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China-Automobile: Kampfpreise zum Lächeln

Die Autos aus China hatten in Deutschland einen erbärmlichen Start. Jedoch waren die verheerenden Crashtests und laienhaften Plagiate nur der Anfang - nun machen die Asiaten mit Kampfpreisen ernst. Die ersten Modelle sind jetzt im Handel.

China Automobile steuert seine Geschicke seit Februar 2008 aus dem Münchner Nordwesten. In Wurfweite zum BMW-Vierzylinder hat man sich an der Dachauer Straße in einem modernen Bürohaus niedergelassen. Die ersten Modelle stehen unscheinbar vor der Tür - Invasion oder eher Infiltration? Besonders der viel diskutierte CEO und der kleinere Mittelklasse-SUV UFO fallen Passanten und vorbeifahrenden Münchnern auf.

Vor allem am Styling des CEO hatte sich Nachbar BMW aufgrund der Ähnlichkeit zum alten X5 mächtig gestoßen. Optische Ähnlichkeiten an Heck, der Dachlinie und dem Innenraum sind denn auch unübersehbar. Doch welcher X5-Kunde würde schon zwischen einem gebrauchten Nobel-X5 und einem China-CEO schwanken? Abgesehen von den paar optischen Ähnlichkeiten haben beide nicht viel miteinander zu tun - nicht zuletzt wegen unterschiedlicher Positionierung, Verarbeitung und Motorleistung.

Derzeit ist der fast zwei Tonnen schwere CEO nur mit einem müden 2,4 Liter großen Vierzylinderbenziner mit 95 kW/125 PS und 190 Nm maximalem Drehmoment zu bekommen. Doch China-Automobil-Geschäftsführer Karl Schlössl verspricht mehr: "Wir werden in den nächsten Monaten einen weiteren Benziner mit 165 PS und einen neuen Sechszylinder-Diesel mit Partikelfilter von VM anbieten. Der leistet dann 195 PS." Derzeit startet der CEO bei 25.990 Euro - günstig, aber kein Schnäppchen. Bis der Diesel kommt, soll ein Autogas-Antrieb die Käufer locken.

Doch der Fokus von China Automobile dürfte - auch nach Aussagen von Schlössl - kaum in teuren Fahrzeugsegmenten liegen. Schon gefährlicher dürfte der UFO von Jonway für Kia, Toyota, Hyundai & Co. werden.

Optisch erinnert er an den alten Toyota RAV4. Mit einer Länge von 3,85 Metern bietet der gerade einmal 15.990 Euro teure Klein-SUV einiges fürs Geld und lässt so die Idee vom alten Suzuki SJ 40 wieder aufleben. "Wir werden zeitnah ebenfalls einen Fünftürer und ein Cabriolet auf den Markt bringen", sagt Schlössl: "Zum gleichen Preis. Ähnlich wie früher die Koreaner und ganz früher die Japaner bieten wir damit ein neues Auto zum Preis eines Gebrauchten an."

Plastik im Holzlook

Angetrieben wird der 1,4 Tonnen schwere Jonway UFO vom bekannten Mitsubishi-Welt-Motor, der in Modellen von den verschiedensten Herstellern steckt. Zwei Liter Hubraum, 95 kW/129 PS und 175 km/h Spitze reichen allemal aus, um im Verkehr mitzuschwimmen. Der Verbrauch soll bei gerade mal 7,4 Litern Benzin auf 100 Kilometern liegen. Der wenig anheimelnde Innenraum mit Plastikabdeckungen im bunten Holzlook lässt ebenso wie der raue Vierzylinder, die indirekte Lenkung und die hakelige Schaltung noch einige Wünsche offen.

"Das ist alles noch aus der Vor-Vorserie", räumt Pressesprecherin Tatjana Podkatilow ein. "Die Serienmodelle sind aus einem Guss. Die Sitze sind besser bezogen und statt Holz gibt es im Innenraum Alu."

Wichtiger dürften für die meisten Kunden die Verbesserungen beim Crashverhalten sein. Nach den schlechten Testergebnissen von Landwind und Brilliance wurde bei den Modellen von China Automobile noch einmal nachjustiert. Schlössl: "Die A- und B-Säulen sind verstärkt, es wurden schnellere Airbags eingebaut und der Seitenaufprallschutz ist jetzt stabiler." Auch ESP soll bald flächendeckend Einzug halten.

Vier Meter Auto für 6.990 Euro

Neben dem UFO erfreut sich bei den rund 80 deutschen Händlern der neue Gonow GX6 großer Erst-Nachfrage. Der kostet, knapp fünf Meter lang und absolut geländetauglich, nicht einmal 25.000 Euro und basiert auf der Plattform des alten Mitsubishi Pajero. Optisch macht er dagegen auf Toyotas Land Cruiser.

Das ganze dürfte noch viel interessanter werden, wenn die neuen Kleinwagen- und Mittelklassemodelle von China Automobil auf den Markt kommen. Auf dem Pariser Salon wird erstmals der neue Kleinwagen vorgestellt, dessen Produktname noch nicht feststeht. Auf dem viel diskutierten Smart-Plagiat basierend soll er keinerlei Ähnlichkeiten mehr mit dem feschen Mercedes-Winzling haben. Fast vier Meter lang soll er mit Platz für vier Personen gerade 6.990 Euro kosten und damit sogar den Dacia Logan unterbieten. Damit wäre der Einstiegs-Chinese einer der wenigen Neuwagen, die sich auch ein Hartz-IV-Empfänger bestellen dürfte. Hier liegt der Maximalpreis bei 7.500 Euro.

Ebenfalls im Vorlauf ist ein Mittelklassemodell, das als Limousine und Kombi auch noch 2008 kommen soll. Besonders der Kombi macht auf ersten Bildern keinen schlechten Eindruck und erinnert an dynamische Tourer. Voll ausgestattet sollen die beiden Modelle unter 17.000 Euro kosten.

Stefan Grundhoff / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.