24. Januar 2013, 12:06 Uhr

Nordkorea verschärft massiv Drohungen gegen USA

Mit seinen Raketen- und Atomwaffentests hatte Nordkorea Besorgnis ausgelöst, nun hat das Land weitere Test angekündigt - sie richten sich gezielt gegen die USA. China rief zur Besonnenheit auf.

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un will die Atomtests fortsetzen, sie seien eine Reaktion auf eine Verschärfung der Sanktionen gegen das Land durch einen Beschluss des UN-Sicherheitsrats©

Nordkorea hat seine Drohungen gegen die USA massiv verschärft und weitere Raketen- und Atomwaffentests angekündigt. "Wir verheimlichen nicht, dass die verschiedenen Satelliten und Langstreckenraketen, die wir starten werden, und der Atomtest, den wir ausführen werden, die USA zum Ziel haben", erklärte die nordkoreanische Verteidigungskommission am Donnerstag. Das international weitgehend isolierte Land reagierte damit auf den Beschluss des UN-Sicherheitsrates, die Sanktionen gegen Nordkorea zu verschärfen. Anlass dafür war ein Raketentest im Dezember, den Nordkorea unter Verletzung internationaler Auflagen ausführte. Die Vereinten Nationen (UN) hatten dem Land untersagt, Atom- und Raketentechnologie zu entwickeln.

Bereits unmittelbar nach Verabschiedung der UN-Resolution, die auch von Nordkoreas Verbündetem China mitgetragen wurde, hatte die Führung in Pjöngjang den Ausbau seiner militärischen und atomaren Abschreckung angekündigt. An den Gesprächen über die Schaffung einer atomwaffenfreien Zone auf der koreanischen Halbinsel werde sich das Land nicht mehr beteiligen, erklärte das Außenministerium.

Verhandlungen liegen seit Jahren auf Eis

China forderte den Nachbarn zu Besonnenheit und zur Rückkehr an den Verhandlungstisch der Sechs-Parteien-Gespräche auf. China hoffe, dass sich die "betroffene Partei" zurückhaltend äußere und auf jegliche Schritte verzichte, die die Lage weiter verschlechterten, erklärte das Außenministerium in Peking. Die Verhandlungen, an denen neben Nordkorea und China auch die USA, Südkorea, Russland und Japan teilnahmen, liegen seit Jahren auf Eis. Sie zielten darauf ab, Nordkorea zur Einstellung seines Atomprogramms zu bewegen. Im Gegenzug boten die anderen Staaten Wirtschaftshilfe an.

Experten werteten die Ankündigung Nordkoreas aber auch als ein deutliches Signal an China. Die Führung in Pjöngjang fühle sich anscheinend von China wegen der Unterstützung der UN-Resolution hintergangen, sagte Lee Seung Yeol vom Ewha-Institut für Vereinigungsstudien im südkoreanischen Seoul. Cai Jian, ein Korea-Experte der Fudan-Universität in Shanghai, sagte: "Nach all den Jahren und zahlreichen Verhandlungsrunden der Sechs-Parteien-Gespräche können wir sehen, dass der Einfluss Chinas auf Nordkorea tatsächlich sehr gering ist." Es könne nur versuchen, Nordkorea zu überreden, seine Drohungen nicht wahr zu machen.

Die USA drängten die Führung Nordkoreas, den angekündigten dritten Atomtest zu unterlassen. Das sei natürlich deren Entscheidung, sagte der Nordkorea-Beauftragte der USA, Glyn Davies, in Seoul: "Wir hoffen, dass sie es nicht tun. Wir appellieren an sie, es nicht zu tun."

Technisch ist Nordkorea nach Einschätzung von Experten zu einem weiteren Atomtest in der Lage. Es gibt Befürchtungen, dass Nordkorea dafür hoch angereichertes Uran einsetzen könnte. Damit würde das Land seine Plutoniumvorräte schonen, die Schätzungen zufolge derzeit für zwölf Atomwaffen reichen.

ger/Reuters
 
 
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