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"Ich will, dass die Behörden intensiv ermitteln"

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil ist zugleich Aufsichtsrat bei Volkswagen. Im Interview mit dem stern spricht der SPD-Politiker über seine Rolle als Aufseher und neue Ziele für den Wolfsburger Konzern.

Stephan Weil und Matthias Müller

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (l.) und Volkswagen-Chef Matthias Müller bei der Präsentation bei der Präsentation eines elektrischen VW-Golf-Polizeiwagen

Der niedersächsische Ministerpräsident und Volkswagen-Aufsichtsrat Stephan Weil fordert umfangreiche Ermittlungen im VW-Abgasskandal. "Ich will, dass die Behörden intensiv ermitteln und alle rechtstaatlichen Konsequenzen ziehen", sagt Weil in einem Interview mit dem stern. VW werde behandelt, wie jedes andere Unternehmen auch. Die Gefahr einer Einflussnahme durch seine Doppelrolle als oberster Dienstherr der Justiz und Aufsichtsrat sieht Weil nicht.

Der Diesel-Skandal werde den Volkswagen-Konzern noch "einige Jahre" beschäftigen: "Es wäre eine Illusion zu glauben, die Geschichte wäre in ein paar Monaten ausgestanden", so Weil. Man könne bisher nicht mal garantieren, dass es "keine weiteren bösen Überraschungen gibt".

Wegen des Diesel-Skandals laufen bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig Ermittlungsverfahren gegen den Konzern. Auch in anderen Ländern, in denen Dieselfahrzeuge mit Manipulationssoftware verkauft worden sind, ist die Justiz aktiv. Volkswagen drohen milliardenschwere Strafen und Schadensersatzforderungen.

Auf die Frage, ob denn die Gewinne bei Volkswagen in diesem Jahr ausfallen, sagt er: "Das sehe ich noch nicht". Das Land Niedersachsen stehe langfristig zu seiner Beteiligung: "Man darf sich in guten Zeiten mitfreuen, sich dann aber in schlechten Zeiten nicht vom Acker machen."

Neue E-Autos sind die Zukunft von VW

Die Zukunft von Volkswagen sieht Weil in einem Konzernumbau und neuen E-Autos. Schon jetzt tue der Konzern da richtig viel. Allerdings werde die E-Mobilität zu wenig unterstützt: "Fast überall auf der Welt wird sie staatlich gefördert. Und ausgerechnet das Automobil-Land Nummer eins meint, darauf verzichten zu können. Ich halte das für fatal."

Es bestehe die Gefahr, technologisch abgehängt zu werden. "Wir brauchen Kaufanreize." Die Mehrkosten müssten ausgeglichen werden. "Schon wenn Kunden die Hälfte der zusätzlich eingenommenen Mehrwertsteuer beim Kauf eines Elektroautos zurück bekämen, würde das für einen Schub sorgen."



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