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Jeep Commander: Quadratisch, praktisch, gut

Einen wie den Commander hätte in diesen Zeiten wohl kaum jemand von Allrad-Urgestein Jeep erwartet. Während die Konkurrenz zumeist auf weich gespülte 4x4-Vehikel setzt, gehen die Amerikaner einen anderen Weg. Mitte des Jahres kommt der neue Commander - quadratisch, praktisch, gut.

Technisch basiert der Commander auf dem bekannten Jeep Grand Cherokee, wirkt mit seinem kantig-klobigen Design jedoch deutlich rustikaler als der gängige Trendsetter. "Wir sagten uns, lasst uns mal etwas ganz neues machen", erzählt Jeep Chefdesigner Donald A. Renkert nicht ohne Stolz. Das ist gelungen, denn so kantig war zuletzt der Vorgänger des aktuellen Jeep Cherokee unterwegs.

Überall an der Karosserie stößt man auf geradezu rechtwinklige Formen. Bereits der verchromte Kühlergrill mit den eckigen Hauptscheinwerfern drückt sich unnachgiebig in den Fahrtwind. Auch am Heck und den Flanken trifft man auf kubische Formen. Die dürften vielleicht nicht jedermanns Geschmack treffen, heben sich jedoch wohltuend vom Allrad-Einerlei ab. Für einen kraftvollen Auftritt sorgen zudem die markant ausgestellten Kotflügel und eine durchlaufende Kante unterhalb der Fensterlinie. In der Aerodynamikwertung sind keine Spitzenplätze zu erwarten. Wohl aber bei den Innenraumabmessungen. Von außen kaum länger als der Grand Cherokee bietet der neue Commander Platz für bis zu sieben Personen. Bislang bot noch nie ein Jeep Platz drei Sitzreihen.

Doch die Konkurrenz macht es schon länger vor und besonders in Nordamerika erfreuen sich sieben Sitzplätze großer Beliebtheit. In den meisten Fällen dürften die Stühle in der dritten Reihe ungenutzt bleiben. Dann können sie praktisch im Kofferraumboden versenkt werden. So können sich fünf Personen über üppige Platzverhältnisse und einen Kofferraum von 1.028 Litern freuen. Und weil versenkbare Sitzreihen in Van- und SUV-Klassen mittlerweile zum guten Ton gehören, lassen sich auch die Sitze in der zweiten Reihe im Verhältnis 40:20:40 verstecken. Das klappt mit wenigen Handgriffen und gibt einen Stauraum von mächtigen 1.950 Litern frei.

Platz genug für eine Notübernachtung, wenn die Hotels im Nationalpark einmal ausgebucht sein sollten. Wer sich auf der ebenen Ladefläche niedergelassen hat, kann mit dem Partner seiner Wahl sogar den nächtlichen Sternenhimmel genießen. Zwei Dachluken sorgen für Licht im Fondabteil. Sind die Sitze ausgeklappt, fällt die Theaterbestuhlung auf. Die Sitze in den Reihen zwei und drei sind jeweils um knapp 130 Millimeter erhöht. Die nötige Kopffreiheit bringt eine Stufe im Dach. Ab der B-Säule wächst der Commander um acht Zentimeter in die Höhe. Das Armaturenbrett des Commander wurden abgesehen von der Mittelkonsole neu gestylt, lässt jedoch die Hochwertigkeit zahlreicher Konkurrenten aus Deutschland und Asien vermissen. Besser gefallen die bequemen Sitze und die separate Klimaanlage für den Fond.

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Jeep-Designer Donald A. Renkert: "Wir wollten den Jeep pur, den Jeep schlechthin. Leute, die ihn zum ersten Mal sahen, sollten sagen "ein Jeep", natürlich." Bei der Technik sollen die hohen Jeep-Ansprüche ebenfalls nicht enttäuscht werden. So setzt der Commander auf die gute Ausstattung des Jeep Grand Cherokee. Mit dem variablem Allradantrieb Quadradrive II, inklusive ESP und Geländeuntersetzung sollte es auch im schweren Gelände kaum Probleme geben. So vermisst man allein eine Luftfederung, um die Bodenfreiheit zu erhöhen. Bei den Motorisierungen stehen die bekannten zwei Benzinmotoren und das prädestinierte CRD-Aggregat zur Verfügung.

In Europa dürften die V8-Benziner mit 4,7 und 5,7 Litern Hubraum nur eine Nebenrolle spielen. Erwartetes Volumenmodell sollte der Dreiliter-Commonraildiesel sein. Der Sechszylinder leistet 160 kW / 218 PS und 510 Nm Maximaldrehmoment. Alle Commander-Versionen werden über die bekannte Fünfgang-Automatik verfügen. Wer sich mit dem Quadro-Design des Commander nicht anfreunden kann, muss nicht zur Konkurrenz wechseln. Ein paar Monate später wird die Jeep-Palette mit den rundlich gezeichneten Modellen Patriot und Compass ergänzt. Einer fürs Grobe, einer fürs Feine.

Stefan Grundhoff/ Press-Inform
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