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10. September 2008, 11:07 Uhr
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CDU-Politiker fordert Abzug aus Afghanistan

Der CDU-Verteidigungsexperte Willy Wimmer hält den Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan für "überfällig". Im stern spricht sich Wimmer sogar für einen einseitigen Rückzug der deutschen Soldaten aus. "Es ist nicht unser Krieg", sagt er.

Willy Wimmer hält die Gründe für den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr für vorgeschoben© PR

Verteidigungsexperte Willy Wimmer (CDU) will die deutschen Soldaten aus Afghanistan abziehen. In einem Beitrag des am Donnerstag erscheinenden stern plädiert Wimmer sogar für einen einseitigen Rückzug des deutschen Kontingents: "Es ist nicht unser Krieg." Der CDU-Bundestagsabgeordnete schließt sich damit den Forderungen der Linken an, befindet sich in seiner Fraktion allerdings in einer Außenseiterrolle.

Wimmer hält das Argument, in Afghanistan werde der internationale Terrorismus bekämpft, nur noch für vorgeschoben. "Was ist mit Osama bin Laden? Wird er tatsächlich gejagt? Ist er je gejagt worden? Oder stimmt der Eindruck, hier werde jemand der Welt wie Sauerbier angeboten?", schreibt er im stern. Das UN-Mandat, auf dessen Grundlage die Bundeswehr in Afghanistan sei, tauge nicht mehr. "Bis zum Hals sind wir im afghanischen Schlamm versunken. Es wird große Mühe kosten, dort wieder herauszukommen", so Wimmer.

Im Norden Afghanistans sind derzeit 3500 deutsche Soldaten im Rahmen der Nato-geführten Internationalen Schutztruppe (ISAF) stationiert, die meisten von ihnen in Masar-i-Scharif. Am 1. Juli übernahm Deutschland von Norwegen die rund 200 Mann starke Schnelle Eingreiftruppe, die Anschläge verhindern und kritische Situationen beruhigen soll.

Am Dienstag hatte die Bundesregierung ein neues Afghanistan-Konzept verabschiedet. Es sieht vor, dass die Zahl der Bundeswehrsoldaten von höchstens 3500 auf bis zu 4500 steigen darf. Ein entsprechendes neues Mandat wurde aber noch nicht beschlossen; dies soll im Oktober geschehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel räumte ein, ein Ende des Einsatzes sei nicht absehbar. "Ich kann einen genauen Zeitrahmen nicht nennen", sagte sie.

Darüber hinaus hatte die Bundesregierung beschlossen, die zivile Aufbauhilfe von 100 auf 170 Millionen Euro aufzustocken.

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Ausgabe 38/2008

KOMMENTARE (10 von 10)
 
SethusCalvisius (10.09.2008, 17:51 Uhr)
kriegsähnliche Zustände?
Hey, vegefranz! Kriegsähnliche Zustände in Deutschland? Dann haben Sie wahrscheinlich glücklicherweise noch keinen Krieg erlebt. Bundeswehr zum Schutz der Bürger in Berlin? Noch sind wir ein Rechtsstaat und der sollte in der Lage, bestehende Probleme mit rechtsstaatlichen Mitteln zu lösen. Wenn das nicht immer gelingt, sollte man da ansetzen und nicht gleich nach dem Militär rufen.
Preussin (10.09.2008, 16:44 Uhr)
@ tripex
Danke , war mir auch nicht mehr ganz sicher .
Nicht schlecht , wenn auch nicht von Brecht.
MFG
Think (10.09.2008, 16:03 Uhr)
jetzt auf einmal...
das ist ja eine super Idee: erst wird das Land nach der Nato-Bombardements 2 Jahre in völlig katastrophalem Zustand belassen - die Truppenstärke war zunächst völlig unzureichend, um das Land zu befrieden, zudem wurden erst nach der Wahl des Präsidenten zivile Wiederaufbauprogramme aufgelegt. Und nun, da sich die Fehler der Vergangenheit rächen, wird es uns zu gefhrlich? Das nenne ich vorausschauende Planung! Mein Herzblut steckt in der Krisenprävention - eine schwere und leider unterschätzte Aufgabe...mit großer Wirkung
Loki-Asgard (10.09.2008, 15:19 Uhr)
Recht hat er.
Es gibt keinen Grund unsere Soldaten für die Terroristtischen Regierungen usi´s zu verheizen
tripex (10.09.2008, 15:06 Uhr)
Zitat
http://www.zeit.de/2004/34/N-Zitat_4
vegefranz (10.09.2008, 13:52 Uhr)
Bundeswehr in die NoGo Areas
Was soll die bundeswehr in afghani, wenn bei uns bereits kriegsähnliche Zustände herrschen. die Bundeswehr wäre zum Schutz der (verbliebenen) Bürger in den NoGo Areas (für berlin fallen mir da gleich Neukölln und Kreuzberg ein) sinnvoller einzusetzen
Preussin (10.09.2008, 12:13 Uhr)
Endlich macht von der Seite einer den Mund auf
Die Amis und die Russen schicken gerne Stellvertreter in den Krieg.
Schlimm , dass man sich schicken läßt.
Die Obrigkeit sagt zu und der Kleine Mann geht hin tötet dort den Kleinen Mann. Beide verlieren Hab und Gut und Ihr Leben und für wen ?Wessen Interessen?
Am Ende müssen sie sich hassen und geradestehen für das Elend !
Und wer hat sie losgeschickt ?Die Schachern weiter ,ihre Söhne bleiben gesund und am Leben und sie werden noch REICHER.
Stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin !?( Brecht )?
Prato61 (10.09.2008, 12:10 Uhr)
Allen Respekt.....
.... wennn es die wirkliche Einstellung von Willy Wimmer ist. Leider ist man in diesen Zeiten geneigt, derartige Statements als Wahlkampfgeplänkel abzutun. Ansonsten kann man nur hoffen, dass in Zukunft mehrere Mandatsträger ihre eigene Meinung öffentlich kundtun.
UweBerlin (10.09.2008, 11:40 Uhr)
Ja was denn nun?
Finde Wimmers Argumente sehr gut, aber seine Kollegen (Merkel, Jung) sprechen offensichtlich eine ganz andere Sprache.
Die ist von Wiederaufbau und humanitäre Hilfeleistungen in "KRIEG" mal so eben umgeschwungen übrigens.
Afghanistan ist und war so NIE zu gewinnen. Hätte man aus der leidvollen Geschichte des einstmals wunderschönen Landes wissen können und MÜSSEN.
Gisella (10.09.2008, 11:38 Uhr)
Abzug
aus Afghanistan-Wenn Herr Wimmer das ehrlich meint-verneige ich mich vor ihm. Wir alle haben in unseren Kommentaren gesagt, daß dieser Krieg nicht unser Krieg ist.Unsere Soldaten sterben für "NICHTS".Und "beschlossen " wurde auch schon wieder?? Ohne uns? Wir mit unseren Steuern finanzieren diesen Krieg und Frau Dr. Merkel weiß nicht , wann der endet??? Fragen Sie doch mal Ihren Freund -Mr. Bush, der überhaupt nicht daran interessiert ist und war, Bin Laden zu finden. Und das hat er auch deutlich im US Fernsehen gesagt.Es ist genug.
 
 
 
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