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4. Mai 2009, 09:22 Uhr

Steinbrück nennt Steuersünder gefährlich

Finanzminister Peer Steinbrück hat ein entschlossenes Vorgehen gegen Steuerhinterzieher gefordert. Wer Steuern hinterziehe, gefährde den Zusammenhalt der Gesellschaft, schrieb der SPD-Politiker in einem Zeitungsbeitrag. Es sei die Pflicht der Politik, dagegen vorzugehen.

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"Kein Räuber- und Gendarm-Spiel": Finanzminister Peer Steinbrück© Gero Breloer/AP

Nach Ansicht von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) bedrohen Steuerhinterzieher den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland. "Es ist kein Räuber- und Gendarm-Spiel der Politik, sondern ihre unbedingte Pflicht, gegen alle vorzugehen, die Steuern hinterziehen", schrieb der SPD-Minister in einem Gastbeitrag für das "Hamburger Abendblatt". Steuerhinterziehung sei kein Kavaliersdelikt. "Wer Steuern hinterzieht, schadet seinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern und gefährdet den Zusammenhalt unserer Gesellschaft."

Am kommenden Donnerstag will der Bundestag einen Gesetzentwurf debattieren, der darauf zielt, Steuerflucht in sogenannte Steueroasen wirksamer zu verhindern. Mit Blick darauf schrieb der Minister: "Die Bürger fragten sich zu Recht, warum ausgerechnet sie als Steuerzahler für die Folgen eines entfesselten Finanzkapitalismus zahlen sollen. Wenn dann auch noch diejenigen, die von den Exzessen und Übertreibungen profitiert haben, ihre Gewinne in Steueroasen verstecken, und sie so unserer Gesellschaft entziehen." Steinbrück mahnte, wenn Verluste sozialisiert, Gewinne dagegen privatisiert würden, dann könne das "gefährliche Auswirkungen auf die Legitimationsgrundlagen unserer sozialen Marktwirtschaft und unserer parlamentarischen Demokratie haben." Dem müsse die Politik entschlossen entgegenwirken.

International habe man bei der Unterbindung von Steuerflucht und Steuerhinterziehung bereits "erfreuliche Erfolge" erzielt, so der SPD-Politiker weiter. Auf nationaler Ebene sehe der vom Bundeskabinett verabschiedete Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung unter anderem vor, dass derjenige, der mit Steueroasen Geschäfte macht, dem Finanzamt gegebenenfalls Rede und Antwort stehen muss.

AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 40)
 
pitiplatsch (07.05.2009, 06:06 Uhr)
Ich nenne die
Politker, die den Arbeiter zum Sklaven machen,ihn ausbeuten um Kriege die Bankenmafia und Politker sowie die Juden mit unserem Geld vollzustopfen, gefährlich und eiskalt.Dieses Kriegsgaile Gebräu von gewissenslosen Abzockern gehört zum Teufel gejagt.
ruckel610 (06.05.2009, 12:16 Uhr)
Steinbrück
da spricht echt ein blinder von farben
pitiplatsch (05.05.2009, 06:57 Uhr)
Steinbrück nennt Steuersünder
gefährlich sehe ich genauso. Am besten er fängt bei sich und seinen Kollegen an zu suchen.
kalaehne (05.05.2009, 00:01 Uhr)
Die Doppelmoral der Steurhinterzieher/innen ....
.....In der Realität werden allein im Handel in Deutschland Diebstähle in der Höhe vieler Hundert Millionen Euro in die Verkaufspreise einkalkuliert. Alle zahlen das. Vergleicbares ist wohl auch für die Höhe der Steuersätze in Deutschland anzunehmen : So wie Ladendiebstahl letztlich die Preise für alle Verbraucher erhöht, so erhöht Steuerhinterziehung letztlich die Steuerlast für alle steuerehrlichen Menschen in Deutschland. Und das, obwohl auch viele Steuerhinterzieher/innen viele Vorteile unseres Staates ohne Skrupel nutzen.... Diplomkaufmann Juergen Kalaehne, BGM a. D.
knilch_59 (04.05.2009, 22:13 Uhr)
Und jetzt zu den Irrtümern von @Blacky007:
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Der Aufbau der Infrastruktur im Osten war auch als Beschäftigungsmaßnahme gedacht – einen guten Teil des Geldes dafür haben auch westliche Baufirmen und Architekten wieder zurückgeholt.
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Wir bezahlen nicht für die Krankenversorgung in der Türkei lebender Familienangehöriger. Aber solange die Gesamt-Beitragsbelastung für die Krankenversorgung für das Doppelverdienerpärchen mit Durchschnittseinkommen niedriger ist, als wenn er arbeitet und viel verdient, sie aber zu Hause bleibt und beitragsfrei mitversichert ist, ist das auch nicht das Problem. Der türkische Mitbürger bekommt ja auch keinen Beitragrabatt dafür, dass er seine Familie nicht nach Deutschland geholt hat (wäre ja noch schlimmer) und ich bin davon überzeugt, dass die Krankenversorgung in der Türkei bedeutend weniger Kosten verursacht als bei uns!
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Zurück zum Artikel und der Gefährlichkeit der Steuersünder: Wir reden zunächst mal von den heutigen Gesetzen und deren Durchsetzung. Da hat der Staat durch aktives Wegsehen scheunentorgroße Schlupflöcher befördert und sich selbst in die Glaubwürdigkeitskrise befördert. Möchte er jetzt gerne auf das zurück, was normal wäre, wird schon Böswilligkeit unterstellt und die Bürger fangen an, sich selbst Persilscheine auszustellen dafür, dass man Gesetze nicht einhalten muss. Das kann nicht funktionieren, sondern der Weg muss ein anderer sein: Auch im Steuerrecht die volle Durchsetzung staatlicher Härte bei gleichzeitigem Prüfen von Möglichkeiten zur Ausgabenvermeidung. Nicht nach dem Motto, dass zunächst die andere Seite anzufangen hat!
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Aber in einer Sache sind wir uns vermutlich wieder einig: Steinbrück und seine Große Kopulation sind für beides ungeeignet – da kann einfach nichts bei rüberkommen!
knilch_59 (04.05.2009, 21:57 Uhr)
Das Tragische an den Vorschlägen von @Blacky007 ist, …
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… dass das Gesamtvolumen der von ihm vorgeschlagenen Subventionskürzungen keine 5 Mia € / Jahr umfasst – also weniger als 5 cent Mineralölsteuer oder 2% Mehrwertsteuer, weniger als 1/7 des Einkommensteueraufkommens, ca. als 1/8 des Staatsdefizits alleine dieses Jahres, weniger als 3% des gesamten Steueraufkommens.
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Davon abgesehen, dass Subventionskürzungen in der Landwirtschaft oder im Tourismus auch zu einer Verlagerung von Ausgabenströmen führen würde, was gerade in der Krise unter Arbeitsplatzgesichtspunkten mit Vorsicht zu genießen ist, an einigen Stellen Bedarf an Sozialleistungen auslösen würde, usw…. Sogar das Geld für Subventionen ist nicht verschwunden, sondern taucht an anderen Stellen zumindest teilweise wieder auf und ist nicht nur schädlich.
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Ich kann den Missmut sehr gut verstehen, aber jeder Glaube daran, dass man mit einem Schritt völlig verfehlte Steuerregeln der vergangenen 50 Jahre wieder gerade rücken kann, ist absurd. Diesen Augiasstall auszumisten, wird mindestens so lange dauern, wie die Sauerei zuzulassen.
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Aber dazu müssten auch erst die Bürger zumindest eine intellektuelle Vorleistung erbringen: Worauf soll die Haupt-Steuerlast fußen, um als „gerecht“ empfunden zu werden: Auf Besitz/Vermögen, auf Einkommen/Gewinn oder Verzehr/Umsatz? Heute besteuern wir Einkommen und Umsatz. Bedeutet faktisch, dass Reiche, die nur wenig ausgeben, mit Steuern nur wenig am Hut haben. Wer spart, zahlt keine Mehrwertsteuer und selbst die Zinsen aus dem angelegten Geld sind niedriger besteuert als Einkommen aus eigener Hände Arbeit. Oder auch: Bis zu einer gewissen Grenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze, Beitragsbemessungsgrenze) zockt der Staat bis zu 60% des Einkommens ab und erhebt vom Netto noch Umsatz- und Mineralölsteuer. Aber wer es geschafft hat, über diese Grenze hinauszukommen, bei dem sinkt die Abgabenlast wieder, so dass man dort leichter Vermögen ansammeln kann. Und gerade dieses Vermögen wird dann nicht mehr besteuert.
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Völlig idiotisch wird es aber dann, wenn die vermeintliche Ungerechtigkeit dieses Systems als Ausrede dafür benutzt wird, sich der Steuerpflicht zu entziehen. Damit gerät der Staat insgesamt in eine Glaubwürdigkeitskrise – fatal für ein Gemeinwesen, das auf Selbstbestimmung / Demokratie fußen möchte. Wenn das zugelassen wird, kommen wir als Nächstes zur Abschaffung der Steuerpflicht (bei der Vermögensteuer hatten wir das faktisch schon). Dabei sollte doch klar sein, dass es Sinn und Aufgabe von Steuern ist, denen, die viel haben etwas abzunehmen um den anderen mehr bieten zu können, als sie sich selbst leisten können. Umverteilung ist der Zweck von Steuern – die Zeiten, als es nur um Basis-Infrastruktur wie innere und äußere Sicherheit und allenfalls noch Straßenbau ging, sind seit 250 Jahren vorbei!
Blacky007 (04.05.2009, 21:22 Uhr)
@kabelmann
Sie scheinen meine Kommentare entweder nicht richtig gelesen oder nicht ganz verstanden zu haben, sonst würden Sie mir nicht Zynissmus vorwerfen.
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Um Ihre Fragen direkt zu beantworten:
JA, der Staat muss Ausgaben reduzieren - aber vorrangig bei den ganzen sinnlosen Subventionen - einige habe ich ja aufgezählt.
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NEIN - wir bezahlen keinesfalls zuviel sondern zuwenig für Schulen, Kindergärten, Infrastruktur, Entwicklung und Forschung. JA, wir bezahlen zu viel für die Infrasturktur im Osten...da muss man sihc nur mal die Strassen in Leipzig und Dresden anschauen und dann mal durch Frankfurt fahren...dann weiß man, was ich meine...
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NEIN/JA: Rentner bekommen keinesfalls zuviel, sondern die ganzen Pensionäre, die nie einen Cent in das System einbezahlt haben, aber eine weit höhere Rente erhalten, als alle Rentner, die jahrelang ins System eingezahlt haben - wie z.B. viele Beamte und Politiker...
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Arbeitslose: wenn Sie die H4ler meinen, JA, da bekommt ein Teil ganz sicher zuviel und zwar der Teil, der sich bisher erfolgreich von jeglicher Arbeit gedrückt hat oder finden Sie es angebracht, einem 20/25jährigem H4 zu bezahlen, der bisher nicht eine Stunde gearbeitet und nichts zum Gemeinwohl beigetragen hat?
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Krankensystem: ja hier bezahlen wir bei weitem zu viel. Unter anderem ärgert es mich, dass eine in der Türkei lebende Frau oder Kinder, deren Mann/Vater hier arbeitet, auf unsere Kosten eine medizinische Vollversorgung erhält, obwohl diese Frau in unserem Land keinen Cent Steuern bezahlt und keinerlei Leistungen einbringt. Diese zu unterstützen widerstrebt mir enorm und das liegt nicht an Rassismus! Auch könnte man die KK-Kosten für die Allgemeinheit enorm senken, wenn man z.B. erhöhte Risiken wie gewisse Sportarten, Raucher (bin ich selbst auch) und Dicke per Zusatzversicherung abdeckt. Warum soll das der "kleine Mann" od. die Allgemeinheit mitfinanzieren?
Aquarius2 (04.05.2009, 20:49 Uhr)
Alle sind gegen Steuern,
aber alle wollen in den Steuertopf greifen. Fördermittel, Steuerermäßigungen, Abschreibungsmodelle und Rettungsschirme. Das sind keine Leistungen, die der kleine Steuerzahler vom Staat erwartet. Damit wollen die, die eigentlich ganz viel zahlen müssten ganz viel einsparen.
Das Gesamtsystem kann kurzfristig nicht geändert werden. Dazu ist der Lobbyismus zu stark entwickelt.
Aber möglich sollte es sein, Steuergerechtigkeit herzustellen.
Zudem ist es höchste Zeit, eine markante Spekulationssteuer in Kraft zu setzen. Immerhin muss der Staat über erhebliche Steuerreserven verfügen, um die regelmäßigen Folgen des Finanz-Spekulantentums auszugleichen.
Wie wir gerade sehen.
Angel_of_Mercy (04.05.2009, 20:42 Uhr)
Die Sorgen möcht ich haben,
Spitzensteuersatz zahlen zu müssen. Mir wird die Steuerrückerstattung von letztem Jahr als Zeitarbeiter bei Hartz IV gegengerechnet.
Ich finde es komisch, wann immer es ums Zahlen oder Einschränken geht zeigen die meisten immer auf die anderen ohne bei sich selbst anzufangen. Würden die Steuerhinterzieher bei sich anfangen und aufhören mit Steuerhinterziehung und die Ämter, Behörden und Ministerien bei sich anfangen mit Abgaben- und Steuerverschwendung aufzuhören, welch paradiesisch Land hätten wir. Stattdessen wird quer durch die Republik die Frage diskutiert, was zu erst da war, Huhn oder Ei.
Mir hängen diese bescheuerten Steuerdebatten zum Hals raus.
kabelmann (04.05.2009, 20:26 Uhr)
@Blacky
Der Staat muss also seine Ausgabenseite reduzieren? Das heißt, sie finden, wir bezahlen zuviel für Schulen, Kindergärten, Infrastruktur, das das Krankensystem, für unsere Kinder, Renter und Arbeitslose?
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Also ich nenne so einen Vorschlag zynisch. Sie sollten mal auf die Straße gehen und sich ansehen, was die radikale Reduzierung der Staatsquote in den letzten Jahren feines angerichtet hat.
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@Steinbrück: Schön, dass er jetzt mit diesem Konzept ankommt. 99 hat das schonmal jemand aus der SPD versucht - mit dere Folge, dass man ihn vom Hof gejagt hat. Aber der ist Gottseidank gut untergekommen. Und sein damaliger Staatssekretär schreibt recht intelligente Aufsätze. Sollte man sich mal evtl. zu Gemüte führen.
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