11. September 2012, 21:57 Uhr

US-Fiskus bedankt sich mit 104 Millionen Dollar bei Tippgeber

Der ehemalige UBS-Banker Bradley Birkenfeld brachte den US-Fiskus auf die Spur Tausender Steuerhinterzieher. Er bekam als Dankeschön nun einen dicken Scheck.

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Bradley Birkenfeld war Banker bei der UBS. Bis er dem US-Finanzamt zeigte, wie sein Arbeitgeber Steuerhinterziehern hilft. Doch sein Schaden soll es nicht sein. Der Fiskus ist großzügig.©

Dieser Wink an das amerikanische Finanzamt hat sich gelohnt: Der Mann, der die Schweizer Großbank UBS wegen ihrer Steuerpraktiken in den USA angeschwärzt hatte, ist um 104 Millionen Dollar reicher. Das Geld ist sein Anteil an den Abermillionen, die der amerikanische Fiskus dank seiner Informationen eintreiben konnte.

Es handele sich wahrscheinlich um die größte Belohnung, die jemals ein Tippgeber in den Vereinigten Staaten erhalten habe, erklärten die Anwälte des ehemaligen UBS-Bankers Bradley Birkenfeld am Dienstag in Washington. Das Geld kommt von der US-Steuerbehörde IRS.

Direkt aus dem Gefängnis - und ein gemachter Mann

Birkenfeld hatte seinen Arbeitgeber UBS im Jahr 2007 ans Messer geliefert und damit einen Skandal ausgelöst, der bis heute die Beziehungen zwischen der Schweiz und den USA belastet. Der zentrale Vorwurf: Banker der UBS haben reichen Amerikanern systematisch dabei geholfen, ihre Vermögen vor dem US-Fiskus zu verbergen.

Birkenfeld war wegen Steuerbetrugs allerdings selbst für 40 Monate ins Gefängnis gewandert und erst kürzlich unter Auflagen vorzeitig entlassen worden. Bei der Pressekonferenz des "National Whistleblower Center" zur Verkündung der Millionenbelohnung war deshalb nur sein Bruder Douglas Birkenfeld anwesend.

Die US-Steuerbehörde IRS erklärte in einem vom "National Whistleblower Center" veröffentlichten Schreiben, sie habe zwar gewusst, dass Amerikaner ihr Geld auf Konten in der Schweiz und anderswo im Ausland versteckt hätten. Doch erst die Informationen von Bradley Birkenfeld hätten die Aktionen gegen die UBS ermöglicht. Der Kronzeuge hatte berichtet, dass amerikanische UBS-Kunden rund 20 Milliarden Dollar ins Ausland verschoben hätten und lieferte Belege. Die UBS zahlte 2009 im Rahmen eines Vergleichs 780 Millionen Dollar an die Vereinigten Staaten. Zudem sollte die Bank Tausende Konten offenlegen. Das sorgte für erheblichen Zwist mit der Schweiz, die ihr Bankgeheimnis bedroht sah.

Bis zur Bankauflösung

Auch zahlreiche andere Banken gerieten ins Visier der US-Justiz und der Steuerfahnder der IRS, darunter die Credit Suisse, die Bank Julius Bär und die Zürcher Kantonalbank. Die Schweizer Regierung knickte unter dem Druck der USA ein und erlaubte im Falle der UBS die Herausgabe von weit mehr als 4000 Namen amerikanischer Kontoinhaber.

Anfang dieses Jahres löste sich sogar das älteste Geldhaus der Eidgenossenschaft faktisch selbst auf, als US-Staatsanwälte drei Kundenberatern Beihilfe zur Steuerhinterziehung vorwarfen. Die Führung der 1741 gegründeten Privatbank Wegelin & Co. sah darin eine existenzielle Bedrohung und verkaufte den Großteil des Geschäfts.

swd/DPA
 
 
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