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Fiat 500 TwinAir: Zwei Kerzen ausgeblasen

Zum dritten Geburtstag seines kleinen Lifestyleflitzers hat Fiat zwei Kerzen eingespart und präsentiert seinen neuen Spritsparmotor TwinAir mit zwei Zylindern weniger.

Mit schöner Regelmäßigkeit pflegt Fiat sein Kultobjekt den 500er und die Erinnerung an den legendären Vorgängern. Ein Jahr nach der Markteinführung folgte eine scharfgemachte Abarth-Version mit 135 PS. Im letzten Jahr kam das Stoffdach-Cabrio auf den Markt. In diesem Sommer offeriert Fiat, wieder eine Reminiszenz an den Ur-Ahn aus den 60er Jahren, einen Zweizylindermotor für seinen Kleinen.

Der neue Zweizylinder-Motor basiert auf der bekannten MultiAir-Motorentechnik von Fiat mit elektrohydraulischer Ventilsteuerung und Turbolader. Einer gründlichen Untersuchungen der Strömungsverhältnisse im Innern des Motors ergab dass die optimale Zylindergröße für Verbrennungsmotoren diese Art bei ungefähr 450 Kubikzentimeter. Also müssten zwei Zylinder für so ein kleines Fahrzeug wie den Fiat 500 ausreichen. Zwei Zylinder wiegen (rund zehn Prozent Gewichtsersparnis) und verbrauchen weniger als vier Zylinder. Hinzu kommt, dass das Triebwerk 23 Prozent kürzer ist und der technische Aufwand auch deutlich geringer ist, als bei einem vergleichbaren Vierzylinder. Den gewonnen Raum könnte Fiat gut für weitere Zukunftstechnologien verwenden - denkt man. Ein Blick unter die Motorhaube belehrt den neugierigen Betrachter schnell eines Besseren. Der Motorraum erscheint auf den ersten Blick genauso eng gefüllt wie immer.

Nach dem Start des Motors ist das typische Zweizylindergeräusch deutlich hörbar. Für etwas mehr Laufruhe sorgt eine gegenläufige Ausgleichswelle. Der Motor leistet 85 PS und beschleunigt den Fiat 500 mit seinem Winzlingsmotor ins elf Sekunden von 0 auf 100 km/h. Als Höchstgeschwindigkeit werden 173 km/h angegeben. Trotzdem vermittelt er mehr als jeder andere Motor das Fahrgefühl der 60er Jahre. Eher von heute ist der Benzindurst. Kombiniert verbraucht der Fiat 500 TwinAir 4,2 Liter pro 100 Kilometer mit Schaltgetriebe. Mit dem automatisierten Dualogic-Getriebe sinkt Wert auf 4,1 Liter oder 92 g/km CO2. Der Motor beschleunigt den kleinen Flitzer im Stadtverkehr ausreichend. In diesem Betriebsmodus liegt ein maximales Drehmoment von 145 Nm bei 1900 Umdrehungen an.

Mit einem Schalter am Amaturenbrett schaltet man in den Betriebsmodus "Eco" und aktiviert damit verschiedene Spritsparfunktionen. So wird das maximale Drehmoment auf 100 Nm herabgeregelt. Eine Anzeige im Kombi-Instrument fordert den Fahrer zum frühzeitigen Gangwechsel aus. Das Automatik-Getriebe nimmt diese Anpassung selbstständig vor.

Alle TwinAir-Motoren gibt es serienmäßig mit einer Start-Stopp-Automatik. Diese Maßnahmen zusammen senken den Verbrauch auf die genannten 4,1 Liter im Durchschnitt. Dabei erweißt sich die Drehmomentreduzierung als echter Spaßkiller. Fast wirkt der kleine Motor einwenig überfordert. Das ist unter anderem dem Umstand geschuldet, dass es all dem forciertem Leichtbau zum Trotz, keine wirklich leichten Autos mehr gibt. Selbst der Fiat 500 kommt mit einem Leergewicht von fast einer Tonne daher. Zur Gewichtreduzierung trägt der TwinAir aber nur ungefähr 13 Kilo bei.

Fürs gleiche Geld wie den TwinAir, der Einstiegspreis soll bei 13.200 Euro liegen, gibt es den Fiat 500 1.4 16V mit 100 PS aus vier Zylindern und etwas besseren Fahrleistungen. Der Verbrauch liegt mit 5,8 Litern aber deutlich höher. Bringt man seinen Minderbrauch in Anschlag, spart der TwinAir bei 15.000 km im Jahr und einem durchschnittlichen Benzinpreis 1,40 Euro ca. 350 Euro. Spannend wäre es zu erfahren, bei welchem Wert der Verbrauch des Vierzylinders liegen würde, kämen auch an diesem Motor die erwähnten Benzinsparfunktionen, wie die Drehmomentabsenkung und das Startstopp-System zum Einsatz. Bis dahin kann der Kunde aber, besonders in Ländern mit Hubraumbesteuerung, mit dem kleineren Motor einen weiteren Kostenvorteil erzielen.

Fiat ist von seinem Zweizylinder-Prinzip überzeugt. Der aktuelle TwinAir ist nur der erste einer ganzen Zweizylinder-Motorenfamilie, die Fiat nach und nach ins Programm nehmen will. Auch eine Erdgas-Version ist schon in Arbeit. Die Zweizylinder-Baureihe soll mittelfristig das Leistungsspektrum zwischen 65 bis 105 PS abdecken und mit bis zu 30 Prozent geringerem Verbrauch als vergleichbare Vierzylinder aufwarten. Aufgrund seiner kleineren Abmessungen eignet sich der TwinAir-Motor gut dazu, mit einem Elektromotor oder einem System zur Bremsenergierückgewinnung gekoppelt zu werden. So gesehen ist der Zweizylinder fit für die Zukunft - wieder.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.