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Mini Recharged Verbrenner raus, Elektromotor rein – wie Mini alten Klassikern neues Leben einhaucht

Alte Minis mit neuem Motor - Mini Recharged
Sind die nicht putzig? Programme wie "Mini Recharged" sind eine tolle Möglichkeit, liebgewonnene Oldtimer fit für die Zukunft zu machen.
© Hersteller
Wenn einem im 30 Jahre alten Mini der Motor wegstarb, war das bisher ein Problem. Die Suche nach den richtigen Teilen für eine Reparatur war mitunter kompliziert. Damit ist jetzt Schluss. Mini wagt die Zukunft- und macht die Oldtimer auf Wunsch elektrisch.

Wäre der Smart erschienen, wie er ursprünglich erdacht wurde, wäre das kleine Auto von Beginn an ein Elektroauto gewesen. Das gilt wohl auch für den Mini, allerdings war 1959, als der erste Wagen vom Band lief, noch lange nicht an einen serienreifen elektrischen Antrieb zu denken. Und so erhielten die kleinen Flitzer bis ins Jahr 2000 Verbrennungsmotoren. Das ändert sich jetzt, denn der alte Original-Mini wird offiziell zum Elektroauto – wenn man es wünscht.

Mit Mini Recharged kündigt die Konzernmutter BMW ein Programm zum behutsamen Umbau alter Fahrzeuge an. Die Arbeiten erfolgen im Mini-Werk in Oxford. Schon 2018 stellte BMW einen solchen umgerüsteten Oldtimer als Unikat auf der "New York Auto Show" vor. Die Reaktionen waren wohl überwältigend .

Der Preis ist unbekannt (hoch)

Laut Herstellers waren sie so positiv, dass man sich entschied, den Umbau auch privaten Besitzern der klassischen Flitzer anzubieten. Vorab: Die Kosten sind bisher unbekannt, auf Nachfrage teilte ein Sprecher dem stern mit, dass man zur Zeit noch mit Komponenten experimentiere und daher keinen Paketpreis nennen könne.

Einige Eckdaten sind jedoch bereits öffentlich: Ein umgebauter Mini erhält einen 90-Kilowatt-Motor sowie einen Akku mit einer Kapazität für rund 160 Kilometer Reichweite. Die Ladegeschwindigkeit liegt offiziellen Angaben zufolge bei 6,6 Kilowatt. Heißt wohl: Wenn das Auto leer ist, dauert es relativ lange, bis es weitergehen kann.

Mini Recharged Cockpit
Sieht eigentlich aus, wie eh und je. Mit einem Unterschied: Die Gangschaltung ist weg und die klassisch gehaltenen Anzeigen geben Auskunft über die Batterie.
© Hersteller

Im ikonischen Innenraum tut sich ebenfalls ein bisschen was. Ein frisches, aber optisch passendes Zentralinstrument zeigt den gewählten Gang, die Antriebstemperatur sowie die restliche Reichweite an. 

Rückbau jederzeit spurlos möglich

BMW betont in der Pressemitteilung, dass man großen Wert darauf lege, den Charakter der Fahrzeuge zu erhalten und die Umbauarbeiten so auszuführen, dass eine Rückrüstung jederzeit möglich sei. Dafür plane man auch die Option, die ausgebauten Originalteile auf Wunsch einzulagern. Sämtliche Arbeiten, egal woher das Fahrzeug stammt, werden nur in Oxford ausgeführt.

Mini Recharged Ladeanschluss
Wo früher mal der Tankdeckel war, befindet sich nach dem Umbau der Typ-2-Anschluss für das Ladekabel. Die Ladeleistung liegt laut Hersteller bei bis zu 6,6 Kilowatt.
© Hersteller

Über den Preis zu spekulieren, ist schwierig. Zwar gibt es Umrüst-Kits, etwa das von Electricmini.nl für rund 20.000 Euro vor Steuern, aber die müsste man selbst einbauen. Will man es professionell machen lassen, kommen, wie bei London Electric Cars, etwa 15.000 Euro hinzu. Das "Mini Recharged"-Programm scheint aber auch den Transport nach Oxford, die Einlagerung von Originalteilen und BMW-Technik zu beinhalten, sodass hier mit einem weiteren Aufschlag zu rechnen ist.

Wann Halter eines alten Minis ihre Fahrzeuge in ihre Heimat entsenden können, steht noch nicht fest. Auch über die Dauer eines solchen Umbaus und weitere, konkrete Details gibt es zum aktuellen Zeitpunkt keine Angaben.

Quelle:BMW


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