BENZINPREISE Schnell noch tanken!

Kurz vor den Osterferien steigen die Benzinpreise um rund zwei Cent pro Liter. »Zufall«, sagen die Mineralölkonzerne.

Die Mineralölkonzerne haben unmittelbar vor Ostern die Benzinpreise um zwei Cent je Liter erhöht. Damit werde der Rückgang der Preise für Ottokraftstoff und Diesel seit der vergangenen Woche wieder ausgeglichen, erklärte eine Sprecherin von ExxonMobil in Hamburg. Die Einkaufspreise am europäischen Markt in Rotterdam seien nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau, so dass die Verdienstmargen der Unternehmen stark unter Druck geraten seien. Wie im vergangenen Frühjahr sollen auch in diesem Jahr US- amerikanische Einkäufe in Rotterdam die Preise in die Höhe treiben.

60 Preiserhöhungen pro Jahr

Normalbenzin kostet in Deutschland damit im Durchschnitt zwischen 1,04 und 1,05 Euro je Liter, Superbenzin 1,06 bis 1,07 Euro, Super Plus 1,10 bis 1,11 Euro. Für Diesel muss der Autofahrer 85 bis 86 Cent bezahlen. Diese Preise liegen geringfügig unter dem Mittwoch vergangener Woche, als die Benzinpreise zuletzt stiegen. Seitdem war durch den Wettbewerb das Preisniveau wieder etwas abgebröckelt. Die Tankstellen folgen bereits seit Jahrzehnten diesem Wettbewerbsmuster, das sich in rund 60 Preiserhöhungen pro Jahr niederschlägt.

Der deutsche Marktführer Aral wies Vermutungen der Automobilclubs ADAC und AvD vom Vortag zurück, nach denen die Preiserhöhungen mit den Ferien- und Feiertagsterminen in engem Zusammenhang stehen. »Die Tankstellenpreise folgen den Einkaufspreisen, wie in anderen Branchen auch«, sagte Aral-Sprecher Detlef Brandenburg in Bochum. So sei im vergangenen Jahr die Benzinpreise von Mai bis Dezember gesunken, also während der Sommer-, Herbst und Weihnachtsferien. »Natürlich gibt es auch Preisbewegungen während der Ferienzeiten, das ist gar nicht zu vermeiden«, sagte der Aral-Sprecher.

Gegenagriff gegen den ADAC

Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) reagierte mit einer sarkastischen Gegenattacke auf die Angriffe des ADAC. »Lieber ADAC, wir verstehen Dich«, heißt es in einer Mitteilung. Der ADAC gehöre zu den großen Reisevermittlern in Deutschland und die Preise für die ADAC-Reisen seien während der Ferien immer besonders hoch. »Wenn der arme Autofahrer schon mit dem ADAC zu Ostern teuer reisen soll, dann soll er wenigstens billig Auto fahren«, meint der Verband ironisch.


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