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31. Oktober 2009, 14:56 Uhr

Piraten fordern Entschädigung für Nato-Angriffe

Somalische Piraten haben für ein entführtes britisches Seglerpaar 4,8 Millionen Euro Lösegeld gefordert. Begründung für die Summe: Man sehe das als "kleine" Entschädigung für die Angriffe der Nato.

Piraten, Somalia, entführtes Ehehpaar, Kota Wajah

Paul Chandler (r.) und seine Frau Rachel (2 v.r.) zusammen mit Freunden auf einer privaten Aufnahme. Das Paar befindet sich in der Gewalt von Piraten© AFP

Paul und Rachel Chandler waren auf ihrer Jacht in Richtung Tansania unterwegs, als sie am 23. Oktober ein Notsignal absetzten. Die britische Marine fand am Donnerstag ihr verlassenes Boot. Das Paar wird auf dem gekaperten Frachter "Kota Wajah" nahe der somalischen Küste gefangen gehalten. "Wenn sie (die internationalen Marineverbände) uns nichts antun, werden wir ihnen nichts antun, wir brauchen nur die kleine Summe von sieben Millionen Dollar", sagte einer der Piraten in einem Telefonat, das der Sender BBC am Samstag ausstrahlte.

Ungeachtet der Präzens von Kriegsschiffen bleibt die Piraterie eine ernste Bedrohung für Schiffe im Golf von Aden. Die Piraten haben zurzeit insgesamt acht Schiffe in ihrer Gewalt. Allein in den vergangenen zwei Wochen wurden vier Boote gekapert. Im Seegebiet vor Ostafrika patrouillieren zahlreiche Marineverbände aus EU-Staaten, den USA, Japan, Südkorea und China, um die Attacken auf die internationale Schifffahrt zu unterbinden.

Die Lösegeldsumme entspreche Schäden, die die Nato im Kampf gegen Piraten verursacht habe, sagte einer der Piraten im Telefonat. "Nato-Einsätze haben eine Menge negativer Folgen hier. Sie haben viel Ausrüstung zerstört, die den armen Fischern vor Ort gehören. Sie bringen Fischer illegal in ihre eigenen Gefängnisse und Gefängnisse anderer Länder. Wenn man also den Schaden und die betroffenen Leute bedenkt, ist die Summe nicht groß, denken wir."

Die britische Regierung wies die Forderungen zurück. Sie werde weder Lösegeld zahlen noch Geiselnehmern "materielle Zugeständnisse" machen, teilte das Außenministerium in London mit. Die Familie will die Forderung der Seeräuber nach eigenen Angaben noch prüfen.

Der Chef der somalischen Übergangsregierung, Omar Sharmarke, sagte in London, seine Regierung versuche Kontakt zu den Geiselnehmern aufzunehmen und ihnen zu erklären, dass das Seglerpaar kein Geld habe. "Die Piraten haben ihren Geiseln in der Vergangenheit nie etwas angetan, und wir sind entschlossen, dass zumindest dies sich nicht ändert."

 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
Salzsteuer (01.11.2009, 15:53 Uhr)
Die Segler
wussten von der Gefahr und begaben sich trotzdem hinein.
Dann mögen sie zusehen wie sie wieder hinaus kommen.
Nicht mit meinen Steuergeldern!
BASTA !!
Garnet (01.11.2009, 02:03 Uhr)
Die Weltmeere sind ueberall
hoffnungslos ueberfischt. Am schlimmsten treiben es die Chinesen,Russen und Japaner. Die westafrikanische Kueste ist davon genauso betroffen wie die ostafrikanische Kueste. Was ich nicht begreife ist das Verstaendniss welches man diesen somalischen Verbrechern entgegenbringt. Wer garantiert denn das es sich bei den Piraten um ehemalige Fischer handelt? Somalia ist ein unregierbares Chaos und dies nicht wegen der ueberfischten Meere sondern weil dort die Menschen dieses Chaos erzeugen. Die Piraten sind keine Fischer sondern gewoehnliche Kriminelle mit Verbindungen in das Ausland.
jomimo (01.11.2009, 00:17 Uhr)
Ja, jetrabbit ...
Sie haben schon recht, aber was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?
Piraten mit wirklich A....h in der Hose sollten dann besser die schwimmenden Fischfabriken angreifen und versenken.
Solange sie lieber die kleine, hilflose Yacht kidnappen und hohes Lösegeld fordern, sind sie nur miese, geldgierige Gangster.
Ist ohne Zweifel verwerflich, dass EU bei den Fangquoten immer nur halbherzig agiert und die erlaubten und unerlaubten Schleppnetze sind lang und grausam.
Nord- u .Ostsee leiden weiterhin unter dem Raubbau.
Solange aber die Werbung dem Konsumdummie weismachen darf, dass Fisch schlank und schön macht, ist die Nachfrage hoch usw. usw. usw. ..... :- (
jetrabbit (31.10.2009, 20:39 Uhr)
das problem gibt es auch an westafrikas küsten
tausende von km. leergefischte küsten, mit riesigen schwimmenden fischfabriken, für unsere supermärkte. wenigstens lassen die piraten sich nichts mehr so einfach gefallen. überall auf der welt ist den fischern und küstenbewohnern die existenz grundlage entzogen worden. 80% der weltmeere sind leergefischt. nicht nur wir wollen fischstäbchen, auch unsere kühe und schweine bekommen fischfutter ins essen gemischt.
mister-mister (31.10.2009, 18:34 Uhr)
Die beste Methode ist und bleibt ......
Zielen - Draufhalten - Versenken - Weiterfahren.
.
Zynisch. Weiss ich wohl. Aber ich warte nur auf den ersten somalischen Killer, der von bestimmten Gutmenschen ein Seminar über Ethik und Moral bezahlt bekommt. Bei Vollverpflegung versteht sich.
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