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Hintergrund: Plug-In-Jeep aus Italien: Jeeps Strom-boli

FCA will mehr Jeep in Italien bauen und rüstet dafür sein Werk in Melfi auf. Die Plug-In-Modelle von Jeep sollen künftig ausschließlich aus der Fabrik kommen, die mitten im Nirgendwo steht.

Jeep-Produktion in Melfi

Jeep-Produktion in Melfi

Die Zukunft von Melfi ist elektrisch. Jedenfalls wenn es nach Fiat Chrysler Automobiles (FCA) geht. In dem Werk, rund 150 Kilometer östlich von Neapel mitten im Niemandsland, sollen künftig alle Plug-In-Hybrid-Versionen der verschiedenen Konzernmarken gebaut werden - Jeep macht dabei den Anfang.

Jeeps Strom-boli
Jeep-Produktion in Melfi

Jeep-Produktion in Melfi

Noch wird nur geübt und die entsprechende Fertigungslinie aufgebaut - aber ab Januar 2020 soll dort dann außer dem Jeep Renegade, der in Italien seit 2014 für den europäischen Markt gebaut wird, auch der Jeep Compass produziert werden. In den vergangenen fünf Jahren wurden in Melfi rund 900.000 Stück des kompakten Renegade gebaut, der sich die Plattform mit dem Fiat 500X teilt. Insgesamt liefen seit 1994 in Melfi rund 7,4 Millionen Fahrzeuge vom Band, vor allem der Marke Fiat.

Kompakte SUV machen derzeit in Europa rund 45 Prozent aller SUV-Käufe aus. Während die beiden Jeep-Modellreihen mit Verbrennungsmotor auch an diversen anderen Standorten von Mexiko über Indien bis China gebaut werden, sollen die aufladbaren Hybridmodelle künftig nur aus Italien kommen.

Für FCA ist der Produktionsstart des Jeep Compass im Werk Melfi Teil "einer weit angelegten Modelloffensive". In den nächsten Jahren werde man "insgesamt 13 komplett neue oder umfassend modernisierte Modelle" vorstellen. Voran treiben werde man auch die Elektrifizierung der Produktpalette "mit der Präsentation von zwölf Elektrofahrzeugen - entweder komplett neu oder basierend auf vorhandenen Baureihen". Neben Melfi wird das Werk Mirafiori für die Produktion des Batterie-elektrisch angetriebenen Fiat 500 BEV sowie der Hybrid- und Elektro-Modelle von Maserati modernisiert. Fiats dann elektrische Edelmarke mit dem Dreizack wird zusätzlich auch in Modena gefertigt werden. Außerdem ist die Produktion des Transporters Fiat Ducato Electric und des neuen Alfa Romeo Tonale in italienischen Werken geplant.

Das Werk Melfi wurde vor genau 25 Jahren in der strukturschwachen süditalienischen Region Basilicata eröffnet - nicht zuletzt mit kräftigere Unterstützung der italienischen Regierung. Bis 2021 will FCA in Melfi fünf Milliarden Euro investieren. In dem Werk arbeiten rund 7.300 Mitarbeiter, davon etwa 4.000 in der Montage.

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