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Meriva OPC vs. C4 Picasso: Kopf gegen Bauch

Platz für vier plus Gepäck, reichlich Power unter der Haube und nicht die Familienkasse sprengen - diese Anforderungen erfüllen nur wenige Minivans. Meriva OPC und C4 Picasso 2.0i tun es und sind dabei völlig unterschiedlich.

Junge Familien hatten es noch nie so einfach wie heute - jedenfalls dann, wenn es um die Wahl einer passenden Familienkutsche geht. Das Angebot an Kombis, geräumigen SUV und Vans ist in den letzten Jahren geradezu explodiert. Damit Vans nicht langweilig werden, besetzen die Hersteller jede nur erdenkliche Nische. Es gibt sie in allen Größen, Formen und Farben, mit fünf oder sieben Plätzen, gewaltigen Glasdächern und Sitzen, die sich beliebig verschieben, umklappen oder ausbauen lassen.

Nehmen wir an, eine vierköpfige Familie setzt sich ein Preislimit von 25.000 Euro, und ein kompakter Van soll es sein. Mama möchte gerne viel Komfort, die Kinder reichlich Platz zum Herumtoben, und alle eine tolle Aussicht auf der Reise in die Ferien. Da bietet sich der Citroën C4 Picasso an: Den "VisioVan" mit dem riesigen Glasdach gibt es jetzt auch mit fünf Sitzen. Papa dagegen denkt noch immer wehmütig an den Sportwagen, den er verkaufen musste und versteckt einen Prospekt des Opel Meriva OPC unterm Kopfkissen. Der Flitzer aus Rüsselsheim ist Europas schnellster in Serie gebauter Minivan und verspricht familientauglichen Fahrspaß.

Billig sind sie nicht

Der Meriva OPC unterschreitet mit 24.360 Euro locker das Preislimit, das sich unsere Familie gesetzt hat. Auch beim C4 gibt es für diesen Preis einen flotten Benziner - der 2.0i 16V mit 143 PS kostet in der "Confort"-Ausstattung 24.750 Euro. Was bieten die beiden schnellen Familienkutschen?

Zunächst mal reichlich Platz. Sowohl im Meriva- als auch im C4-Cockpit kann man sich bequem ausstrecken. Allerdings ist durch die fehlende Mittelkonsole das Raumgefühl auf der Citroën-Brücke einfach beeindruckender. Das spacige Feeling kann sich aber nicht in den Fond hinüberretten: Die Beinfreiheit im C4 Picasso ist nur für Kinder und kleine Erwachsene in Ordnung, ansonsten droht den Knien ein unfreiwilliger Engtanz mit der Rücksitzlehne. Opel gelingt die Raumausnutzung etwas besser, obwohl der Meriva ein ganzes Stück kürzer ist als der C4.

Viel Licht, viel Sicht

Den Namen "VisioVan" trägt der C4 Picasso zu Recht. Die Übersicht durch die riesigen Fensterflächen ist gigantisch, durch die schmalen und durchbrochenen A-Säulen bietet der Franzose in Kurven eine bessere Übersicht als der Meriva mit seinen dicken Pfosten. Auf der Picasso-Rückbank dürfen sich wegen der heruntergezogenen Seitenscheiben sogar kleine Kinder über tolle Ausblicke freuen. Auch beim Kofferraum hat der Franzose mehr zu bieten (500 Liter, Meriva nur 360 Liter).

Das Zeug zum Lademeister haben mit ihrem variablen Innenraum aber beide Minivans. Die dreiteilige Rückbank des Opels lässt sich mit wenigen Handgriffen so zusammenfalten, dass eine fast ebene Ladefläche mit 1410 Litern Stauraum entsteht. Die Bretter für das neue Kinderzimmer-Regal finden auch noch Platz, denn die Lehne des Beifahrer-Sitzes kann man ebenfalls komplett umklappen. Der C4 Picasso lockt mit 1734 Litern Stauraum, auch bei ihm lassen sich die Rücksitze geteilt umklappen und bilden eine ebene Ladefläche. Beide Autos haben eine recht niedrige Ladekante, beim Citroën stört allerdings der breite lackierte Stoßfänger und sollte beim Einladen sperriger Gegenstände vor Kratzern geschützt werden.

Französischer Gestaltungsdrang

So ähnlich das Grundkonzept der beiden Autos auch ist: Bei der Innenraum-Gestaltung könnten beide nicht unterschiedlicher sein. Bei Citroën ist man erst zufrieden, wenn alle Details extravaganter ausfallen als bei der Konkurrenz. Die Nabe des Lenkrads dreht sich beim Lenken nicht mit, sondern nur der Lenkradkranz. Die meisten Bedienungselemente leben am und hinter dem Lenkrad. Mama und die Kinder freuen sich vor allem über das satte Angebot an Staufächern und Ablagen: Gleich zwei Handschuhfächer und zwei Ablagen im langgezogenen Armaturenbrett können mit Karten, Sonnenbrillen, Proviant oder Spielzeug gefüttert werden. Hier gibt sich der Meriva wesentlich geiziger, Ablagen sind Mangelware an Bord. Auch praktische Details wie den kleinen "Fischauge"-Spiegel über dem Innenspiegel, mit dem man die Kinder auf dem Rücksitz ständig im Blick hat, bietet nur der C4 Picasso.

"Dafür hat Opel wenigstens richtige Instrumente“, wird Papa jetzt einwerfen. Der Meriva hat in der Tat schicke Uhren im blauen OPC-Design. Allerdings lässt sich der Tacho wegen der kleinen Zahlen manchmal schlecht ablesen. Das betrifft vor allem den in der City wichtigen Bereich zwischen 40 und 60 Km/h.

Immer noch besser als beim C4-Picasso: Die Anzeigen muss man dort in einem Kombiinstrument in der Mitte des Armaturenbretts suchen, wo sie allen Design-Spielereien zum Trotz einfach nichts verloren haben. Wer in schnellen Kurvenfahrten gern mal auf Tacho und Drehzahlmesser schielen möchte, muss zwischen Kurvenausgang und Mittelkonsole hin- und herschauen wie bei einem Tennismatch - so macht flottes Fahren keinen Spaß. Vor allem der digitale Drehzahlmesser, der auch noch rechts außen fast in Höhe des Beifahrers sitzt, ist praktisch unbrauchbar.

Womit wir beim Thema wären, das besonders dem sportlichen Familienvater am Herzen liegt: Motor und Fahreigenschaften. Der Meriva OPC galoppiert mit 180 Pferdestärken, die er aus 1,6 Litern Hubraum herauslockt. Der C4 Picasso leistet mit seinem 2,0-Liter Motor 143 PS. Der Meriva OPC ist mit 222 Km/h der schnellste Serien-Minivan Europas und beschleunigt in nur 8,2 Sekunden auf 100 Sachen. Der C4 Picasso ist mit 11,3 Sekunden auf 100 (Automatik 12 Sekunden) deutlich behäbiger, aber mit 195 Km/h Spitze ebenfalls sehr schnell unterwegs. Ziemlich laut werden beide Motoren, wenn man ihnen Leistung abverlangt.

Mehr Performance beim OPC

Beim Thema Fahrspaß hat der Franzose aber das Nachsehen. Der Turbo-geladene OPC ist agiler und mit seinem Drehmoment von 230 Newtonmetern deutlich schubstärker als der Franzose. Dazu kommen die straffe Abstimmung und die direkte Lenkung. Der Meriva lässt sich ungestüm um die Kurven jagen, bleibt nur wegen des etwas hochbeinigen Van-Aufbaus und der kleinen Felgen hinter der Sportlichkeit seiner OPC-Brüder Corsa oder Vectra zurück.

Mit dem C4 Picasso wird Papa weniger Spaß haben. Zwar ist auch der 2,0-Liter Motor kräftig und hilft dem Franzosen mit immerhin 200 Newtonmetern Drehmoment auf die Sprünge. Aber das sehr auf Komfort ausgelegte Fahrwerk vergrätzt manchmal den Kurvenspaß, und die etwas gefühllose Lenkung macht fahraktive Papas auch nicht wirklich glücklich.

Außerdem darf man beim Meriva die Schaltarbeit mit einer präzisen Sechsgang-Box noch selbst übernehmen, der Citroën schnappt einem dieses Vergnügen mit einem automatisierten Sechsgang-Schaltgetriebe (EGS 6) oder einer Vierstufen-Automatik vor der Nase weg. Das automatisierte Schaltgetriebe fällt gelegentlich durch Zugkraftunterbrechungen unangenehm auf.

Schluckspechte für die Familie

Ein Patt gibt es beim Thema Umwelt und Verbrauch. Beide Vans sind keine Kostverächter: Der C4 Picasso verbraucht im Schnitt 8 Liter Super (Automatik: 8,9), der Meriva OPC will mit 7,8 Litern gefüttert werden. In der Praxis sind mit dem Rüsselsheimer Flitzer aber eigentlich nie weniger als acht Liter drin, selbst wenn man äußerst sparsam unterwegs ist. Wenn Papa mal aufs Gas tritt, fließen locker elf Liter und mehr durch die Leitungen. Beim CO2-Ausstoß ist der Meriva OPC mit 187 Gramm pro Kilometer dabei, der C4 Picasso mit 190 Gramm (Automatik: 211 Gramm).

Die Ausstattung beider Minivans ist recht ordentlich. Der 24.360 Euro teure Meriva OPC bringt serienmäßig unter anderem ein Sport-Lederlenkrad, Recaro-Sportsitze, Klimaanlage, CD-Radio mit Lenkradfernbedienung, Multifunktionsdisplay, elektrische Fensterheber rundum, Nebelscheinwerfer und ESP mit. Den C4 Picasso gibt es zu einem vergleichbaren Preis in der Confort-Ausstattung, die zusätzlich zu den auch beim Meriva gebotenen Komfort-Extras noch Nettigkeiten wie Tempomat, einen Duftspender für den Innenraum, ein gekühltes Ablagefach in der Mittelkonsole, Sonnenrollos oder Klapptische für die Rücksitze bietet.

Rational nicht zu erklären

Unterm Strich können sich beide Autos als familientaugliche und flotte Reisebegleiter qualifizieren. Bleibt die Frage, ob man auf seinen Kopf oder lieber den Bauch hört: Der C4 Picasso ist wegen der etwas besseren Ausstattung, der vielen Ablagen, des cooleren Innenraums und der durchdachten Detaillösungen das vernünftigere Auto. Der Meriva OPC dagegen bietet reichlich Fahrspaß und kommt ohne die manchmal nervigen Design-Extravaganzen des C4 aus.

Wer sparsame Autos sucht, ist bei beiden Modellen fehl am Platz - und sollte eher die Einstiegsbenziner oder gleich die Dieselvarianten wählen, von denen es bei beiden Vans genügend Auswahl gibt.

Pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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