1. Januar 2007, 12:21 Uhr

"Danke für die Solidarität für den Märtyrer"

Zwei Tage nach dem Tod von Saddam Hussein hat dessen Tochter vor rund 1000 aufgebrachten Jordaniern bei einer Trauerveranstaltung in Amman gesprochen. Dabei bezeichnete sie ihren Vater als "Märtyrer". Ihre Worte lösten frenetischen Beifall aus.

Raghad Hussein bezeichnete ihren Vater als einen Märtyrer©

Die älteste Tochter des hingerichteten früheren irakischen Machthabers Saddam Hussein, Raghad, hat ihren Vater bei einer Trauerveranstaltung in Jordanien als "Märtyrer" gepriesen. Zwei Tage nach seinem Tod am Galgen erklärte sie vor rund 1000 aufgebrachten Jordaniern in Amman in einer knappen Erklärung: "Danke für die Solidarität und Unterstützung für den Märtyrer, den irakischen Präsidenten." Ihre Worte hätten frenetischen Beifall und Schluchzen unter den Anwesenden ausgelöst, sagten Teilnehmer.

Erster öffentlicher Auftritt seit 2003

Bei der Veranstaltung wurden anti-amerikanische und anti- israelische Slogans skandiert, Redner rezitierten von Saddam verfasste Gedichte. Auch der als links und pan-arabisch geltende jordanische Minister für politische Entwicklung, Mohammad Oran, nahm an der Veranstaltung teil, die vom einflussreichen Berufsständeverband mit insgesamt 150.000 Mitgliedern und von Oppositionsparteien organisiert worden war. Es war der erste öffentliche Auftritt von Raghad Saddam, seit sie im August 2003 nach dem Sturz Saddams zusammen mit ihrer jüngeren Schwester Rana und ihren neun Kindern in Jordanien Zuflucht gesucht hatte.

DPA
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
carlo2001 (04.01.2007, 05:00 Uhr)
Hinrichtung?!?!
Und welchen Präsident sehen wir als nächstes im Fernsehen?
Bush oder Putin Gadafi,Assad,...........?!???
Achso das sind keine verbrecher auch keine killer es sind engeln auf Erden.
Dazu sag ich Lieber nix!!!!!
ikaron (01.01.2007, 23:17 Uhr)
Klasse, und jetzt?
Auch wenn ich gegen die Todesstrafe bin, und wie hier auch schon öfter gesagt wurde: Auch Bush müste bestraft werden... Als die Alliierten Deutschland von den nazis befreiten, wurden die Kriegsverbrecher in Nürnberg verurteilt und hingerichtet. Dafür sollten wir heute noch dankbar sein. Und auch Hussein war ein Diktator der Blut an den Händen hatte. Liebe Amis, seid nur vorsichtig. Sicher, Nürnberg war richtig. Bagdad sicherlich auch, aber war es klug? Irgendwann wird ein Amerikanischer Präsident bei sich im eigenen Land aufräumen, die Bush-Clique in Guantanamo einpferchen und die Fehler unvergessen machen die Mister Bush zum Leidwesen auch des amerikanischen Volkes in der Welt verbrochen hat.
meme1 (01.01.2007, 16:32 Uhr)
Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Genau genommen hätten Saddam und Bush nebeneinander auf die Anklagebank vor dem internationalen Gerichtshof gehört.
Zwei Barbaren, die die Welt nicht braucht. Die Todesstrafe hätten beide nicht zu erwarten gehabt, aber man hätte sie wegsperren können für den Rest ihres Lebens, um darüber nachzudenken, was sie angerichtet haben.
Monira (01.01.2007, 15:55 Uhr)
neuer Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten
Auf BBC wurde das Video mit Ton gezeigt gestern abend. Die Henker riefen am Schluss: Moktadar, Moktadar
Das ist der Vater vom jetzigen Schiitenprediger mokhtadar al Sadr, daher kann man rückschließen, dass die Vollstreckung des Todesurteils von schiitischen Milizen durchgeführt wurde, Sadr Anhänger um genauer zu sein. Und dass diese Hinrichtung genau an diesem Tag stattgefunden hat war vonseitens der Schiiten sehr bewusst gewählt. So hat man der gesamten sunnitischen Welt ganz bewusst eine Demütigung versetzt.
Die Shahada ( das Glaubensbekenntnis) hat Hussein auf dem auf BBC ausgestrahltem Video ganz ausgesprochen, er wollte es nochmal aussprechen und bei "Muhammad" hört es auf, da sich die Klappe geöffnet hatte. Nicht mal seine letzten Worte hat man ihn aussprechen lassen.
Wer denkt, dass es jetzt zu einem Frieden im Irak kommen wird der ist äußerst naiv. Im Irak wird jetzt dasselbe Spiel gespielt dass damals in Afghanistan gespielt wurde. Jetzt werden die Saudis, Ägypten und Jordanier den Sunniten im Irak helfen und die Amerikaner werden gezwungenermaßen um den wachsenden Einfluss des Iran zu vermeiden dies dulden müssen. Der Irak wird zum Stellvertreterkriegsschauplatz zwischen der sunnitischen Welt und den Schiiten.
Ob es nun gerecht oder ungerecht war, ist Ansichtssache. Fakt ist, dass es eine Provokation für die Sunniten war, ihn beim Morgengebetsruf am islamisch wichtigsten Fest, an dem es verboten ist Menschen zu töten, umzubringen. Eigentlich werden bei diesem Fest Schafe geopfert zum Gedeken an Abraham. Keine Menschen!
Sunniten und Schiiten werden somit verfeindeteter als je zuvor.
Auch wenn es zur Regierungzeit viele Opfer gab, ist die Zahl der Toten seit Einmischen der Amerikaner deutlich gestiegen.
Kaum jemand traut sich noch auf die Strasse.
Früher konnte man sih davor schützen, indem man den Mund hält. Jetzt kann es jeden Unschuldigen treffen.
magistra (01.01.2007, 14:39 Uhr)
Saddams Hinrichtung
Mit der Todesstrafe bin ich allgemein nicht einverstanden. Da die Amerikaner und andere Länder immer noch im Altertum leben diesbezüglich, müsste ja nun auch Herr Bush gehängt werden, denn der ist doch ebenfalls für tausende von Toten und unschuldigen Menschen schuldig zu sprechen.
Dass Saddam Husein bestraft werden musste ist klar, jedoch hat man mit dem hänger mehr Schaden angerichtet. Ausserdem wurde doch nicht erst in den letzten 5 Jahren bekannt welche Verbrechen er begangen hatte. Er wurde doch gegen den Iran Krieg mit Waffen und anderen Mitteln hauptsächlich von den Amerikanern unterstützt. Auch war in den 80 Jahren bekannt was er mit den kurden gemacht hatte. Warum wurde er damals nicht zur Rechenschaft gezogen? Aber das ist ja bei den Amerikanern nichts neues. Erst wenn es was zu holen gibt, dann schreiten sie ein.
Damals mussten sie ja nochmit den Russeen rechnen. Heute denken sie die Weltpolizei spielen zu müssen, aber natürlich nur wo das Öl fliesst.
In Afrika htten sie bisher keine Ambitionen den Morden und Kriegen ein Ende zu bereiten. Aber warum auch, die waeren ja froh wenn sie ihre eigenen schwarzen Mitbürger loswürden.
Aber solange der Bush an der Regierung ist wird sich sowieso nichts mehr ändern.
Und die Iraker werden niemals eine Demokratie haben, das zeigt ja schon was da ab geht in diesem Land und auch weiterhin so bleiben wird auch wenn die amwerikaner draussen sind.
Am besten man hätte Saddam wieder zurüch gebracht auf seinen Präsidentenstuhl und in null komma nix waere wieder ruhe in dem Land eingekehrt.
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