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ERLKÖNIGE: Rollende Rauschmittel

Ihre PS-Gewalt und Rennoptik sollen betören. Der stern zeigt schon jetzt, wie die Erlkönige von Alfa, BMW und Mercedes ungetarnt aussehen.

Ihre PS-Gewalt und Rennoptik sollen betören. Der stern zeigt schon jetzt, wie die Erlkönige von Alfa, BMW und Mercedes ungetarnt aussehen.

Entwarnung für alle Design-geschockten BMW-Fans. Der neue 5er kommt nicht so krass im bayerischen Brutal-Barock daher wie sein großer Bruder mit der Sieben auf der Heckklappe. Trotzdem wird das Gepäckabteil mit der scharf betonten Oberkante auch bei der neuen Mittelklasse-Limousine den Charme eines angeflanschten Kohlenkastens nicht ganz verlieren. Für stilistische Änderungen am umstrittenen Erbe seines Vorgängers hat der neue BMW-Chef Helmut Panke keine Zeit mehr, wenn der 5er, wie geplant, im Herbst 2003 Premiere feiern soll.

Neue Lichtanlage

Ein Knüller wird dabei höchstwahrscheinlich die bahnbrechende Lichtanlage sein. Nicht nur, dass die Lampen ohne das querlaufende Blinker-Leuchtband nicht mehr so triefäugig wie im Siebener dreinschauen. Die Scheinwerfer messen ständig die Reflexion auf der Fahrbahn und regulieren danach automatisch die Leuchtkraft, bei regennassem Schwarzasphalt in engen Straßen anders als bei trockener Autobahnpiste in Wald und Flur. Das klappt sogar für jede Seite getrennt. Vorteil für den Gegenverkehr: Endlich knallen einem die grellen Lichtblitze aus den Xenon-Kanonen nicht mehr so heftig in die Augen.

Sensoren in der Zylinderkopfdichtung

Dagegen wirkt ein anderes Technik-Schmankerl weitaus unspektakulärer, die neuartige Info-Mechanik, eine Kombination aus herkömmlicher Messtechnik und Mikrochips. Sie liefert dem Bordrechner wichtige Betriebsdaten schneller und präziser als bislang. Beispiel Motorhitze. Die kann derzeit nur per Umweg über die Öl- und Wassertemperatur ermittelt werden. Künftig erledigen Sensoren dicht am Brennraum, nämlich direkt in der Zylinderkopfdichtung, diesen Job.

Motoren aus dem Konzernbaukasten

Angetrieben wird der neue 5er-BMW mit den bekannten Motoren aus dem Konzern-Baukasten. Drei Sechzylinder-Benziner mit 170 bis 240 PS, zwei Achtzylinder mit 272 und 333 PS sowie drei Diesel mit 150, 170 und 200 PS. Mitgift aus dem 7er werden das automatische Sechsgang-Getriebe sowie viele Karosserie- und Achsbauteile aus Aluminium sein. Wann der Kombi nachgeschoben wird, ist derzeit noch offen. Aber er kommt auf alle Fälle.

Bayerisches Rauschmittel

Auf den Spitzentyp M5 für schätzungsweise gut 80 000 Euro werden die fahrfreudigen Weiß-Blau-Anhänger nur noch bis 2004 warten müssen. Knapp 500 PS aus einem Fünfliter-V10-Treibsatz sind dann das neue bayerische Rauschmittel für unterwegs.

Schaltwippen im Alfa

Auch die Italiener wollen es ab Frühjahr 2003 wieder mächtig krachen lassen - mit dem Alfa Sprint. Allerdings »nur« mit höchstens 250 PS aus einem 3,2-Liter-Sechszylinder. Die 150-PS-Einsteigerversion des neuen Coupés soll es sogar schon für etwa 25 000 Euro geben. Gegen Aufpreis liefert Alfa Formel-1-Glamour für die Mittelklasse, die bis dahin nochmals überarbeitete »Selespeed«-Schaltung. Mit ihr werden die Gänge vom Lenkrad aus per Wippen gewechselt, ohne dass der Fahrer ein Kupplungspedal treten muss. Genau wie in Schumis einsitzigem Dienst-Cabrio.

Mit dem neuen, bullig-runden Zweitürer ohne den üblichen Chrom-Schnickschnack im Bug geht für echte »Alfisti« allerdings eine Ära zu Ende. Der »Sprint« ist der letzte Einsatz des röchelnd-röhrenden Motors. Der klingt zwar in manchen Ohren »echt geil«, säuft aber zu viel und schafft die kommenden Abgasgrenzwerte nicht mehr. Finito l¿amore.

Erster Facelift im SL

Liebhaber des Mercedes SL plagen andere Sorgen, denn die Stuttgarter kommen mit dem Objekt der Begierde nicht nach. Wer den 95 000 Euro teuren Roadster jetzt bestellt, schafft vereinzelt erst die Zuteilungslotterie für Frühherbst 2004. Dann wird wohl auch die erste Überarbeitung - neu-schwäbisch: Facelift - fertig sein. Die soll mit einer lang gezogenen und überhöhten Nase an den hauseigenen Formel-1-Renner erinnern - der bis dahin noch reichlich Gelegenheit hat, sein Hinterherfahrer-Image abzustreifen.

Peter Weyer

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.