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Mit dem Terror kommt die Angst - was das Auswärtige Amt rät

Eine Entscheidung mit Symbolcharakter: Wegen der angespannten Sicherheitslage in der Türkei hat eine deutsche Reisebüro-Kooperation ihre Jahrestagung an der türkischen Ägäis abgesagt. Auch das Auswärtige Amt rät Türkei-Reisenden zu erhöhter Vorsicht.

  Polizisten riegeln die Einkaufsmeile Istiklal in Istanbul nach dem Anschlag am 19. März ab

Polizisten riegeln die Einkaufsmeile Istiklal in Istanbul nach dem Anschlag am 19. März ab

Eigentlich sollten sich Mitte April 600 Reisebüro-Mitarbeiter in Kusadasi treffen. In dem Ort südlich von Izmir an der Westküste der türkischen Mittelmeerküste wollte die Reisebüro-Kooperation Schmetterling Reisen ihre Jahrestagung abhalten. Doch noch vor dem verheerenden Selbstmordattentat in Istanbul am vergangenen Samstag hatten die Veranstalter den Event bereits abgesagt: "Wir wissen nicht, womit wir in den kommenden fünf Wochen bis Tagungsbeginn noch konfrontiert werden", so die Geschäftsführer in ihrer Begründung.

Zu viele Verantwortliche aus der Touristikbranche hatten bereits ihre Teilnahme abgesagt. Mit anderen Worten: Reisebüro-Expedienten trauen sich nicht mehr, in die Türkei zu fahren - ein fatales Signal. Wie recht sie haben, zeigten die Ereignisse nur einen Tag später: Am Samstag sprengte sich in Istanbul ein Selbstmordattentäter in der beliebtesten Einkaufsstraße Istiklal und in unmittelbarer Nähe des Hotels Mama Shelter in die Luft: Vier Menschen wurden in den Tod gerissen, 39 zum Teil schwer verletzt.

Israel spricht Reisewarnung aus

Die türkische Regierung macht die IS-Miliz für die Tat verantwortlich. Bei den Todesopfern soll es sich um drei israelische und einen iranischen Touristen handeln. Deshalb rät die israelische Regierung ihren Landsleuten jetzt grundsätzlich von Türkei-Besuchen ab. "Im Lichte der Zunahme schwerer Attentate auf Touristenzentren und stark besuchte Plätze in der Türkei und weil weitere Anschläge zu befürchten sind, empfehlen wir, ganz auf Besuche der Türkei zu verzichten", erklärte das Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Längst spielt sich der Bürgerkrieg nicht nur im Osten der Türkei ab, explodieren Bomben in der Hauptstadt Ankara, wie zuletzt am 12. März und 17. Februar, sondern auch in der Touristenmetropole Istanbul. Am 12. Januar wurden bei einem Selbstmordanschlag in Istanbul zwölf Deutsche auf dem Platz zwischen Hagia Sophia und der Blauen Moschee getötet.

Auswärtiges Amt rät zu besonderer Vorsicht

Auch das Auswärtige Amt in Berlin hat seine Sicherheitshinweise aktualisiert. Zwar wird im Gegensatz zur israelischen Regierung keine Reisewarnung ausgesprochen, dennoch wird "Reisenden in Istanbul, Ankara und anderen Großstädten der Türkei zu erhöhter Vorsicht geraten." Auch bei Fahrten über Land wird zu "besonderer Vorsicht" geraten.

Weiter heißt es auf der Seite mit den aktuellen Hinweisen: "Menschenansammlungen, auch auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen sowie der Aufenthalt nahe Regierungs- und Militäreinrichtungen sollten gemieden werden. Zudem sollte die Nutzung von Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennah- und Fernverkehrs auf das erforderliche Maß eingeschränkt werden."

Vor einem Badeurlaub an den türkischen Mittelmeerküsten warnt die Berliner Behörde explizit nicht. Dennoch heißt es nicht gerade optimistisch: "Landesweit ist weiter mit politischen Spannungen sowie gewaltsamen Auseinandersetzungen und terroristischen Anschlägen zu rechnen."

Reedereien meiden die Türkei

Bei den  Reiseveranstaltern in Deutschland gehen die Türkei-Buchungen seit dem Anschlag am 12. Januar ins Minus. Teilweise lagen die Buchungen 50 Prozent unter Vorjahr, wie das Fachblatt fvw berichtet.

Auch Kreuzfahrtreedereien haben längst reagiert und laufen auch weitere Häfen neben Istanbul nicht mehr an. So hat Aida Cruises alle Kreuzfahrten im östlichen Mittelmeer abgesagt und die "Aida Stella", die ab Antalya fahren sollte, für die bald beginnende Sommersaison ins westliche Mittelmeer verlegt.

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