. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
10. Januar 2012, 22:10 Uhr

Erneuter Wirbel um ein Wulff-Buch

Der Filmproduzent David Groenewold soll laut Medienberichten eine wohlwollende Biografie über Christian Wulff finanziert haben. Wulff setzte sich als niedersächsischer Ministerpräsident wiederum für die deutsche Filmförderung ein.

Wulff, Bundespräsident, Affäre, Christian, Mailbox, Kreditaffäre,

Der Bundespräsident und seine Freunde: Für neuen Wirbel sorgt erneut ein Buch, das ein Freund von Christian Wulff indirekt mitfinanziert haben soll© Fabrizio Bensch/Reuters

Bundespräsident Christian Wulff könnte nach einem Bericht von "Spiegel Online" in einem weiteren Fall von Zuwendungen eines wohlhabenden Freundes profitiert haben. Dem am Dienstag veröffentlichten Bericht zufolge zahlte der mit Wulff befreundete Filmproduzent David Groenewold 2005 dem Autor eines im Jahr darauf erschienenen, wohlwollenden Buches über Wulff gut 10.000 Euro Honorar. Allerdings gab es unterschiedliche Angaben dazu, wofür das Geld genau bestimmt war.

Konkret geht es laut "Spiegel Online" um das Buch "Christian Wulff - Deutschland kommt voran". Der Band beruht demnach auf mehreren Interviews, die der Publizist und frühere CDU-Sprecher Karl Hugo Pruys mit dem CDU-Politiker führte. "Groenewold unterstützte mich damals mit rund 10.000 Euro", wurde Pruys von "Spiegel Online" zitiert. Weiter habe der Autor gesagt, das Geld habe das Buchprojekt damals vor dem Scheitern bewahrt. Wulff soll, so Pruys, über das Buchprojekt informiert gewesen sein. Er habe aber nicht mit dem damaligen Ministerpräsidenten Niedersachsens über die finanziellen Schwierigkeiten gesprochen. Wulff-Anwalt Gernot Lehr sagte zur "Bild"-Zeitung, dass Wulff keine Kenntnis über die Geschäftsbeziehung zwischen Groenewold und Pruys habe. Die Verantwortung für das Buch habe beim Verlag und beim Autor gelegen.

Später kamen die Erinnerungslücken

Bei späteren Anfragen berief sich Pruys demnach jedoch auf Erinnerungslücken. Auch habe er dann darauf hingewiesen, es sei bei dem Geld nicht um die Buchfinanzierung gegangen, sondern um Honorare für Kommunikations-Beratungen, die er Groenewold angeboten habe. Ein Anwalt Pruys sprach laut "Spiegel Online" später von vier Rechnungen über je 2500 Euro plus Mehrwertsteuer für die Überarbeitung von Unternehmensbroschüren sowie für Beratungen als "Rhetorik-Coach". Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, war das Autorenhonorar des Verlags vierstellig und damit geringer als die Summe, die Groenewold Pruys gezahlt hat.

Als niedersächsischer Ministerpräsident setzte sich Wulff auch für die Interessen der Filmbranche ein. Er machte sich dafür stark, dass die Steuervorteile für Filmfondsanleger nicht vollständig abgeschafft werden - was ihm nicht gelang. Wulff wollte erreichen, dass Fonds, die deutsche Filmproduktionen finanzieren, auch weiterhin für Geldgeber interessant sind. Groenewold hat mit seinem Medienfond "German Film Production" eben solche Filme finanziert, beispielsweise "Der Wixxer" und "Elementarteilchen". Groenewold soll in dieser Zeit laut "Spiegel Online" offiziell als CDU-Parteispender in Erscheinung getreten sein und zwei Gesellschaften zur Produktion von Genrefilmen in Hannover gegründet haben. Die Bürgschaftszusage kam vom Land Niedersachsen.

Der Fall erinnert an das Sponsoring eines weiteren Wulff-Buchs. Der AWD-Gründer Carsten Maschmeyer soll angeblich ohne Wulffs Wissen mehr als 40.000 Euro für eine Anzeigenkampagne gezahlt haben.

swd/AFP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Wulff-Freund Carsten Maschmeyer Der ganz spezielle Finanzdienstleister

Carsten Maschmeyer ist ein vermögender Mann und ein Fixstern im System Hannover. Was den AWD-Gründer und Wulff-Freund treibt? Die Gier nach Respekt. mehr...

Finanzierung des Wulff-Buches Ein ungewöhnlicher Deal

Carsten Maschmeyer finanziert die Werbung für ein Buch mit Christian Wulff. Ein außergewöhnlicher Vorgang. Externe Geldgeber sind auch bei Hoffmann & Campe "leider nicht" gang und gebe. mehr...

So postet Christian Wulff auf Facebook Noch mehr private Seiten des Präsidenten

Christian Wulff hat sein Schweigen gebrochen - auch gegenüber seinen Facebook-Freunden. stern.de präsentiert die neuesten Einträge auf seiner Pinnwand. mehr...

Anzeigenfinanzierung für Buch Wulffs Verleger verteidigt Maschmeyer-Zahlung

Christian Wulff steht unter Druck, bekommt aber nun Unterstützung. Dass Unternehmerfreund Carsten Maschmeyer Anzeigen für sein Buch bezahlt hat, hält der Verleger Manfred Bissinger für völlig normal. mehr...

Affäre Christian Wulff Geisterstunde in Großburgwedel

Hier geht er in die Kirche, hier kauft seine Frau Babywindeln ein. Aber in Großburgwedel fällt kein Wort über Christian Wulff. Fast kein Wort. Ein Ortstermin. mehr...

TV-Kritik Jauch wächst an Wulff

Des einen Leid, des andern Freud: Seit Bundespräsident Christian Wulff in der Klemme steckt, gewinnt Günther Jauch an Souveränität. Trotz der Meldungsflut der letzten Wochen bot er in seiner Talkrunde noch Neues zu dem Thema - und scheute auch die Auseinandersetzung mit der "Bild"-Zeitung nicht. mehr...

Kein Fachmann in Krisen Kauder kritisiert Wulffs Verhalten in der Kreditaffäre

In der Kreditaffäre um Christian Wulff habe der Bundespräsident einige Fehler gemacht, kritisierte Volker Kauder das Verhalten des Bundespräsidenten. Rücktrittsforderungen wies der Unionsfraktionschef aber zurück. mehr...

Die "Bild"-Zeitung und der Bundespräsident Wulff habe Berichterstattung verhindern wollen

Es steht Aussage gegen Aussage: Bundespräsident Wulff betont, er habe den Bericht der "Bild"-Zeitung mit seinem Anruf bei Chefredakteur Diekmann nur um einen Tag verschieben lassen wollen. Das Blatt beteuert: Wulff wollte den Artikel ganz verhindern. mehr...

Und jetzt ... Django Asül Die mit dem Wulff heulen

Ein Christian Wulff schmeißt nicht so einfach hin. Nee, der bleibt und wartet ab! Deshalb muss der Gesetzgeber schleunigst handeln und die Regeln so anpassen, dass auch der Bundespräsident wieder ein Leben in der Legalität führen kann. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe