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34. Oldtimer-Grand Prix: Rasende Männer in tollkühnen Kisten

Einmal im Jahr ist es soweit: Autolegenden wie ein knallroter Ferrari 250 TR, die Shelby Cobra oder ein Aston Martin DB 3 donnern im Renntempo über den Nürburgring. Der Oldtimer-Grand-Prix lockt Fans und Fahrer.

Die ebenso betagten wie flotten Rennwagen sind an diesen drei Tagen in der Eifel nur zu bestaunen wie in einem Museum. Ihre Piloten kommen zum Nürburgring, um mit ihnen zu gewinnen. In über 20 Rennen treten die unzähligen Porsche 911 RS, die Bugatti T51 und die alte Formel-1-Boliden gegeneinander an.

Das Publikum zog es bei der 34. Auflage des AvD Oldtimer-Grand-Prix wieder in Strömen zum Ring. Nicht die einzigen Ströme: Auch das Eifelwetter war kalt und nass. Der Stimmung an der Strecke tat das allerdinga keinen Abbruch - Regen gehört hier eigentlich dazu. Und wann bekommt man solche Renner sonst schon mal zu Gesicht und Ohr?

Viel PS, kaum Gewicht

Die Fahrer kennen ihre historischen Renner aus dem Effeff, haben mit ihnen schon tausende von Kilometern abgespult und jede Schraube mehrfach umgedreht. Die echten Experten reisen sogar mit eigenem Team an. Bei den Renn-Höhepunkten wie dem SuperSports Cup oder dem Grand-Prix-Masters treffen sie auf harte Konkurrenz. Da tut professionelle Vorbereitung Not.

Rennwagen wie der McLaren M8F von Peter Hoffmann oder der March 707 von Mike Wrigley treten in der heißen Can-Am-Serie gegeneinander an. 800 kg werden von mehr als 800 PS über den Grand-Prix-Kurs katapultiert. Bei ohrenbetäubendem Lärm kommen Erinnerungen an die heißen Rennjahre von 1966 bis 1971 hoch.

Die Zahl der Autoklassen in den einzelnen Rennen ist schier unüberschaubar - wohl das einzige Manko an dem Drei-Tages-Event. Bei Unterscheidungen wie Motor vorn, Motor hinten oder einer Einstufung in Felgengrößen müssen selbst ausgemachte Experten zweimal hinschauen, wer da unterm Strich nun wo gewonnen hat.

Duelle auf der einzig wahren Rennstrecke

Anders sieht es beim historischen AvD-Marathon 400 aus. Im Gegensatz zu den Rennen am Wochenende auf dem kürzeren Grand Prix-Kurs geht es am Freitagnachmittag mit Vollgas über die ganze lange, kurvige Nordschleife. Mercedes 300SE, Porsche 911 RSR oder Aston Martin DB3 kämpfen im historischen Langstreckenpokal um dem Sieg. Die Piloten schenken den betagten Rennversionen beim Duell Mann gegen Mann nichts. Im Karussell oder im Pflanzgarten wird gekämpft bis auf des Messers Schneide. Keine Rücksicht auf Verluste, keine Rücksicht auf die Werte, die hier bewegt werden. Am Ende siegte heuer ein Jaguar E-Type - nicht zum ersten Mal.

Bei den Rennen auf dem Grand-Prix-Kurs geht es auf den ersten Blick etwas weniger risikofreudig zu. Doch wer genauer hinsieht, kann beim Grand-Prix-Masters der alten Formel-Boliden oder der FIA Formel-Junior sehr wohl den Sportsgeist entdecken, der dem Nürburgring über Jahrzehnte seinen legendären Ruf eingebracht hat.

Auf Tuchfühlung mit Karossen und Piloten

Das Publikum jedenfalls kommt immer auf seine Kosten - nicht nur im Rennen, sondern besonders auch im Fahrerlager. Absperrungen, genervte Teamchefs und angespannte Mechaniker sieht man hier nur selten. Der Kontakt zu den Fans ist das A und O. Schnell geht ein lockeres Geplauder in eine tiefgründige Fachsimpelei über. Und nach ein paar Minuten sitzt man dann selbst in einem Maserati 8CM Baujahr 1934, einem Connaught A4 von 1960 oder einem ERA R4D von 1935. Nur mal so zur Probe.

Zuhören lohnt sich immer: Viele Fahrer sind noch älter als ihre Autos und können endlos Geschichten erzählen, an welchen Rennen sie nach dem Zweiten Weltkrieg teilgenommen haben und was ihnen dabei alles passiert ist. Anglerlatein ist langweilig dagegen.

Aber gerade deshalb kommen Jahr für Jahr tausende Motorsportfans zum Oldtimer-Grand-Prix zur Nürburg. Solche Geschichten, solche Typen und solche Autos gibt es europaweit eben nur hier.

Pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.