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Mitsubishi Colt 1.1: Kleiner Jagdbomber

Wie viel Auto darf es denn sein? Diese Frage wird in Zukunft von vielen mit "ein bisschen weniger ist auch genug" beantwortet werden. Gerade kleine Wagen können von der Krise profitieren, wenn nur genügend Kunden von oben durchgereicht werden.

Dass Abstieg auch Spaß bedeuten kann, beweisen viele Autozwerge. Nun auch wieder der Mitsubishi Colt. Für ihn sprachen schon immer günstige Einstiegspreise, eine frisches Optik und zufriedene Kunden. Nun hat Mitsubishi dem kleinen Colt ein umfassendes Facelift verpasst und tatsächlich sieht der Kleine deutlich erwachsener aus. Schuld daran ist der neue Markengrill. Mitsubishi meint, das Ensemble von Grill und Einlassöffnungen erinnere an einen F-16 –Jet mit Bomben unter den Tragflächen. Zumindest werden derartige Fotos mit einem Wagen gezeigt, den man eher als klassischen Zweitwagen auf dem Weg zum Supermarkt sehen wollte.

Mit dem Gesicht schließt der Colt zu den neuen Design-Minis wie dem Fiesta auf, betont dabei aber maskuline Werte. Obwohl nur facegeliftet, wurde der Wagen ein wenig größer. Der Dreitürer misst jetzt 3,8 Meter, der Fünftürer 3,9 Meter. Der Kofferraum ist mit 160 Litern (Dreitürer) ausreichend für einen Einkauf, für längere Urlaubsfahrten muss die Rückbank umgelegt werden, dann sind bis zu 900 Liter drin (ebenfalls Dreitürer). Innen herrscht kein beengtes Raumgefühl, im Gegenteil. Auch zwei große Personen auf den vorderen Sitzen füllen den Wagen nicht bedenklich an. Im Interieur hat sich einiges getan. Dennoch kann man die Ausstattung am ehesten als praktisch, haltbar und funktional bezeichnen. Die Kunststoffe wirken nicht billig, verströmen aber auch kein übertriebenes Wohlfühlambiente. Auf der Rückbank geht es naturgemäß nicht üppig zu, aber selbst ausgewachsene Männer können dort vorübergehend Platz finden.

Spannend wird es unter der Haube. Für die Rennfraktion bietet Mitsubishi einen 150 PS-Turbomotor im Ralliart-Modell an, sonst gibt es Benziner und keine Diesel. Angesichts der Preisentwicklung an den Zapfsäulen wird auf Selbstzünder in dieser Klasse verzichtet. Der 1.1 MPI Dreizylinder bietet 75 PS, der Vierzylinder 1.3 MPI 95 PS an. Im städtischen Bereich unterscheiden sich beide Motoren wenig, und auch auf der Landstraße mutiert der Colt mit 95 PS nicht zum Rennwagen. Wer aufs Geld guckt, sollt den Dreizylinder nehmen. Für die flotte Langstrecke ist der Colt weniger geeignet, aber auf kurvigen Landstraßen macht der Wagen durchaus Spaß. Als Durchschnittsverbrauch nennt Mitsubishi 5,5 Liter pro 100 Kilometer für den 1.1-Motor und 6 Liter für den 1.3-Motor. Den kleinen Dreitürer gibt es ab 9990 Euro. Obwohl Mitsubishi bei den kleinen Motoren nicht wirklich etwas getan hat, sind die Werte durchaus akzeptabel. Bei derart kleinen Normverbräuchen muss man in der Praxis ohnehin mit spürbaren Abweichungen rechnen. Als Empfehlung bietet sich der Einstiegsmotor mit dem "Extra" ESP, Airbags und vier Scheibenbremsen für 600 Euro.

Die Ralliart-Version richtet sich an eine sehr spezielle Klientel mit ebenso besonderen Vorlieben. Nüchtern muss man feststellen, dass der Preis der Rennsemmel mit fast 19.000 Euro sehr nahe am Mini liegt, ohne bei Image, Wiederverkaufswert und Straßenlage Entsprechendes bieten zu können. Aber wer heimlich vom eigenen Evo träumt, kann hier klein durchstarten.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.