Wehe, wenn du arbeitest

Kaum zu glauben: Wenn Hartz-IV-Kinder in den Ferien jobben, dürfen sie nur einen Teil des Lohnes behalten. Ein Mädchen will sich mit dieser Regelung nicht abfinden. Von Massimo Bognanni

Hartz-IV, Kinder, Musik, Ferienjob, Job

Lisa darf vom selbstverdienten Geld keinen Bass kaufen

Laura* hat einen Traum. Sie wünscht sich ein eigenes Instrument. Sie möchte Musik machen, so wie ihr Vater, der die Familie vor sechs Jahren verlassen hat. Ein richtiger E-Bass soll es ein. Metallicblau lackiert, mit Verstärker und Stimmgerät.

Damit ihr Traum wahr wird, sucht sich die 15-jährige Schülerin aus dem hessischen Oberursel einen Job. In den Sommerferien arbeitet sie in einem Verlag für Unterrichtsmaterialien. Sie packt Kartons, sortiert Kopiervorlagen, gleicht Daten im Computersystem ab. Für sechs Euro die Stunde. Der Chef ist zufrieden, in den Herbstferien darf sie wiederkommen. Sie verdient ihr erstes eigenes Geld. Insgesamt 617,88 Euro. Für 350 Euro kauft sie sich den E-Bass. Laura zahlt in bar. Es ist einer der stolzesten Momente in ihrem Leben.

Eigentlich könnte diese Geschichte hier zu Ende sein. Doch Laura ist ein Hartz-IV-Kind. Ihre Mutter bekommt Arbeitslosengeld II. Und deswegen wird Lauras Traum zum Albtraum.

100 Euro für Hartz-IV-Kinder

Kinder dürfen in Deutschland bis zu 7664 Euro im Jahr verdienen, ohne dass ihren Eltern der Kinderfreibetrag gestrichen wird. Hartz-IV-Kinder dagegen dürfen nur 100 Euro im Monat behalten. Von jedem Euro, den sie mehr haben, werden 80 Cent abgezogen. Die Regel zielt auf Auszubildende, die noch zu Hause wohnen, aber sie trifft auch jobbende Schüler.

Laura wusste davon nichts, als sie im vergangenen Jahr arbeiten ging. Im Januar hat sie es dann erfahren. Als sie von der Schule kam, lag der Brief vom Landratsamt auf dem Esstisch. "Bewilligungsbescheid" stand da. Doch Lauras Mutter bekam nichts bewilligt. Im Gegenteil: Sie sollte 334,30 Euro zurückzahlen. Das Geld, das sich die Tochter in den Ferien erarbeitet hat. 334,30 Euro - für die Mutter ist das ein kleines Vermögen, für Laura ihr E-Bass.

Lauras Mutter erhält jeden Monat 520 Euro Arbeitslosengeld II, weil ihr Teilzeitjob als Konfektioniererin nicht ausreicht, um Laura und ihre 14 Jahre alte Schwester zu versorgen. "Aufstocker" heißt das im Behördendeutsch. Wenn das Einkommen steigt, sinkt die staatliche Unterstützung - das ist die Logik. Und dabei zählt auch der Verdienst der Kinder. So steht es in der Arbeitslosengeld-II-Verordnung. Eltern, die die Einnahmen ihrer Sprösslinge verschweigen, machen sich strafbar.

Leistung lohnt sich nicht

Knapp 500.000 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren wachsen in Hartz-IV-Haushalten auf. Politiker sprechen gern davon, dass hier "Hartz-IV-Karrieren" drohen, wenn den Kindern in der Familie die Vorbilder fehlen, die arbeiten gehen und nicht nur von der Stütze leben. Eigentlich müsste die Eigeninitiative der Jugendlichen nach dieser Logik gefördert werden. Doch wenn sie sich einen Job suchen und mehr als 100 Euro verdienen, dann erfahren sie: Leistung lohnt sich nicht.

Laura hat als Hartz-IV-Kind viele traurige Momente erlebt. Urlaub kennt sie seit Jahren nicht. Wann sie das letzte Mal in einem Auto mitgefahren ist, weiß sie nicht mehr. Doch bisher hat sie die Hoffnung gehabt: Mit Fleiß kannst du dich hocharbeiten. Der Bescheid des Landratsamts hat diesen Glauben erschüttert. "Meinen Mitschülern geht es eh schon besser, und die dürfen ihre ganzen Verdienste behalten", sagt sie, "wenn ich arbeiten gehe, schade ich auch noch meiner Familie."

Solche Frusterlebnisse wirken nach, vermutet Arbeitspsychologin Andrea Fischbach von der Universität Göttingen: "Lernpsychologisch gesehen, entspricht diese Erfahrung einer Bestrafung." Auch der Kinderschutzbund rügt die Regelung. "Kinder sollen für Ferienjobs motiviert werden, denn hier sammeln sie Selbstwertgefühl und wichtige Erfahrungen für ihr späteres Berufsleben", sagt Geschäftsführerin Paula Honkanen-Schoberth. "Leider werden Hartz-IVKinder hier benachteiligt."

Laura sitzt auf ihrem Bett, hinter ihr hängt ein düsteres Poster der finnischen Metal-Band Nightwish. Um die Rückzahlung aufbringen zu können, müsste sie eigentlich ihren Bass wieder abgeben. Sie hält das Instrument wie eine kostbare Vase in den Händen und zupft die Saiten. Das Spielen hat sie sich selbst beigebracht. Sie hat Talent. Und sie ist wütend: "Ich liebe die Musik und will selber welche machen. Ist das zu viel verlangt?" Ihre Mutter kann den Kummer nicht ertragen. Sie zahlt die Summe in Monatsraten von 50 Euro zurück. Sieben Monate verzichtet sie dafür auf neue Schuhe oder den Friseur.

Brief an Arbeitsminister Olaf Scholz

Eigentlich könnte diese Geschichte jetzt zu Ende sein. Doch Laura will etwas ändern. Sie schreibt einen Brief an Arbeitsminister Olaf Scholz, der für die Hartz-Gesetze zuständig ist. In ihrem Brief fragt sie den SPD-Politiker: "Warum darf ich mein hart erarbeitetes Geld nicht behalten? Bin ich weniger wert als alle anderen Schüler?" Die Schülerin bittet den Minister, etwas zu ändern: "Mein größter Wunsch wäre Gerechtigkeit und auch ein klein wenig Luxus, auch wenn es sich nur um meinen E-Bass handelt!"

Der stern übermittelt das Schreiben an den Minister. Drei Monate später bekommt Laura Antwort aus Berlin. Lange habe er über Lauras Brief nachgedacht, er könne sie gut verstehen, schreibt Olaf Scholz. "Du bist Schülerin. Und wenn du dann freiwillig etwas arbeitest, ist es bitter, wenn du das Geld nicht vollständig behalten kannst." Lange habe er deshalb mit seinen Fachleuten im Ministerium hin und her geprüft. "Aber wir haben keine bessere Lösung für Dich in den Gesetzen herausgefunden." Scholz verspricht Laura, sich für einen erhöhten Kinderzuschlag einzusetzen. Das ist eine Art Zusatz- Kindergeld für Geringverdiener. Lauras Mutter müsste dann nicht mehr Hartz IV beziehen, und Laura könnte so viel verdienen wie ihre Mitschüler.

Tatsächlich steht das mit dem Kinderzuschlag im Wahlprogramm der SPD. In dem der Union, der Grünen und der Linken steht es auch. Wenn sich die Parteien so einig sind - warum können sie das Gesetz dann nicht gleich ändern? Laura kann das nicht verstehen.

Laura hat noch einen Traum. Sie wünscht sich einen Motorroller. Am 13. Juli beginnen ihre Sommerferien. Eigentlich wollte sie sich mit Jobs in den kommenden Ferien das Geld für ein eigenes Gefährt zusammensparen. Doch jetzt gibt sie auf. Jetzt glaubt sie, dass sie es niemals schaffen kann.

* Name geändert

Übernommen aus ... Stern Ausgabe 29/2009

 
 
KOMMENTARE (10 von 90)
 
Administrator (22.07.2009, 10:39 Uhr)
@Watschdog39
Lieber Watschdog39,
wir würden uns gern bzgl. des Rollers mit Ihnen in Verbindung setzen, haben aber per Mail noch keine Antwort von Ihnen erhalten. Bitte melden Sie sich unter admin@stern.de, so dass wir einen Kontakt zur Redaktion herstellen können.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
sorglos71 (22.07.2009, 09:28 Uhr)
Hier bin ich
Hallo,
ich bin die Mutter aus dem Sternartikel und muss mich auch mal zu Wort melden.
Zuerst einmal möchte ich mich bei allen bedanken, die mich solidarisch und moralisch mit ihrem Zuspruch unterstützen. Auch die weniger netten Worte kann ich verkraften, das bin ich gewohnt, denn wer Hartz4 bekommt gibt viele Rechte ab. (Oder müssen Sie regelmäßig ihre Kontoauszüge vorzeigen, Zeugnisse (der Kinder) vorlegen, sich in die Wohnung schauen lassen und und und…?)
Für einige, die anscheinend nicht lesen können, möchte ich es noch mal wiederholen: Ich bin berufstätig! Ich habe eine ¾ Stelle (kein 400 Euro-Job).War es schon immer und möchte es auch bleiben. Leider reicht das Verdiente nicht aus um einen 3 Personen Haushalt zu finanzieren. Ich bin alleinerziehend und habe neben meinen Kindern noch einen Haushalt zu führen, muss auf Elternabende, habe Arzttermine und Behördenpost und was eben so anfällt alleine zu Verantworten.
Ich würde gerne mehr verdienen, kann aber erst in frühestens zwei Jahren voll arbeiten, denn ich möchte mich gerne auch ein bisschen um die Erziehung meiner Kinder kümmern können, das geht Vollzeit gar nicht! (Schließlich soll ja was werden, aus den lieben Kleinen).
Die Schulen sind eine Katastrophe und finanzielle Bildungsfreiheit gibt es bei uns nicht!
Wir müssen auf vieles verzichten (von A wie Ausflüge bis Z wie Zahnspangen), es macht uns nichts aus, aber es schwer für mich, meinen Kindern selbst Kleinigkeiten immer wieder verwehren zu müssen. Ich versuche sie zu starken Persönlichkeiten mit Herz und Verstand zu erziehen. Das ist in dieser Gesellschaft nicht leicht. Wir leben im „reichen“ Hochtaunuskreis, wo jeder alles hat und da fällt Verzicht besonders auf. Sie können nichts für ihre Situation und ich bin oft traurig darüber, ihnen nicht ein „normales“ Leben bieten zu können. Ich wünsche niemanden diese Situation!
Gewisse Bankmanager bekommen Riesensummen in den A…. (ich will mich gar nicht aufregen, Politik macht mich krank…....(Herr Scholz komplette Antwort übrigens auch) ))
Meine Tochter wollte sich mit dem Ferienjob einen „Luxus“ finanzieren, den ich ihr niemals hätte bieten können! Sie hat sich einen Ferienjob gesucht, war mächtig Stolz auf ihr erstes verdientes Geld und hätte sicherlich auch etwas davon zu Hause abgegeben, aber das wollte ich nicht. Dann kam der Bescheid vom Amt, der Bass war gekauft, die Träume erfüllt und der Frust groß!
Wie lange es gedauert hat, mein Kind davon zu überzeugen, dass es nicht umsonst gearbeitet hat, es seinen Bass behalten darf, nicht auf das Taschengeld für die nächsten Jahre zu verzichten (das war ihr Vorschlag), sondern ihren Stolz zu behalten, möchte ich hier gar nicht beschreiben. Ich habe die Kosten übernommen, zahle Raten ans Amt ab.
Unfair und ihr schwer zu erklären finde ich, dass alle Schulkameraden ihr Geld behalten dürfen (soweit sie überhaupt einen Ferienjob gemacht haben), obwohl Laura schon so vieles nicht hat, was ihre Schulfreunde haben, deren Eltern genügend verdienen.
Gleiches Recht für alle Kinder, das ist meine Meinung! Kinder leiden sowieso schon darunter, finanziell nicht mithalten zu können.
Was mir noch am Herzen liegt ist: Es stimmt nicht, dass das Amt die Mieten bezahlt.(Ich zahle meine Miete selber!) Es gibt einen Satz, der festlegt, wie hoch die Miete sein darf und wie groß die Wohnung. Solche mietgünstigen Wohnungen gibt es aber nicht! Den Mehrbetrag zahlen sie von ihren Hartz4 Geld selber drauf!! Finden sie eine 3-Zimmer Wohnung im Hochtaunuskreis, die 581 Euro warm kostet, ich nehme sie! Selbst die Sozialwohnungen, die einem Angeboten werden, übersteigen den Bedarf….
Mich nervt dieser „Futterneid“, der in Deutschland vorherrscht ungemein. Da gönnt der Eine dem Anderen nicht die Butter auf dem Brot?! „Ich gehe arbeiten und bekomme keinen Zuschuss für ne Klassenfahrt“, ist nur ein Satz, den man alltäglich hört. Ich kann auch keinen Bass für mein Kind bezahlen und finanziere mit meiner Arbeit den von deinem Kind. Ich könnte kotzen! Wenn ich traurigerweise nicht mal 120 Euro für ne Klassenfahrt aufbringen kann, weil es eben an allen Ecken und Kanten fehlt, muss ich mir dann so was noch anhören? Es geht mir nicht gut dabei! Aber da kann mein Kind doch nichts für, sondern die Politik!!! Ich wünsche niemandem mit sowenig Geld auskommen zu müssen und bin dankbar für die staatliche Unterstützung, aber für was für einen Preis…den hauptsächlich meine Kinder zahlen müssen?! Es ist sehr hart!
Leute, seid froh, wenn Ihr ne Arbeit habt!! Es wird zur Zeit der Wirtschaftskrise immer mehr unverschuldet arbeitslose geben und ich habe Angst um die Zukunft meiner Kinder!! Es werden dringend Arbeitspläte benötigt!! Und so, wie wir unsere Kinder fördern und ausbilden, sehe ich echt schwarz.
Wir wollten mit dem Sternartikel einfach nur mal vor der Wahl darauf aufmerksam machen, wie es so um unsere Gesellschaft bestellt ist. Das haben wir erreicht!
Und übrigens hat die „Boulevardpresse“ bei mir angeklopft, aber das, finde ich, ich kein Thema um mich und meine Kinder zu verheizen, sondern eine ernste Sache….!
PS: Laura wird auch in diesen Sommerferien arbeiten, diesmal für den „Luxus“ Zahnspange
Armes Deutschland
Aquarius_Jedermann (22.07.2009, 00:22 Uhr)
Erst das Gesetz lesen.
Der Autor des Artikels Massimo Bognanni hätte einfach vorher das Gesetz in seiner aktuellen Fassung durchlesen sollen (arbeitsagentur.de), dann wäre ihm vieles klarer gewesen und er hätte begriffen, dass Hartz IV die in Gesetz gegossene Niedertracht und Bosheit ist. Wer einmal in Hartz IV angelangt ist, soll sein Leben lang dort bleiben. Das ist die Drohung an alle abhängig Beschäftigten, damit sie sich zukünftig ehrerbietig und untertänig gegenüber Behörden und Unternehmern verhalten. Das ist die eigentliche Botschaft von Hartz IV.
Grummelchenschladen (21.07.2009, 23:27 Uhr)
BMFSFJ
Warum wurde nur dem Bundesarbeitsministerium geschrieben.Meiner meinung nach gehört auch des Bundesministerium für Familie Senioren Fauen und Jugend dazu.Dann könnte sich Zensursula wieder mal vor der Presse zeigen
Grummelchenschladen (21.07.2009, 23:07 Uhr)
Unverschämtheit
So ein vorgehen finde ich im höchsten Maße moralisch für sehr verwerflich.Aber es ist ja leider so von der Regierung unter Herrn Schröder so verabschiedet worden.Allerding kann ich nicht verstehen warum Kinder von ALG " Empfängern benachteiligt werden.Ich bin der uffassung das für alle Kinder in Deutschland der gleiche Freibetrag gelten müsse.Ich zitiere aus dem 3 Artikel des Grundgesetzes:"
Artikel 3
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
Aber ich habe seit einiger Zeit das Gefühl das einige gleicher sind!
Die Überarbeitung der Sozialhilfe war schon richtig aber nicht in allen Punkten gut bedacht.Es ist erwiesen das die meisten Kinder aus der Schicht der ALG 2 Empfänger kommen.Mal davon abgesehen wieviele Kinder von ALG 2 Empfängern können das Abitur machen oder gar Studieren?Sollange sich in der Unterscheidung von Kindern in den Einzelnen Schichten nichts ändertsind die Kinder die dummen.Aber unsere Frau von der Leyen sich nur profilieren will wird sich nichts ändern.Sie verdient ja gut
Wir sind kein Kinderfreundliches Land sondern ein Kinderfeindliches.
Louyi (21.07.2009, 17:17 Uhr)
Es trifft immer wieder die Falschen.. und manche freuts
@ Vegenfranz und Co.
war die Debatte nicht so ähnlich wegen der Abwrackprämie für H4 Betroffene?! (siehe hier im Stern!)
Das Fernsehen sollte dringend statt dauernd neue Formate wie Frauentausch –„Realityshows“ über Boris Becker und seine Hochzeit-Besenkammer- Kinder, Verona Pooth`s Spielchen- Heidi Klum, Sarah Connor und Co. -unzählige Hausbau –und Designer Inventar-Umbau- und Schenk-aktionen von kaum mehr erträglichen banalen Evi van de Maiglöckje,Tine Wittler und Co, die Dschungelcamp Promis Kategorie C –Julia Siegel´s -die gleichen Nichtstuer und VIPs –von Beruf Tochter oder Sohn, allen Wohlgeererbten Menschen in unserer Gesellschaft, den Supergut- Verdienenden, zu 100% nie Arbeitsloswerdenden, immer bei der richtigen Firma arbeitenden, den Lobbyisten, der Politiker und Lifestylkaste endlich mal die Möglichkeit geboten bekommen –einen realen Dauertest- mind. 6 Monate voll unter H4 Bedingungen mit allen Schickanen und Entbehrungen (die bisherige verdiente Kohle ist ja noch voll im Hintergrund parat –statt verbraucht - oder schon auf Dauer abgezogen) >life< im Fernsehen vorzuführen! Und diese hier auf dem Stern Blog mit der großen Schnautze auch –die meinen H4 Kinder/Schüler (darf man das überhaupt zulassen?!)ebenfalls. Verdienen in Dumping- Deutschland Kinder so viel in einem Ferienjob /Fernsehheftchen, beim Lidl, Kaufland, Penny und Co Werbeheftchen austragen, dass man da noch von Zuschüssen/Vorteilen von H4 Eltern reden kann ? Lach. Also wie wäre es als Fernsehformat: Quasi - Lifestil –gegen Aschenputtel ? (ohne Auto, 50 Jahre, kein Job 100 Bewerbungen oder Minijob bei Lidl&co. –Kinder tragen die Blättchen von den Ausbeutern und Gewinnern der Finanzkrise aus. Helfen evtl. 1x bei deren Inventur wieviel Milliarden wieder nach Planzahlen verdient wurden. Und dann beim Jobcenter vortanzen und die sauer verdienten 200 Euro abgeben ? -Toll.Da erstickt diverse Eigeninitiative und Motivation im Sande, bzw. auf dem Sofa! Während die großen Konzerne - bzw. grundsätzlich nicht wenige Arbeitgeber genau von den Zusatzleistungen /Transfers durch Niedriglöhne, der Sprirale nach unten noch profitieren. Z.B. siehe einige unglaublichen Begründungen! Wäre im gleichen Kontext wichtig diese Links mal auch zu lesen !
http://www.welt.de/wirtschaft/article3425870/Der-KiK-Chef-sagt-warum-weniger-Lohn-besser-ist.html
http://www.bildungsspiegel.de/aktuelles/iaq-einmal-niedriglohn-immer-niedriglohn-geringe-chancen-fuer-aufstieg-in-besseren-job.html?Itemid=262
http://www.wdr.de/tv/diestory/sendungsbeitraege/2009/0608/index.jsp
Ihr alle - und die oben erwähnten dekadenten Vip´s aler Genres solltet Euch schämen evt. 100.000 Kindern nebst den mikrigen H4 Leistungen / ein selbst verdientes kleines Taschengeld in Abrede stellen zu wollen. Die evtl. Rückzahlung einzufordern. Ihr spinnt doch. Wer da ungerechtfertigen Mißbrauch an irgendwelchen Gesetzes Schlupflöchern staatl.Vorteile/bis zu Subventionen betreibt sind ganz andere – u.u.. Ihr sogar selbst. Das war ihr hier zum Teil faselt, hat mit Gerechtigkeit, geschweige denn mit Solidarität nichts mehr zu tun.
Die wirkliche Problematik ist irgendwo ganz anders. Wenn vor den tatsächlich vorhandenen Profiteuren die Augen verschließt ist nicht mehr zu helfen.Deutschland ist nicht mehr weit vom Bananenstaat entfernt. Und ihr seid leider der blinde Teil davon.
sternenhagel (21.07.2009, 05:18 Uhr)
Nur die dümmsten Kälber
"Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber."Aber scheinbar gibt es doch viele davon, wie die Wahlergebnisse traurigerweise belegen. Die glauben doch echt noch an das Märchen von der Sozialpartnerschaft (die Nazis nannten es Volksgemeinschaft) und daß wir alle in einem Boot sitzen. Während die Arbeiter jedoch einen Arschtritt (Hartz IV) bekommen wenn sie arbeitslos sind, bekommen die Manager einen goldenen Handshake, den wiederum die Erwerbstätigen erwirtschaften. Das System, das Verluste verstaatlicht und Profite privatisiert funktioniert vorzüglich. Nicht zuletzt dank der U-Boote in der Arbeiterklasse, der Traditionspartei des Verrats (SPD) und der sozialpartnerschaftlichen Gewerkschaftsbürokratie (siehe deren Vertreter
von IG Metall und Verdi bei der Ausheckung von Hartz IV) Was wir brauchen ist eine Vertretung unserer Klasseninteressen gegen das Kapital-wir zahlen nicht für eure Krise. Die Herrschaft des Kapitals beruht doch auf unserer Spaltung, darauf, daß wir uns ständig gegeneinander ausspielen lassen. Nur unsere Einigkeit und der gemeinsame Kampf gegen das Kapital kann uns Gutes bringen und erneute Barbarei verhindern.
Skillet4 (21.07.2009, 01:14 Uhr)
P.S: (@cologne237)
[copy&paste à la …]
*Mitglieder der Hartz Kommission waren:
Dr. Peter Hartz, ehemaliges Mitglied des Vorstandes der Volkswagen AG
Norbert Bensel, Mitglied des Vorstandes der DaimlerChrysler Services AG und der Deutschen Bahn AG
Dr. Jobst Fiedler, Roland Berger Strategy Consultants
Peter Gasse, Bezirksleiter der IG Metall Nordrhein-Westfalen
Dr. Peter Kraljic, Direktor der McKinsey & Company Düsseldorf
Klaus Luft, Geschäftsführer der Market Access for Technology Services GmbH
Wilhelm Schickler, Präsident des Landesarbeitsamtes Hessen
Prof. Dr. Günther Schmid, Wissenschaftszentrum für Sozialforschung
Wolfgang Tiefensee, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig
Eggert Voscherau, Mitglied des Vorstandes der BASF AG
Heinz Fischer, Abteilungsleiter Personal Deutsche Bank AG
Prof. Dr. Werner Jann, Universität Potsdam
Harald Schartau, Minister für Arbeit und Soziales, Qualifikation und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen
Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks
Isolde Kunkel-Weber, Mitglied des ver.di-Bundesvorstandes *
D i e
haben es auf den Weg gebracht - inwiefern waren diese Leute gewählte Volksvertreter?
Oder meinen Sie die Vollstrecker?
Skillet4 (21.07.2009, 00:47 Uhr)
Nun ja (@cologne237)
Der Begriff „Herrenmensch“ ist allerdings geschichtlich vorbelastet – fassen Sie es als aphoristisch auf. Der andere Begriff ist, wenn auch wenig „diplomatisch“ vielleicht, durchaus üblich, und ich meine genau das. Inwiefern ich hier jemandem einen, wie Sie es nennen, „Bärendienst“ erweise, erschließt sich mir bisher nicht.
Trotzdem: danke fürs Feedback.
cologne237 (21.07.2009, 00:12 Uhr)
@Skillet4
Gehts noch?
Herrenmenschen...Stimmvieh..
Mit Ihrer Wortwahl erweisen Sie denen, für deren Belange Sie sich einsetzen wollen, einen Bärendienst.
Hartz 4 ist von gewählten Volksvertretern auf den Weg gebracht worden. Diese als Herrenmenschen und deren Wähler als Stimmvieh zu bezeichnen,ist eine absolute Unverschämtheit. Ihren Eintrag sollte man löschen.

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