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Cadillac XT5: Der US-Angeber - groß, gewaltig und ohne Macken

Wenn der Cadillac  Escalade zu gewaltig ist, kann man mit dem neuen Cadillac XT5 sein Ego stärken. Der zwei Tonnen schwere Amerikaner ist kein Supersportler, muss aber den Vergleich mit deutschen Premiumautos nicht scheuen.

4,82 Meter lang und...

4,82 Meter lang und...

Ok, der neue Cadillac XT5 ist nicht gerade ein Auto, das sich der Deutsche vor seine Garage stellen möchte. Zu groß ist die Gefahr, nach erfolgreichem Garagenfüllen nicht mehr aus dem 4,82 Meter langen Monster herauszukommen. Zudem wirkt er nicht gerade wie ein Weltverbesserer mit seinem auf zehn Liter normierten Wunsch-Verbrauch. Wer jedoch über eine große Garage und ein noch größeres Ego verfügt, der dürfte nur noch wenige Gründe finden, die gegen den ab 48.800 Euro teuren Amerikaner sprechen. Werden nun noch 8.000 oder gleich 18.000 Euro drauf gelegt, stehen zudem die mittlere oder die höchste, bei Cadillac Platinum genannte Ausstattungsvariante zur Verfügung. Fehlen wird einem spätestens dann nahezu nichts mehr.

Cadillac XT5: Fetter Ami
56.800 Euro kostet die mittlere Ausstattungsvariante.

56.800 Euro kostet die mittlere Ausstattungsvariante.

Kein Supersportler

Lediglich der mit 314 PS hart arbeitende 3,6 Liter großer V6-Benzinmotor könnte einem sportlich ambitionierten Ami-Schlitten-Fan etwas zu mau daherkommen. Dabei stellt er sich gar nicht allzu schlecht an, wird das Kampfgewicht des 368 Newtonmeter starken Allradlers im nächsten Satz erwähnt. Zwei Tonnen lassen sich nicht mal eben auf Tempo 100 und sogar bis 210 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Dass der Cadillac XT5 es dennoch schafft und mit 7,5 Sekunden eine ordentliche Sprintzeit auf den Asphalt brennt ist daher umso positiver zu bewerten. Ampel-Poser, die gern mit dem lockeren Gasfuß ihre Brautschau sonor untermalen wollen, werden jedoch keine Freude an ihm haben. Zu moderat und defensiv klingt er im Stadtverkehr, selbst bei hartem Pedaleinsatz.

Europäisches Fahrwerk

Das ändert sich ab Landstraßentempo. Wie auch die Lenkung wirkt die Klangkulisse direkter und aggressiver. Die Federung kommt in diesem Umfeld ebenfalls komfortabler daher, als noch in der Innenstadt. Gullideckel werden zwar auch da nicht direkt in Form von harten Stößen an die Wirbelsäule geleitet, doch scheppert es ganz schön im Fahrwerk. Den komfortablen Habitus der ersten Sitzreihe runden für Europäer nahezu unbekannte Ausmaße der ausfahrbaren Beinauflage ab. Ja, es geht immer noch um den elektrisch justierbaren Fahrersitz. Auch fast unbekannt geworden ist ein Treibstofftankvolumen jenseits von 70 Litern. Der Cadillac XT5 packt dort sogar noch 13 Liter mehr hinein. Na gut, vergleichbare Konkurrenten werden mit ihrem kleineren Tank bei gleichzeitig geringerem Verbrauch ungefähr zum selben Zeitpunkt an die Tankstelle rollen müssen, doch ist es schon beruhigend, nicht ständig die Restreichweitenanzeige im Augen haben zu müssen.

Umfangreiche Angebot an Assistenzsystemen

Damit die Augen auch in puncto Verkehrsbeobachtung nicht zu schnell müde werden, sorgen auch im Cadillac XT5 einige Assistenzsysteme für Entlastung. Hervorzuheben sind an dieser Stelle die neuen, aktiven Sicherheitsfunktionen für das Driver Assist-Paket: Automatisches Bremsen bei Vorwärtsfahrt inklusive Fußgänger- und Radfahrererkennung und automatisches Bremsen bei Rückwärtsfahrt schützt Fahrzeug und Passagiere. Dass es durch derlei Helferlein nicht gerade ruhiger an Bord zugeht, muss jedoch klar sein. Mal piepst hier was, mal leuchtet dort ein Fußgänger-Symbol im sehr einfach und vielfach konfigurierbaren Head-Up-Display auf. Die Beachtung des Straßenverkehrs wird zwar unterstützt, dafür muss ein Fahrzeugbesitzer heute erst einmal einen Kurs in "Was piept denn da jetzt schon wieder?" belegen.

Der Touchscreen ist acht Zoll groß.

Der Touchscreen ist acht Zoll groß.


Sehr viel Platz

Artgerecht belegen lässt sich natürlich auch die Rückbank. Bis zu drei Personen finden dort laut Fahrzeugschein Platz. Solange von ihnen niemand über 1,90 Meter misst und auch tatsächlich zu dritt dort hinten fahren möchte, wird er wenig zu Meckern haben. Richtig viel Platz gibt es hinter der Rückbank. 850 Liter warten hier aufs Gepäck. Sind vom Einkauf kommend beide Hände voll, hilft eine kleine Fußbewegung und die elektrische Heckklappe öffnet sich. Wird mehr Platz benötigt und niemand im Fond transportiert, ergeben sich bis zu 1.784 Liter Gepäckraum.

Gute Unterhaltung

Neben dem großzügigen Platzangebot in der ersten Reihe und für das Gepäck, überzeugt der neue Cadillac auch in puncto Infotainmentpaket. Der acht Zoll große CUE-Touchscreen mit HD-Auflösung ist reaktionsschnell und intuitiv zu bedienen. Vor allem wenn das eigene Smartphone per USB-Kabel in Kontakt mit dem Fahrzeug tritt, wird aus dem zwei Tonnen schweren Dickschiff ein Büro auf Rädern. Nicht nur die einfache Steuerung per Apple CarPlay und Android Auto, sondern auch die Tatsache, dass endlich mal so viel Strom aus dem USB-Port kommt, dass der Batteriestand des Smartphones nicht nur gehalten, sondern zügig angehoben wird, ist mehr als nur erfreulich. Der aus Opelfahrzeugen bekannte OnStar 4G W-Lan Hotspot rundet das Kommunikationszentrum in Innenraum des Cadillac ab.

Tücken der Technik

Fast schon zu viel des Guten ist der branchenweit erste Rückspiegel mit Display-Technologie. Soll heißen, der Fahrer kann sich auf Wunsch ein um 300 Prozent verbessertes Sichtfenster auf den Rückspiegel projizieren lassen. Was sich nach einer super Sache anhört, wird sensiblen Fahrern nicht ganz so gut gefallen. Das Problem: Bei einem normalen Rückspiegel müssen sich die Augen nicht auf ein nahes Objekt fixieren, sondern blicken gefühlt durch ihn hindurch. Bei einem in weniger als einem halben Meter fixierten Bildschirm ist das anders. Das Auge muss die Schärfe nachjustieren, was nach einigen, völlig automatisierten Abläufen während der Fahrt nerven und gegebenenfalls auch zu Kopfschmerzen führen kann - natürlich immer abhängig vom Fahrer. Einen Versuch ist es aber auf jeden Fall wert.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.