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Zurück ins Jahr 1940? Patrick Stewarts eindringlicher Appell an die EU-Gegner

Der britische Filmstar Patrick Stewart engagiert sich mit vollem Einsatz gegen den Austritt Großbritanniens aus der EU. In einem Zeitungsartikel wurde der 75-Jährige nun sehr persönlich.

Patrick Stewart

Patrick Stewart: "Ich habe die Vereinigung Europas gesehen. Wir können nicht zulassen, dass es sich auflöst"

Der britische Schauspieler Patrick Stewart ("Star Trek" und "X-Men") ist einer der emotionalsten Kämpfer gegen den Brexit. Nachdem er in einem großartigen Video (in Anlehnung an eine berühmte Szene in Monty Pythons "Das Leben des Brian") die Errungenschaften der Europäischen Union aufgezählt hat, sind es nun Stewarts ganz persönliche Kindheitserinnerungen, die seinen Mitbürgern deutlich machen sollen, was für eine Gefahr der Brexit berge.

Unter der Überschrift: "Ich habe die Vereinigung Europas gesehen. Wir können nicht zulassen, dass es sich auflöst", berichtet der 75-Jährige, wie sein Vater in den Zweiten Weltkrieg gezogen und traumatisiert zurückgekommen ist. Dass es seiner Familie trotz Mangel und Rationierung noch besser gegangen sei, als denen, die vergebens auf die Rückkehr von Vätern und Brüdern gehofft haben. Stewart erinnert sich an den Wahlsieg der Labour-Partei nach Ende des Krieges, das Gefühl, gewonnen zu haben und den Optimismus, dass auch der Arbeiter nun etwas zu sagen habe.

In den 1950er Jahren habe er in seinem Land einen Ort gesehen, der seine Zukunft mit anderen teilen wollte. "Ja, Millionen sind umgekommen, aber es gab nun die Hoffnung, dass sich solch ein Krieg niemals wiederholen wird." Die Welt habe aus ihrem Leid gelernt. Der Kalte Krieg stand zwar noch bevor, aber die Vereinten Nationen wurden gegründet, und globale Verantwortung und Zusammenarbeit galten als zukunftsträchtig.

Wir haben aus der Geschichte gelernt 

"Als die Europäische Union geboren und Großbritannien Mitglied wurde, war das für mich ein Triumph all dieser Überzeugungen, dass die Zukunft von weltweiter Zusammenarbeit und Einheit abhängt. Und wir bereiteten den Weg, indem wir uns in ganz zusammentaten und aus unserer Geschichte lernten."

In gut einem Monat werde über all das an der Wahlurne entschieden, fährt fort. Und die ultimative Entscheidung, um die es dabei gehe, sei, "ob wir mit unseren Verbündeten zusammenstehen und in Europa bleiben wollen, oder ob wir gehen. Dies ist die größte politische Entscheidung unserer Generation, und unsere Kinder und Enkelkinder werden mit den Konsequenzen leben müssen."

Woher komt der Wunsch nach Isolierung?

Obwohl er davon überzeugt sei, dass EU-Mitglied bleiben werde, schockiere es ihn, dass so viele Briten den Austritt wünschen. "Allein dagestanden haben wir 1940." Er verstehe den Wunsch nach Isolierung nicht.

Alle Argumente sprächen dafür zu bleiben: egal ob politisch, wirtschaftlich oder gesellschaftlich. "Hoffentlich ist das nur eine vorübergehende Unsicherheit. Lasst uns realistisch sein, philosophisch, vernünftig und hoffnungsvoll - für unser Land."

Am 23. Juni entscheiden die Bürger Großbritanniens, ob ihr Land EU-Mitglied bleibt oder nicht.

sal

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