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AUTO: 12 Zylinder für einen Weltrekord

So etwas nennt man gutes Timing: Kaum waren auf der Tokyo Motorshow zwei Studien des W12-Sportwagens enthüllt, konnte VW auch schon den passenden Rekord zur Rennflunder liefer.

So etwas nennt man gutes Timing. Kaum waren auf der Tokyo Motorshow zwei Studien des sagenumwobenen W12-Sportwagens enthüllt, konnte VW auch schon den passenden Rekord zur Rennflunder liefern: Ein W12-Prototyp hat am 14. Oktober den Geschwindigkeitsrekord über die Zeitdistanz von 24 Stunden eingestellt. Auf der Rennstrecke im italienischen Nardo legte das 600-PS-Coupé in 24 Stunden eine Strecke von 7 085,7 Kilometern zurück. Das entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 295,24 Stundenkilometern - Immerhin 11 km/h schneller als die Chevrolet LTS Corvette, die bisher den alten Rekord inne hatte.

Rekorde in der Großpackung

Dem Versuch mit dem »Ziel, das Leistungspotential und die Standfestigkeit des neuen Zwölfzylindermotors zu analysieren«, wie es VW in der dazugehörenden Pressemitteilung ausdrückte, fielen auch gleich noch ein ganzes Bündel weiterer Rekorde zum Opfer. Eine Stunde mit durchschnittlich 310,99 km/h - der W12 verwies damit den Ferrari 550 Maranello auf die Plätze, oder 500 Meilen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 308,81 Stundenkilometern - insgesamt knackte das W12-Team drei Weltrekorde und sechs klassenbezogene Geschwindigkeitsrekorde.

Triebwerk mit Zukunft

Publicity ganz nach dem Geschmack des ehemaligen VW-Chefs Ferdinand Piech, der das Projekt W12 zu Amtszeiten ehrgeizig vorangetrieben hatte. Inzwischen hat der VW-Konzern nicht nur einen gewaltigen Zwölfzylinder, der neue VW-Chef Pieschetsrieder hat auch die entsprechenden Autos, in die die beiden zusammengewachsenen Sechszylinder eingebaut werden können. Erster Nutznießer des w-förmigen Sechsliter-Treibwerks wird die Edel-Limousine D1 sein. Dort muss der »Große« allerdings nur 420 PS leisten. Hinzu kommt noch der neue Edel-Geländewagen, den VW zusammen mit Porsche entwickelt. Auch er wird unter der Haube genug Platz für den kompakten Zwölfzylinder haben. Die 600 PS-Leistung sollen aber vorerst dem W12 Coupé vorbehalten bleiben.

Bereit für die Serie?

Das Rekordauto ist natürlich auch in Tokyo geparkt. Ganz in schlichtem Schwarz, direkt neben seinem orange-lackierten Bruder. Der sieht zwar wesentlich appetitlicher aus, hat dafür aber auch noch nicht so viel geleistet. Könnte er aber, wenn er müsste. »Alle Details der Prototypen sind seriennah...«, verspricht VW. Ob irgend jemand allerdings ein Serienfahrzeug brauchen kann, das in 3,5 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigen kann, und an dessen Pneus insgesamt 620 Newtonmeter zerren, wird sich zeigen. Erst recht, wenn der Preis jenseits der 200 000 Mark liegen wird.

Die Weltrekorde:

* 24 Stunden, Durchschnittsgeschwindigkeit 295,24 km/h

Weltrekord über alle Klassen

* 5.000 Kilometer, Durchschnittsgeschwindigkeit 295,44 km/h

Weltrekord über alle Klassen

* 5.000 Meilen, Durchschnittsgeschwindigkeit 291,87 km/h

Weltrekord über alle Klassen

Von Jochen Knecht

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.