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Mini-Crossover-Konzept: Flotter Vierer

Vier Türen, vier Insassen, Vier-Rad-Antrieb, über vier Meter und vier Designer. Das Mini Crossover Concept wird auf dem Pariser Automobilsalon unter dem Motto "Vier gewinnt" für viel Aufsehen sorgen. Beim neuen Mini dreht sich alles um diese Zahl.

Von Stefan Grundhoff

Im Jahre 2000 feierte der neuzeitliche Mini auf dem Pariser Salon seine Wiederauferstehung. Jetzt kehren die britischen Bayern an die automobile Seine zurück, um einen Ausblick auf ihr neuestes Spielmobil der nahen Zukunft zu werfen. Der Name noch unbekannt - doch die Eckdaten machen Lust auf mehr. Nachdem im kommenden Frühjahr das neue Mini Cabriolet auf den Markt kommen wird, folgt im Jahre 2010 der nächste Sproß. Auch wenn der Name noch in den bayrischen Sternen steht, es wird ein SUV - und ein echter Mini. "Unser Crossover hat noch keinen Namen", berichtet Mini-Chefdesigner Gert Hildebrand, "aber die Zahl vier ist von essentieller Bedeutung." Der kraftvoll-stämmige Allradler bricht bereits als Studie mit zahlreichen Mini-Dogmen. Anders als alle Minis vor ihm ist er 4,07 Meter lang und somit nur noch im erweiterten Sinne ein Kleinwagen. Er hat vier Türen, eine große Heckklappe und Vierradantrieb. "Und wurde von vier Designern aus unserem 25-Mann-Team kreiert", ergänzt Hildebrand nicht ohne Stolz.

In neunmonatiger Entwicklungszeit haben die Designer rund um Gert Hildebrand ein fesches Fahrzeug auf die Breitreifen gestellt, das eines der Messehighlights des Pariser Salons werden dürfte. Auf den ersten Blick ist das Crossover-Conzept als Mini zu erkennen. Die helle Lackierung, das grünlich matt schimmernde Dach inklusiv Sonnendeck, die bauchige Haube und großen Kulleraugen - die Paris-Studie ist vom Grundkonzept alles andere als ein abgefahrenes Gedankengebilde. Vier Türen, Heckklappe und ein großes Stoffdach - das sind Details über die sich wohl auch der Mini-Kunde von übermorgen freuen dürfte. Club- oder Splitdoor gehören bei der Vision Paris 2008 der Vergangenheit an. Details wie die seitlich öffnende Heckklappe oder das die Schiebe-Schwenktür hinten links dürften aus Gewichts- wie Kostengründen jedoch der Studie vorbehalten bleiben. Gert Hildebrand: "Technisch machbar ist das alles. Was in der Serie kommt, wird man sehen. Bei der Studie war es uns wichtig, einen Wagen mit zwei unterschiedlichen Gesichtern zu kreieren."

Pfiffiger Lifestyler

Dazu muss man zweimal hinschauen und vergleichen, denn wer die beiden unterschiedlichen Seitenansichten des Lifestylers betrachtet, dem fallen nicht nur die unterschiedlichen Türkonzepte ins Auge. Die linke Flanke zeigt neben der Fronttür eben eine innovative Schiebe-Schwenktür, die auch in engen Parklücken einen problemlosen Einstieg in den geräumigen Fond ermöglicht. Ähnlich wie beim Mini Clubman entfällt dadurch die B-Säule. Dazu gibt es einen grünen Außenspiegel und ebensolche Alufelgen. Rechts geht es mit einem normalen Türkonzept, weißem Spiegel und normalen Alufelgen gesitteter zu. "Unser Team an internationalen Designer ist jung; sehr jung", so Hildebrand, "bei diesem Projekt war das Durchschnittsalter wohl unter 30 Jahren."

Im Innenraum bietet der 4,07 Meter lange und rund 1,2 Tonnen schwere Mini Dank 2,61 Meter Radstand vier Einzelsitze und viel Platz für vier Personen. Die einteilig zur Seite schwenkende Hecktür verfügt über eine versenkbare Scheibe. "Hierüber kann man bis zu 80 Prozent aller Beladungsvorgänge erledigen", erklärt Gert Hildebrand. Dank der großen Hecktür und der niedrigen Ladekante lassen sich Sportgeräte und andere Transportgüter bequem in den Laderaum heben, dessen Volumen zudem durch die einzeln umklappbaren und vollständig im Boden versenkbaren Fondsitze bedarfsgerecht vergrößert werden kann. Zusätzliche Ladekapazitäten können durch einen außen an der Hecktür befestigten Koffer geschaffen werden. Darüber hinaus ist ein Dachträgersystem für den Transport von Snowboard- und Fahrradträgern geeignet.

Einen Blick in die Zukunft

Schmucke Materialien gibt es im Innern: Leder, Echtholz, Porzellan und Aluminium. Alle Sitze lassen sich variabel verschieben - hinten um bis zu 13 Zentimeter. Hingucker im Innenraum ist eine doppelte Aluminiumleiste (Center Rail) mit Halterungen für original Nymphenburger Porzellan. Einen Blick in die Zukunft wirft eine mächtige Glaskugel namens Centerglobe, in der sich dreidimensional Filme, Navigation, Klimatisierung oder Musikauswahl präsentieren. In dem Globe arbeitet erstmals in einem Auto ein Laser-Beamer - Kosten hierfür: mehr als 20.000 Euro. Öffnen und starten lässt sich das Mini Crossover Concept mit einer schlichten kleinen Metallkugel, die der Fahrer in der Hosentasche trägt. Legt man sie in eine rundliche Aufnahme auf dem vielseitigen Globus rollt diese nach links und wird zum unerwarteten Starterknopf. Wird der Wagen ausgeschaltet, fällt die Memo-Kugel in eine kleine Auflangschale unter dem Armaturenbrett. Nettes Detail für unterwegs: die kleine Analoguhr im Drehzahlmesser lässt sich herausnehmen und ans Handgelenk clipsen.

Was beim Serienmodell unter der Motorhaube stecken wird, darüber schweigen sich die Minis noch aus. Das Paket mit einem quer eingebauten Reihenvierzylinder dürfte jedoch auch bei dem namenlosen Mini-SUV beibehalten werden. Zu erwarten sind zudem ein obligatorischer Allradantrieb und effiziente Benziner mit Turboaufladung sowie Start-Stopp-Automatik. Der Einstiegspreis dürfte bei unter 30.000 Euro liegen. Produziert wird der Zukunfts-Mini nicht im nahezu ausgelasteten Werk im britischen Oxford, sondern bei Magna-Steyr in Graz. Das ist bereits entschieden. Das Serienmodell wird im Sommer 2010 auf die weltweiten Mini-Märkte kommen. Vielleicht mit dem Namen "Mini Four All". Dann wäre der Name Programm.

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