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18. August 2010, 08:45 Uhr

Rente mit 67 findet kaum Zuspruch

Bei der Rente verstehen die Deutschen keinen Spaß. Lediglich eine Minderheit von sieben Prozent kann sich laut stern-Umfrage vorstellen, bis zum 67. Lebensjahr zur Arbeit zu gehen. Zwei SPD-Größen haben ihren Streit über das Thema derweil offenbar beigelegt.

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Der Lebensabend soll nicht der Arbeit gehören, finden die meisten der befragten Deutschen© Matthias Hiekel/DPA

Die Meinung der Bürger im Parteienstreit um die Rente mit 67 ist eindeutig: Gefragt, in welchem Alter Arbeitnehmer im Normalfall in Rente gehen sollten, nannte in einer Forsa-Umfrage für den stern lediglich eine kleine Minderheit von 7 Prozent das Alter 67. Eine Rente mit 70, wie sie kürzlich Michael Hüther, der Chef des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft, gefordert hatte, hält gar nur ein Prozent für richtig.

Die meisten Befragten (38 Prozent) sprachen sich für die derzeit gültige Regelaltersgrenze von 65 Jahren aus. Viele Bürger wünschen aber ein noch früheres Renteneintrittsalter: 21 Prozent bezeichneten 62 Jahre als ideal, 24 Prozent würden gerne sehen, wenn die Grenze bei 60 Jahren liegt. 3 Prozent waren der Ansicht, die Deutschen sollten schon vor Erreichen des 60. Lebensjahres in Rente gehen.

Die Debatte um die Rente mit 67 ging bislang vor allem durch die SPD. Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Ex-Kanzler Gerhard Schröder verteidigten den Beschluss der Großen Koalition, die Altersgrenze heraufzusetzen. Parteichef Sigmar Gabriel plädierte für ein Aussetzen, sein Vize Klaus Wowereit gar für eine völlige Abkehr von der Rente mit 67. Nun sollen sich Steinmeier und Gabriel auf einen Kompromiss geeinigt haben. Demnach solle es bei der schrittweisen Einführung der Rente mit 67 bis zum Jahr 2029 bleiben, berichtete die "Bild"-Zeitung. Allerdings solle die Verlängerung der Arbeitszeit frühestens 2015 beginnen und nicht wie bisher beschlossen 2012. Zudem solle es Ausnahmen für Arbeitnehmer geben, die besonders schwer arbeiten. Fraktions- und Parteichef werden laut "Bild" am Sonntag der engsten Parteiführung ihren gemeinsamen Vorschlag vorlegen.

Nach geltendem Recht steigt das Renteneintrittsalter vom Jahr 2012 an für die Geburtsjahrgänge ab 1947 jährlich um einen Monat, womit 2023 das Eintrittsalter bei 66 Jahren läge. In den sechs Jahren darauf stiege der Rentenbeginn in Schritten von je zwei Monaten bis 2029 auf 67 Jahre. Das wäre dann in der Regel der frühestmögliche Beginn für eine Altersrente ohne Abschläge.

An der Umfrage haben 1007 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger am 12. und 13. August 2010 teilgenommen.

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