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AUTO: Jeder fünfte Autodiebstahl fingiert?

Mindestens jeder fünfte, möglicherweise sogar jeder zweite Autodiebstahl in Deutschland ist nach Meinung von Experten fingiert.

Mindestens jeder fünfte, möglicherweise sogar jeder zweite Autodiebstahl in Deutschland ist nach Meinung von Experten fingiert. Wie der Vizepräsident des Bundeskriminalamts (BKA), Bernhard Falk am Donnerstag in Wiesbaden sagte, werden entsprechende Schätzungen der Versicherungsbranche vom BKA durchaus als realistisch angesehen. Vielfach würden die Autos nach dem Besitzerwechsel von organisierten Banden in die Staaten Mittel- und Osteuropas gebracht.

Wegfahrsperre zeigt Wirkung

Falk verwies darauf, dass von 1993 bis 2000 die Zahl der Autodiebstähle in Deutschland von 144.113 auf 66.927 zurück gegangen sei. An dieser Entwicklung habe die Verbreitung elektronischer Wegfahrsperren einen zentralen Anteil. Bedenklich sei aber, dass inzwischen auch eine erhebliche Zahl von elektronisch gesicherten Autos als gestohlen gemeldet werde: »Je hochwertiger das gestohlene Fahrzeug, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Sache fingiert ist.«

Der BKA-Vizechef sagte, es sei Besorgnis erregend, »dass viele Fahrzeughalter, die sich prinzipiell gesetzestreu geben, es offenbar für clever und moralisch wenig bedenklich halten, ihre Versicherung zu betrügen«. Normale Bürger würden so der organisierten Kriminalität in die Hände arbeiten. Die Aufklärungsquote bei derartigen Betrügereien liege derzeit unter zehn Prozent.

Sensibilisierte Polizisten

Dabei gebe es, nach Einschätzung Falks, gute Chancen, einen fingierten Autodiebstahl aufzuklären, wenn bereits bei der Anzeigenaufnahme von den bearbeitenden Polizeibeamten gezielt nachgefragt werde. Die Beamten auf den Polizeirevieren sollen daher in Zukunft stärker auf Indizien achten, die für einen fingierten Diebstahl sprächen.

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