polizeigewerkschaft GdP. "Es steht mir bis hier", so Andreas Schuster, Landesvorsitzender der Brandenburger Gewerkschafter. "Da macht einer nicht nur Dienst nach Vorschrift, sondern auch nach Feierabend seinen Job, legt sich mit dreien an und was passiert? Alle Welt schreit, der Bulle hatte sich nicht im Griff." Drei Jahre dauert die Ausbildung zum Polizisten. Da gebe es Anti-Schießtraining und Unterweisungen in Stress-Konfliktbewältigung. "Aber was ist später? Da sind Fortbildungen doch kaum noch auf dem Programm", winkt Schuster ab.

Ein Brandenburger Polizist erzählt: "Ich habe gerade vier Mal im Jahr Schießtraining. Wenn ich mal in einer kritischen Situation bin, weiß ich auch nicht, wie ich reagiere. Einfach weil die Routine fehlt, weil ich nicht oft genug geübt habe, mit so einem Stress umzugehen." GdP-Mann Schuster meint: "Von 2002 bis 2006 wurden bei der Brandenburger Polizei 725 Stellen abgebaut. Bis 2009 sollen 585 Kollegen gehen und bis 2012 nochmal 350. Es geht nur noch ums Geld. Einsparen um jeden Preis. Sparen bei der Ausbildung, sparen bei der Besetzung der Dienststellen, sparen bei der Prävention. Und dann?"

Von Manuela Pfohl
 
 
KOMMENTARE (10 von 16)
 
Malt (07.02.2007, 16:00 Uhr)
Unglaublich
Ich finde die Kommentare der "Lynchjustizliga" mehr als nur zum kotzen... von wegen der arme Polizist, von 3 Jungs eingekesselt und quasi dazu gezwungen, jemanden mit nem Kopfschuss abzuwehren... wenn ich dann noch lesen muss, dass Polizisten, die 4 mal im Jahr Schiesstraining haben (jeder Polizist hat die Möglichkeit, in seiner Freizeit so oft auf der Schiessbahn zu trainieren, wie er will - da muss man halt mal die Zeit opfern wie der Bürokaufmann seine Freizeit für nen Excelkurs... nur da schlägt die Beamtenmentalität wieder durch) sich "unsicher" fühlen und trotzdem mit ner Schusswaffe rumlaufen, dann kommt mir das kalte Grausen...
Ich war bei einem der ersten Bundeswehrkontingenten im Kosovo, und wir hatten da auf Patrouille MEHRFACH Situationen, in denen wir zu 10 von geschätzten 200 BEWAFFNETEN Serben umkreist waren...
da war mehr Spannung in der Luft als Sauerstoff.... und ich oder einer meiner Kameraden mussten niemanden erschiessen um in dieser Situation zu bestehen.... und wie gesagt, da waren die Opponentnen bewaffnet, und nicht nur mit Nothämmern...
Meiner Meinung nach war der Polizist mit der Situation überfordert, denn wenn ich zur Abwehr auf einen unbewaffneten Angreifer 2x schiessen muss, spricht schon das nicht für den Ausbildungsstand des Polizisten... und wenn ein Schuß davon in den Kopf, und einer ins Bein geht, dann ist das ein geschätzter Streukreis von ca. 1,6 Metern... so ein schlechtes Schießergebniss spricht sehr, sehr für a) entweder die Panikvariante oder b) tatsächlich für das Hinterherschiessen auf einen flüchtigen... schade, das nicht gesagt wurde, wo der Eintritt der Kugel und wo der Austritt.
izo1984 (07.02.2007, 11:29 Uhr)
Lamgsam glaube ich....
Langsam glaube ich dass Deutschlands Bürger immer dümmer werden. Warum denke ich wohl das. Ganz einfach -> siehe diese sinnlosen, hasserfüllten Kommentare jener Personen, die ein Erschiessen eines Randalierers noch gut finden und dem Polizisten noch auf die Schulter klopfen würden. Herr Sportsfreund2007, man merkt dass Sie doch besser nocheinmal in den Duden schauen sollten ("...gesaufen hätte"). Aber zurück zum Thema und den tragischen Fakt dass das Opfer sogar einen Kopfschuss bekam. Solch ein Kopfschuss wird auch "Finaler Rettungsschuss" genannt und wird normalerweise nur bei der Geiselrettung oder Terroristenbekämpfung eingesetzt. War der Täter/Opfer etwa ein Terrorist nur weil er randalierte?!? Nein, sowas ist totaler Quatsch! Man merkt so schnell, dass der Polizist (für mich der eigentliche Täter) in blanker Panik drauflos geschossen hat .
Allen weiteren Kommentatoren die hier solche gutheißenden Erschiessungskommentare posten, rate ich schnell einen Seelendoktor aufzusuchen oder ein paar Valium einzuwerfen!!!
Sportsfreund2007 (07.02.2007, 10:39 Uhr)
Gesindel in den Knast!
Zitat von Schreiner (6.2.2007, 21:27 Uhr)
"Übrigens, nach Pressemeldungen wurde/wird der Schütze psychologisch betreut. Was ist eigentlich mit der Psyche der beiden jungen Männer die Zeugen der Tötung wurden und vermutlich keine Erfahrungen mit der Wirkung von 9mm-Projektilen auf einen menschlichen Körper haben? Was haben die beiden Begleiter, Freunde, Kumpels, Kumpane, Mittäter gefühlt, als der Dritte im Bunde plötzlich tot in seinem Blut lag? Erhalten diese beiden Männer auch psychologische Betreuung?"
die Antwort:
im Knast könnten die Brüder psychologische Betreuung erhalten...
3 Schnucki-Putzi gehen auf die Strasse ein wenig randalieren,
das versteht doch jeder Vater...
es muss doch sein!
Wenn der hinterbliebene Papi nicht nur Bier sein Leben lang
gesaufen hätte,
sondern Mal um die Erziehung seines Kindchen gekümmert hätte,
würde DAS KIND nicht auf der Strasse Bushaltestellen mit Kumpanen zerlegen...
Es hätte was anderes zu tun, z.B. Zuhause Bücher lesen...
Schreiner (06.02.2007, 21:27 Uhr)
Tragische Fehlleistung

Ist Sachbeschädigung und anschließende Flucht todeswürdig? Es wird darüber spekuliert, ob sich der Schütze nicht vermutlich in einer Notwehrsituation befand – wäre das Rechtfertigung genug, einem Menschen das Leben zu nehmen? Abgesehen von der interessanten Frage, ob es üblich ist, dass Polizeiangehörige nach Dienst und auf dem Heimweg in ein anderes Bundesland aufmunitionierte Dienstwaffen bei sich führen, steht die Fragen im Raum, wie es um die staatsrechtliche Ausbildung, die polizeirechtliche Ausbildung, die Waffengebrauchsausbildung und vor allen Dingen um die charakterliche Eignung der Waffenträger steht. Zeugt es nicht von erschreckender Fehleinschätzung der Lage, wenn ein Kommissar, immerhin ein Dienstgrad des gehobenen Dienstes, sich in eine solche Situation manövriert? Er sich aktiv in eine Situation bringt, in der ihm schließlich und endlich nichts weiter als der Schusswaffengebrauch einfällt. Was hat dieser Kommissar in seiner polizeilichen Ausbildung für solche Fälle gelernt und was hat er davon behalten? Bei jeder passenden Gelegenheit wird von Polizeiangehörigen auf den notwendigen Eigenschutz verwiesen. Ist die Verfolgung von drei erwachsenen Personen in der Dunkelheit, nur durch einen einzelnen Beamten, nicht ein eklatanter Verstoß gegen den Eigenschutzgrundsatz? Was bleiben dem Verfolger für polizeiliche Möglichkeiten, wenn er den Flüchtigen plötzlich unvermittelt direkt gegenüber steht. Befördert die Verfügbarkeit einer Dienstwaffe, außerhalb der Dienstzeit, nicht diese verhängnisvolle unnötige Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung? Wozu braucht der Mann eigentlich eine Schusswaffe außerhalb der Dienstzeit und zu hause? Wurde der Flüchtige tatsächlich von zwei Schüssen getroffen? Reichte nicht der Schuss in Bein bzw. Oberschenkel, musste ihm auch noch in den Kopf geschossen werden? Nur in völlig realitätsfernen Filmen wird Leuten in die Extremitäten geschossen, ohne dass die Treffer Wirkung zeigen. Hätte die schwere Verletzung des Flüchtigen bzw. Angreifers nicht völlig ausgereicht, musste er unbedingt getötet werden? In welcher Reihenfolge wurde der Erschossene eigentlich getroffen? Trafen ihn die Projektile von vorn oder von hinten? Aus welcher Distanz feuerte der Schütze? Herr Innenminister Jörg Schönbohm hat schon mal prophylaktisch seine Wort erhoben: "Wenn ein Beamter zur Waffe greift, muss es einen ganz besonderen Hintergrund geben“ Aber ganz selbstverständlich, die Entscheidungen dieses Kommissars zur Anwendung der Schusswaffe, sollte doch eigentlich als Beweis für die Notwendigkeit, die Richtigkeit dieser Handlung und letztendlich als Rechtfertigung genügen. Die erfolgte Schusswaffenanwendung ist die Implikation, der Beweis für Ihre Notwendigkeit. Einfach phänomenal - ein in sich geschlossenes System mit Selbstreferenz, mit dem Hauch der Unfehlbarkeit! Ich hoffe und wünsche dringend, dass die Justiz dieser polizeilichen ex ' cathedra nicht folgt.
Ich wage die Prognose und befürchte allerdings, dass der Schütze mit einem blauen Auge davon kommt und vermutlich weiterhin mit einer Schusswaffe in den Feierabend geht. Der Tote wird Schuld sein. Übrigens, nach Pressemeldungen wurde/wird der Schütze psychologisch betreut. Was ist eigentlich mit der Psyche der beiden jungen Männer die Zeugen der Tötung wurden und vermutlich keine Erfahrungen mit der Wirkung von 9mm-Projektilen auf einen menschlichen Körper haben? Was haben die beiden Begleiter, Freunde, Kumpels, Kumpane, Mittäter gefühlt, als der Dritte im Bunde plötzlich tot in seinem Blut lag? Erhalten diese beiden Männer auch psychologische Betreuung?
Nur damit abschließend keine Missverständnisse aufkommen, ich habe sehr wohl etwas gegen Randalierer und Rowdys!
Ich habe aber ebensoviel gegen überforderte, unberechenbare und sich selbst überschätzende uniformierte Waffenträger. Eines sollte nicht vergessen werden, es ging in der Ausgangssituation doch offensichtlich nicht um die Verfolgung von Kapitalverbrechern, sondern um eine abzulehnende aber simple Sachbeschädigung. Jetzt gibt es einen toten Menschen, einen erschossenen vierfachen Vater. Wie steht es mit der Verhältnismäßigkeit der polizeilichen Mittel? Welche Steigerungsformen in der Anwendung polizeilicher Mittel, bei gleichem oder ähnlichen Tatbeständen, bleiben eigentlich nach dieser Tat noch? Muss zukünftig jeder Sachbeschädiger, jeder Eierdieb außer mit dem Ordnungswidrigkeitenkatalog auch mit seinem Tötung rechnen? Welches verheerende Signal geht von diesem unglaublichen Vorfall aus? Ich bin der Meinung, dieser Kommissar beschädigt das Ansehen von vielen besonnen und angemessen handelnden Polizeibeamten, er beschädigt nachhaltig das Bild der Polizei insgesamt. Ich bin der Meinung, dass dieser Kommissar für den belastenden, verantwortungsvollen Polizeidienst mit der Waffe völlig ungeeignet ist, er ist ein bedauernswerter, tragischer Fehlgriff. Dieser Fehlgriff kostete bisher ein Menschenleben!
Skillet4 (06.02.2007, 20:14 Uhr)
Was ist mir (m)ein Menschenleben wert ?
Das sollten sich die Law & Order -Hardliner einmal fragen, die hier das Verhalten dieses Polizisten von vornherein gutheissen oder sogar bewundern, ohne die Situation überhaupt beurteilen zu können. Mir will es nicht in den Kopf, wie dieser junge Mensch es sich dachte, die Lage so ganz auf sich allein gestellt unter Kontrolle zu bekommen, da in der Nacht gegenüber den drei Männern. Das Opfer erhielt einen Schuss von zweien in den Kopf !
Woran erinnert das ? Vielleicht an eine Art Hinrichtung ?
Wer dazu neigt, in einer solchen Szene die Nerven zu verlieren, darf keine tödliche Schusswaffe bei sich führen . Und ist als Polizist ungeeignet. Punkt.
Und wenn es für unabdingbar gehalten wird, dass Polizisten tödliche Schusswaffen tragen, so darf über die charakterliche Eignung des betreffenden Schusswaffenträgers kein Zweifel bestehen. Und das kann und muss per regelmäßiger Kontrolle gewährleistet werden.
Ich bezweifle, dass das in genügendem Maß geschieht.
teewursttee (06.02.2007, 19:23 Uhr)
unglaublich dämliche komentare
wir sollten zufrieden sein,das viele polizisten im dienst es vermeiden zu schiessen,obwohls sie es dürften,allein aus dem jedermannsrecht
berlinger (06.02.2007, 18:52 Uhr)
Ursache und Wirkung beachten
Ob der Polizist Fehler gemacht hat, steht noch nicht fest. Wir waren alle nicht dabei. Ich möchte nicht in der Nacht drei agressiven Idioten gegenüberstehen, die gerade ein Wartehäuschen zertrümmert haben. Hinterher, vom warmen Schreibtisch aus, sind Urteile immer leichter. Man möge bitte nicht Ursache und Folgen verwechseln. Hätten die drei Deppen nicht die Scheiben zertrümmert, wäre nichts passiert. Das ist die Reihenfolge.
tromatic (06.02.2007, 17:30 Uhr)
wtf
Die ganzen Spinner,die hier nach Recht und Ordnung krähen und einen solchen Mord auch noch gutheissen,sind ja wohl das Allerletzte.Sowas soll unterstützenswert sein? Pah! So ein Nothammer kostet wenn's hochkommt vielleicht 10€.Die Scheibe vielleicht 300.Wieso hat der Jungbulle keine Kollegen zur Verstärkung angefordert.Er hat die "Täter(?)" ja schon im Zug beobachtet.Da hat wohl jemand zuviel Dirty Harry geguckt.Was
hat er sich denn gedacht?"Och die 3 halt ich gleich mal alle auf einmal locker fest"? Typen die nach Dienstschluss mit ihrer Waffe rumballern gehören in denn Knast.
ACAB
berlinger (06.02.2007, 17:27 Uhr)
Bester Anwalt
Wenn ich mehr Geld hätte, würde ich dem Mann den besten Anwalt bezahlen, der für Geld zu haben wäre. Und zwar deshalb: Der Polizist hat Mut gezeigt und seinen Dienst an der Gesellschaft geleistet. Dinge, die die vielen Besserwisser, Bedenkenträger und Gutmenschen, auch hier im Forum, nicht einmal buchstabieten können.
milchsee (06.02.2007, 17:14 Uhr)
Kamera statt Pistole
Ich wunderte mich schon häufiger über die schlechte Arbeit mit der Waffe, ist ja nicht das erste Mal, daß ein Polizist scheinbar überhaupt keine Kontrolle über sein Schießeisen hat, aber vier mal im Jahr am Schießstand stehen ist eine Witznummer, da kann kein Polizist souverän reagieren. Der Polizist hat in jedem Falle falsch gehandelt (nach Feierabend allein drei Männer stellen, nicht mal Schimi wäre darauf gekommen), hätte er doch eine Kamera dabei gehabt statt einer Waffe...
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