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23. Februar 2010, 16:47 Uhr

"Ich bin keine Schmuseministerin"

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen drückt aufs Tempo und redet im stern Tacheles: Die Job-Center sollen schneller vermitteln, Arbeitslose auch harte Aufgaben annehmen. Von Jens König

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"Nützt nichts, diese Menschen zu beschimpfen": Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, CDU© Winfried Rothermel/APN

Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen hat FDP-Chef Guido Westerwelle und die von ihm geführte Hartz IV-Debatte kritisiert. "Wir können nicht alle Langzeitarbeitslosen über einen Kamm scheren, und es nützt auch nichts, diese Menschen zu beschimpfen. Sie sind da. Und sie haben einen Anspruch darauf, dass dieses Land sie nicht beiseite schiebt", sagte von der Leyen dem stern. Westerwelles Tonfall bezeichnete sie als "sehr polarisierend". Das fördere nicht gerade eine konstruktive Diskussion.

Von der Leyen wandte sich gegen die Forderung des Vizekanzlers, die Sanktionen gegen Hartz IV-Empfänger zu verschärfen. "Im Gesetz steht heute schon ganz klar drin, wann Sanktionen ausgesprochen werden können", so die Ministerin im stern. Sie sei dafür, diese Sanktionen "überall gleich konsequent" anzuwenden. "Bei der Umsetzung können wir sicher noch besser werden."

Die Sache mit dem Schneeschippen

Wer Leistungen von der Gemeinschaft erhalte, müsse grundsätzlich auch harte und mühsame Aufgaben annehmen. "Zu einer ernsthaften Diskussion gehört aber auch dazu, nicht immer den einfachsten Reflex auszulösen", sagte von der Leyen. "Für einen 25-jährigen Arbeitslosen bringt es nichts, von einer Aktion zur nächsten geschickt zu werden. Er braucht vor allem die Perspektive auf einen ordentlichen Job." Westerwelle hatte vorgeschlagen, junge Langzeitarbeitslose zum Schneeschippen einzusetzen.

Die Arbeitsministerin forderte eine bessere und schnellere Betreuung der Arbeitslosen. "Jeder, der das Job-Center betritt, muss innerhalb weniger Tage ein Arbeitsangebot oder eine Weiterbildung erhalten", sagte von der Leyen in dem stern-Interview. "Die Angebote müssen Schlag auf Schlag kommen. Tempo, Tempo, Tempo. Heute meldest du dich arbeitslos - und morgen hast du was zu tun." Man könne von den Arbeitslosen nur dann etwas fordern, wenn man ihnen auch die besten Dienstleistungen anbiete. "Erst dann kann man die Spreu vom Weizen trennen und klären: Wer will wirklich arbeiten? Wer strengt sich an, aus seiner Misere herauszukommen? Und wer ist eigentlich nur Trittbrettfahrer." Die Arbeitsministerin sagte: "Ich bin keine Schmuseministerin. Ich will, dass wir in den Job-Centern die Betroffenen in Bewegung halten."

Was sich mit Hartz IV verbindet

Von der Leyen kritisierte, in der Vergangenheit sei in der Debatte über Hartz IV "vor allem mit Ängsten und Drohungen" hantiert worden. Sie wolle das ändern. "Die Grundhaltung muss sein: Jeder kann etwas, jeder wird gebraucht." Sie wolle nicht, dass "wir Menschen in die Ecke drängen, die ohnehin nicht mehr ein noch aus wissen".

Das ganze Interview

Das ganze Interview ... sowie ein Porträt der Arbeitsministerin Ursula von der Leyen lesen Sie im aktuellen stern

Von Jens König
 
 
KOMMENTARE (10 von 34)
 
Sozimod (24.02.2010, 18:12 Uhr)
Liebe Tannywhite,
Aber die Männer(Churchill, J.F. Kennedy, Helmut Schmidt, Willy Brandt, Oskar Lafontaine u.a) haben positive Anregungen, manchmal sogar für ein Umdenken gesorgt.
Bei den Frauen?
Merkel gleich nichts!
Thatcher gleich Chaos!
Heide Simonis, Ypsilanti?
Irgendwie immer die falschen Frauen am Ruder.
Mehr Katja Kipping( Die LINKE), Sahra Wagenknecht(DIE LINKE), Jette Joop(CDU)!
Sozimod (24.02.2010, 18:01 Uhr)
Noch eins zu dem Video
In Deutschland werden mehrere Millionen Tonnen an Lebensmitteln weggeworfen.
Ursache Überproduktion!

Und das obwohl in Deutschland und in der Welt Menschen verhungern, oder hungern müssen!

Den link habe ich gerade nicht zur Hand.
Auf Youtube suchen!
Sozimod (24.02.2010, 17:56 Uhr)
Joaquim20 stimme ich zu!
Nur nicht wie von den Medien dargestellt. Im Spiegel-Online wird auf dieses Thema eingegangen. Ich habe ein Video auf Youtube.com gefunden. Hergestellt aus Österreich, Schweiz und Deutschland.

Es geht um die Höhe des bedingungslosen Grundeinkommens.
Erwachsene höher, Kinder 50 Prozent ect.

Ich bin für ein bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von 1000 Euro/Person! Alle gleich! Dies ist auch finanzierbar! Bitte Suchmaschinen nutzen.

Studien belegen, dass es für jeden Bürger keinen Arbeitsplatz geben kann. Durch die Modernisierung bedingt.

Real haben wir 7,9 Mio. Arbeitslose(Quelle: Finacel Times), 500000 offene Stellen.

Wir müssten die Menschen nicht mehr in Rente schicken, die riesen Formularflut würde eingegrenzt. Es wäre eine reale Chance für eine neue Gesellschaftsordnung. Auch die Studie, die besagt, dann würden alle nicht mehr arbeiten, ist falsch. Eine neue Studie hat gerade das Gegenteil herausgefunden.

Es ebnet große Chancen für jeden. Denn der Mensch will Aktiv sein. Such nach Bestätigung.
Also Frau von der Leyen, stehen Sie für eine moderne Wirtschafts und Sozialpolitik, nicht aus der Mottenkiste!

Auch die Sanktionen(die sie ja richtig findet) gegen Hartz IV Empfänger müssen gestoppt werden. Erst wenn genug Arbeitplätze vorhanden sind kann(und darf) ich Sanktionieren.
Wie ich schilderte, ist dies nicht der Fall!
rynaldo (24.02.2010, 17:04 Uhr)
Das ist auch so ne Existenz
Diese ständige Wichtigtuerei. Auf der einen Seite muss sie immer so tun, als würde sie sich bestens um die Erziehung ihrer (gefühlten) 140 Kinder kümmern. Auf der anderen Seite müssen Politiker aber immer so tun, als wären sie ganze 24 Stunden am Tag für uns im Einsatz.
Schlichtweg - ein Widerspruch auf zwei Beinen.
herrfreitag (24.02.2010, 14:16 Uhr)
im prinzip....
hat sie recht mit dem geäusserten dem kann man eigentlich nichts hinzufügen.

bloß die umsetzung des zähen breis hartz 4 in eine wohlschmeckende Suppe, da werden sich bestimmt noch viele Köche nach ihr die Zunge verbrennen.


joaquim20 (24.02.2010, 14:02 Uhr)
Paradigmenwechsel
Paradigmenwechsel

Betroffenheitslyrik und ?gestik auch Selbst-darstellung , immer aus dem kurzen Halt und am Einzelfall hochgezogen, bringen uns nicht weiter. Jeder, der sich beim
Lösen einer Aufgabe festfährt hat schon erfahren , einhalten, Sache ruhen lassen, mit Abstand auf?s Problem schauen.
Dann wird oft mit anderem Lösungsansatz das Problem verblüffend gelöst.

HartzIV zu reformieren ist der Versuch einer Mumie einen Herzschrittmacher einzusetzen.

Paradigmenwechsel: Bedingungsloses Grundeinkommen für alle. Auch für die Erwerbstätigen, sonst funktioniert es nicht.

Die Beiträge von Götz Werner (anthroposophischer Ansatz, den Menschen in den Mittelpunkt stellen ? füreinander leisten) und Thomas Straubhaar (wirtschaftspolitisch klare Gedanken und Lösungsansätze) u.v.a. sind wissenswert und Voraussetzung
zur ideologiefreien Debatte.

Viele unserer Politiker sind nach jahrelangen Studien in den ver-
schiedensten Disziplinen (Pappi machts möglich) direkt im Plenarsaal unter-gekommen. Begriffen haben viele nichts.
Das beweist die reflexartige Reaktion ? nicht bezahlbar.

In zehn Jahren werden wir feststellen müssen, warum haben wir es denn nicht schon längst gemacht.

Fachlich begründet lasse ich mich gern als sonst was titulieren.
Aber auf fundierte Meinungen bin ich gespannt
Freigeist5 (24.02.2010, 13:34 Uhr)
Wie wärs..
mit Atommülllager putzen und räumen ?
Das ist doch harte Arbeit und enlastet die Rentenversicherung. Ein paar Baracken bauen und ein Teller Suppe am Tag.....wir Deutschen haben doch Erfahrung damit...
Ich bin überzeugt davon, dass 100 Hartz Empfänger weniger Schaden anrichtet als ein paar selbsternannte "Leistungsträger"
Weltmeere im Arsch - Millionen die Hungern - unzählige Kriege - Menschen und Tierrecht Verletzungen. Und einen Außenminister der selbst lebenslang vom Steuerzahler alimentiert sich über jene die einen Bruchteil davon erhalten lustig macht.
TanniWhite (24.02.2010, 13:21 Uhr)
Schmusi
Ich kann das Gekrittel über die Uschi bald wirklich nicht mehr hören.
Man kann über sie denken, wie man möchte, aber bitte, nach Jahrhunderten von inkompetenten und häßlichen alten Kerlen in der Politik ist doch mal schön, wenn eine Uschi kommt und auch nix kann. Das kann sie nämlich zumindest auf ganz andere Art und Weise.
Ich finde, wir bräuchten mehr Angies und Uschis. Und weniger Oskars und Gregors und Guidos und Sigmars und Gerhards.... die konnten's nämlich auch nicht, als sie die Macht hatten - manche wollten die Macht dann auch gar nicht mehr.
Die Mädels jedenfalls stellen sich immer der Herausforderung und kneifen nicht.
Insofern: Neue Uschis braucht das Land.
:-)
kralli19 (24.02.2010, 12:44 Uhr)
v.d.Laien
Sie hatte von Familienpolitik keine Ahnung, vom Internet schon gar nicht und jetzt zeigt sie ganz offensiv, das sie von Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik auch nichts versteht.
Mir grausts um unser schönes Land bei solchen politischen Führern...das ist wie Blinde ans Steuer eines Autos zu setzen.
Aquarius_Jedermann (24.02.2010, 12:31 Uhr)
Tatkraft vortäuschen!!!
Frau von der Leyer redet ähnlich wie Herr Westerwelle, die Sprache ist martialisch und auch sie versucht Tatkraft vorzutäuschen und sich auf Kosten der arbeitslos gemachten Bürger zu profilieren.

Frau von der Leyen sollte doch mal bei den Arbeitgebern den gleichen Ton anschlagen. Dann würde man schnell sehen, ob sie nur Sprüche macht oder tatsächlich etwas erreicht.

Das Thema der Stunde sind wohlstandschaffende Löhne, anstelle der von der Hartz-IV-Partei vorgeschlagene "Mindeslohn", der eine typische sPD Erfindung ist.
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