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AUTO: Schrottplatz ade

In Zukunft können Autobesitzer schrottreife Wagen umweltgerecht entsorgen. Das neue Altautogesetz verpflichtet die Hersteller, alte Fahrzeuge unendgeldlich zurückzunehmen.

Die Tage von riesigen Autofriedhöfen scheinen gezählt. In naher Zukunft können Autobesitzer ihre schrottreifen Fahrzeugen anders »entsorgen«.

Das vom Bundeskabinett verabschiedete Altautogesetz bringt bahnbrechende Änderungen: Neuwagen, die ab dem 1. Juli 2002 zugelassen werden, müssen vom Hersteller und Importeur unendgeldlich zurückgenommen werden. Ab dem 1. Januar 2007 gilt diese Verpflichtung dann für alle Fahrzeuge, unabhängig davon, wie alt sie sind.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin zeigte sich nach dem Kabinettsbeschluss sehr zufrieden. »Wir haben uns auf ganzer Linie durchgesetzt«, sagte der Grünen-Politiker in Berlin.

Autoindustrie sträubte sich

Ursprünglich habe sich die Autoindustrie gegen die Rücknahme bereits zugelassener Wagen ebenso gesträubt wie gegen das Verbot bestimmter Materialien in der Produktion sowie gegen eine feste Quote, wie viel der Werkstoffe recycelt werden müssen. Zudem habe sie gewarnt, dass sie riesige Rückstellungen für die Kosten anhäufen müssten.

Staatliche Finanzspritze

Tatsächlich dürfen die Hersteller für die Zeit nach 2007 schon heute Rückstellungen bilden, die ihre Steuern mindern. Schätzungen des Umweltministeriums zufolge beträgt die Spritze aus dem Staatssäckel ab 2002 pro Jahr 500 Millionen Mark (256 Millionen Euro).

Ein Raser zerlegte bei einer sinnlosen Angeberaktion einen seltenen "La Ferrari", von denen nur rund 500 Exemplare existieren.

Dafür müssen Hersteller und Importeure ein flächendeckendes Rücknahmesystem aufbauen. Ab 2006 gilt, dass mindestens 85 Prozent des durchschnittlichen Gewichts der Autos verwertet werden müssen, mindestens 80 Prozent davon im Stoffkreislauf. Ab 2015 steigen diese Quoten auf 95 und 85 Prozent.

Hoffnung auf umweltfreundliche Produktion

Angenommen wird, dass die Hersteller immer mehr auf Werkstoffe umstellen, die später leicht zu verwerten sind. Bei Neufahrzeugen würden vermutlich die Entsorgungskosten gleich in den Verkaufspreis einbezogen, erklärte das Umweltministerium.

Damit werde es wirtschaftlich, verwertungsfreundliche Autos zu konstruieren. Verboten ist ab Juli 2003 die Verwendung der gesundheitsschädlichen Schwermetalle Cadmium, Quecksilber, Blei und sechswertiges Chrom.

Industrie wollte Halterbeteiligung

Mit dem Gesetz wird eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2000 umgesetzt, um die es zuvor lange Streit gegeben hatte. 1999 stoppte Trittin auf Anweisung von Bundeskanzler Gerhard Schröder einen Entwurf, der Autohersteller bereits ab 2003 zur Rücknahme von Autos jeden Alters verpflichtet hätte. Später einigte man sich auf 2006, schließlich wurde die Frist noch einmal zu Gunsten der Hersteller verschoben.

Der Verband der Automobilindustrie hatte das In-Kraft-Treten ab 2007 grundsätzlich begrüßt. An Trittins Umsetzung der EU-Richtlinie wurde aber mehrfach Kritik geübt.

Der Verband wollte gerne, dass sich die Halter an den Kosten der Entsorgung beteiligen müssen, wie VDA-Sprecher Eckehart Rotter in Frankfurt sagte. Nach der EU-Richtlinie wäre eine direkte Kostenbeteiligung - und nicht die indirekte über die Verkaufspreise - möglich gewesen.

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