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Fahrbericht: Opel Insignia Sports Tourer: German Cargo

Der Insignia ist gut angelaufen. Doch die wichtigste Version kommt erst jetzt: Rund 60 Prozent aller Käufer wollen den Kombi. Der vollführt einen Spagat zwischen Lifestyle-Kreuzer und Lastesel und ist üppig ausgestattet.

"Eltern haften für ihre Kinder", diese Warnung liest man auf vielen Baustellen-Zäunen. Bei Opel hat man vor dem Gegenteil Angst: Davor, dass man die Autos mit dem Murks in Verbindung bringen könnte, der sich zurzeit zwischen den Opel-Eltern in Detroit und dem Junior in Rüsselsheim abspielt. "Wir produzieren nicht nur Schlagzeilen, sondern auch hervorragende Autos", sagte Opels Kommunikationschef René Kreis bei der Fahrvorstellung des Insignia Sports Tourer in Frankfurt.

Bei einer Präsentation spielte er sich mit seinen Chefentwicklern die Bälle zu und jedes Wort wirkte sorgfältig einstudiert: Die Opel-Verantwortlichen dürften sich zurzeit bei jeder Aussage so fühlen, als müssten sie ein rohes Ei durch ein Minenfeld jonglieren.

Immerhin scheinen die Kunden es ähnlich zu sehen wie die Opelaner: Die Auftragsbücher für den Insignia sind gut gefüllt, der Hersteller spricht von 75.000 Aufträgen europaweit und plant noch mehr Sonderschichten, um den Bedarf zu decken.

Der Vectra-Nachfolger ist neben dem neuen Astra, der im September auf der IAA debütiert, Opels wichtigster Hoffnungsträger. "Wir haben beim Insignia noch eine Menge Pfeile im Köcher und einen Stufenplan für die nächsten Jahre", betont Chefentwickler Volker Scharf. Ein Schritt wird das EcoFlex-Modell mit Spardiesel sein. Zunächst aber hat Opel jetzt den Kombi Sports Tourer und mit ihm zwei neue Motoren der oberen Leistungsskala vorgestellt.

Träger Top-Diesel, agiler Turbo-Benziner

Der 2.0 BiTurbo CDTI (140 kW/190 PS) hat ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern und damit natürlich ordentliche Kraftreserven. Doch trotz doppelter Turboaufladung kommt der Diesel nicht so recht aus dem Quark. 9,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h sind für ein 190 PS-Aggregat kein Ruhmesblatt. Zudem läuft der Motor relativ rau und nicht besonders leise. Den Durchschnittsverbrauch gibt Opel mit 6,7 Litern pro 100 Kilometer an. Der BiTurbo dürfte sich, gerade durch die Verbindung mit dem reaktionsschnellen Allradantrieb, als Zugfahrzeug für Anhänger bestens eignen.

Einen sehr guten Eindruck hinterlässt der 1,6-Liter Turbobenziner mit 132 kW/180 PS. Der Motor spricht schnell aufs Gas an, läuft leise und vibrationsarm und stellt über ein breites Drehzahlband ordentlich Power zur Verfügung. Die Sechsgangschaltung ist leichtgängig, aber gut abgestimmt. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 7,9 Litern pro 100 Kilometer (Werksangabe).

Fahrverhalten und Komfort des Sports Tourer sind ähnlich wie bei der Limousine. Der Wagen liegt sehr ruhig auf der Straße und straff in der Kurve. Störend ist die um die Mittellage herum etwas unpräzise Lenkung. Die Sitze sind bequem und bieten guten Seitenhalt. Auch große Passagiere haben an Kopf und Knien genügend Platz, besonders üppig ist das Raumgefühl im Fond allerdings nicht.

Wenn Entwickler Volker Scharf von "Cargo-Aktivitäten" spricht, wird das Bemühen der Opelaner deutlich, ihren Kombi vom Lastentier zum Lifestyle-Kreuzer zu befördern. "Wir wollen eine neue Positionierung, man sollte nicht immer in Traditionen verharren", sagt Scharf.

Im Heck nur Standard

Das Schöne an früheren Opel-Kombis war allerdings die Übersichtlichkeit - und die geht im Insignia ein wenig flöten. Beim Rückwärtsfahren behindern die dicken D-Säulen die Sicht und durch die kleine Heckscheibe sieht man auch nicht gerade viel. Beim Kofferraumvolumen liegt der Sports Tourer mit 540 Litern im Mittelfeld (Passat Variant: 603 Liter, Skoda Octavia Combi: 580 Liter, Renault Laguna Grandtour: 508 Liter, Mazda 6 Kombi: 519 Liter, Ford Mondeo Turnier: 554 Liter). Wenn man die Rücksitze umklappt, stehen im Opel 1530 Liter Stauraum zur Verfügung. Die Ladekante ist angenehm niedrig.

Die Heckklappe ist praktisch. Sie wirkt auf den ersten Blick enorm wuchtig, lässt sich aber mit wenig Kraftaufwand öffnen und schließen. Der Öffnungsknopf der Klappe ist so von einer Griffmulde umschlossen, dass er selbst nach einer Fahrt im Regen nicht verschmutzt. So bleiben die Finger sauber. Bei der elektrischen Heckklappe (500 Euro, Serie beim Cosmo) kann man einstellen, bis zu welcher Höhe die Klappe öffnen soll – vorteilhaft in engen Garagen.

Die Preise des Sports Tourer starten bei 23.990 Euro (1,6-Liter Benziner mit 115 PS). Zum Vergleich: Der Skoda Octavia 1.6 Combi (102 PS) kostet 17.730 Euro, der Passat Variant 1.6 (102 PS) 24.450 Euro, der Ford Mondeo 1.6 Turnier (110 PS) 23.000 Euro und der Mazda 6 Sport Kombi 1.8 (120 PS) 23.900 Euro. Mit dem neuen 1,6-Liter Turbomotor ist der Insignia Sports Tourer ab 31.245 Euro zu haben (Edition).

Die Ausstattung des Opel-Kombis ist im Klassenvergleich überdurchschnittlich gut. So sind schon ab der zweiten Ausstattungsstufe Edition nicht nur Klimaautomatik, Tempomat, Multifunktions-Lederlenkrad und elektrische Parkbremse an Bord. Auch das neue DVD-Navigationssystem ist dabei. Optional gibt es unter anderem das adaptive Xenon-Lichtsystem (1250 Euro, Serie beim Cosmo), Frontkamera mit Verkehrszeichenerkennung und Spurassistent (525 Euro) und das FlexRide-Fahrwerk mit elektronischer Dämpferreglung (930 Euro, Serie beim Sport).

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.