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Citroën DS3 Cabrio Schicker Mogler


Das DS3 Cabrio von Citroen möchte so gern ein vollwertiges Cabrio sein. Im eigentlichen Sinne ist es nicht mehr als ein Stadtflitzer mit gewaltigem Schiebedach.

Zugegeben, das von Citroën als DS3 Cabrio verkaufte Fahrzeug sieht schick aus. Dies liegt zum einen daran, dass vom Verdeck bis zu den Felgen nahezu alles individualisiert werden kann. Zum anderen bietet es die Vorzüge eines Cabriolets und die Vorteile eines Kleinwagens. Und: Der nur 3,95 Meter lange, 1,95 Meter breite und 1,48 Meter hohe Franzose polarisiert. Im Zeitalter von verwaschenem Design-Einheitsbrei bringt der 1.165 Kilogramm leichte DS ein wenig Abwechslung in den so trist gewordenen Verkehrsalltag. Dass er dabei genau genommen gar kein Cabrio ist, sondern ein kleiner Stadtflitzer mit einem ungemein großen und weitreichenden Stoffschiebedach, ist wahrscheinlich egal. Hauptsache das Haar weht einem um die Ohren und der frische Duft von soeben gedüngten Feldern schießt bei der täglichen Überlandfahrt in die Nase. Cabrio- oder Schiebedachfahren ist schön.

Das ab 18.040 Euro erhältliche DS3 Cabrio bietet aber noch mehr, als nur eine schicke und irgendwie gemogelte Außenhaut. Selbst in der schwächsten Motorvariante, dem PureTech VTi82 mit dann nicht mehr überraschenden 60 kW / 82 PS fährt er sich sportlich und frech. Der 1,2 Liter kleine Dreizylinder-Benzinmotor ersetzt innerhalb des Konzerns den zuvor im DS3 bekannten 1,4 Liter großen Vierzylinder. Das Drehmoment liest sich mit 118 Newtonmeter äußerst mager - ist es auch. Dennoch kommt einem der 12,5 Sekunden-Sprint gar nicht so lang vor, wie er sich auf dem Papier liest. Der Grund liegt im kernigen Dreizylindersound, der nahezu ständig den entweder geschlossenen oder offenen Innenraum beschallt. Ob es nun am Klang oder nur am Aussehen liegt ist unklar, doch das 173 Kilometer pro Stunde schnelle Cabrio ist ein echter Hingucker.

Ebenfalls ein Hingucker ist sein Verbrauch von 4,9 Litern auf 100 Kilometern. Das Besondere dabei ist, dass er tatsächlich erfahrbar ist. Ok, in der Stadt und bei rasanten Autobahnverfolgungsjagden wird dieser Wert ziemlich deutlich überschritten. Doch bei den wohlriechenden Überlandfahrten hält er seine Brennkammern im Zaum. Dass bei derlei Fahrten das eine oder andere mal auch mit Kurven zu rechnen ist, ist klar und für den auf 17 Zöllern rollenden Citroën auch kein Problem. Seine Lenkung ist ausreichend direkt und die Federung hält ihn satt am Boden. Ihn in den Grenzbereich zu treiben bedarf schon einer gewissen Aggressivität, die unter normalen Umständen lieber für das wöchentliche Fußballspiel mit Freunden aufgespart werden sollte.

In der Stadt und für die täglichen Bedürfnisse ist er hingegen nur bedingt zu gebrauchen. Sein Wendekreis von 10,2 Metern und der Hinguckfaktor stehen zwar dick auf der Habenseite. Allerdings müssen die Wasser- oder Bierkästen auf dem Beifahrersitz, beziehungsweise auf der mit bis zu drei Personen besetzbaren Rückbank verschwinden. Der Kofferraum mutet zwar mit 245 Litern groß an, doch ist seine Beladungsluke zu gering bemessen für Getränkekästen. Eine Besonderheit der Kofferraumklappe ist ihre Öffnung. Ist das Stoffverdeck nach 16 Sekunden ganz nach hinten unten gefahren worden, ist diese nämlich gar nicht möglich. Ein kleiner Griff zur Klappe und das Verdeck fährt automatisch in den Mittelmodus. Dieser ist für die Stadt sowieso am besten geeignet, da die nun stehende Heckscheibe einen Blick nach hinten gewährt. Beim vollständig zurückgefahrenen Verdeck ist die Sicht im kleinen Fronttriebler nach hinten gleich null. Schade ist die Tatsache, dass sich das Verdeck nicht von außen per Fernbedienung öffnen lässt.

Dafür lässt es sich bis zu einer Geschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde in verschiedenen Stellungen bedienen. Dass es selbst bei einer nur schiebedachgroßen Öffnung nur bis Tempo 120 geschlossen oder geöffnet werden kann, ist hingegen sehr gewöhnungsbedürftig. Und auch eine Autobahnfahrt mit halboffenem Verdeck, also mit existierendem Blick nach hinten, ist vom Gefühl her auf knapp 150 Sachen limitiert. Der Kopf versucht sich zwar einzureden, dass die Konstruktion irgendwie schon halten wird, aber so richtig daran glauben fällt schwer. Ebenfalls dran glauben muss die Vorstellung bei leichten Steigungen auf der Autobahn das manuelle Fünfganggetriebe von einem Geschwindigkeitszuwachs zu überzeugen. Hier fällt die geringe Leistung am deutlichsten ins Gewicht.

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