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Neuer Renault Twingo Der smarte Franzose


Der neue Twingo von Renault ist baugleich mit dem neuen Smart von Daimler. Schick, günstig und unglaublich wendig ist er ein ideales Cityfahrzeug. Lohnt sich da das Warten auf den Smart?

Der neue Twingo beweist, dass man schon für ein schmales Budget einen ansehnlichen Wagen bekommen kann. Der Twingo der dritten Generation ist mehr als ein schnöder, auf modern getrimmter Nachfolger. Untypisch für die Preisklasse wartet er sogar mit einer technischen Besonderheit auf: Bei ihm sitzen Antrieb und Motor hinten.

Mit 90 PS produziert der kleine Cityflitzer eine Menge Fahrspaß. Dabei bleibt er extrem wendig, dank seines bis zu 45 Grad messenden Radeinschlagwinkels schafft er einen Wendekreis von nur 8,60 Meter. Das ist so wenig, dass man das Fahren mit einem solch stark einlenkenden Fahrzeug erst lernen muss. Wenn man es aber kann, wird es zum großes Plus im Dickicht der Städte.

Kindersitze hinten

Auch wenn der Motor zwischen den Rädern unter einer Abdeckung kauert, gibt es einen klassenüblichen Laderaum. 219 bis 980 Liter Stauraum sind ordentlich, überraschend ist, dass ein bis zu 2,30 Meter langer Gegenstand in den kleinen Wagen passt. Der neue Twingo verfügt erstmals und dafür gleich ausschließlich über vier Türen. Das macht den Wagen preiswerter: die zusätzlichen Türen hinten schlagen meist mit fast 1000 Euro zu Buche.

So lassen sich zwar die hinteren beiden Plätze schneller besetzen. Man kann also komfortabel einsteigen, aber bequem sitzen dann doch nicht. Ganz im Gegenteil. Hühner auf einer Stange haben mehr Beinfreiheit. Für erwachsene Männer sind das nur Notsitze, sie sind eher für Kinder gedacht. Der um 13 Zentimeter gewachsene Radstand kann im Innenraum keine Wunder wirken, denn insgesamt ist der Twingo um zehn Zentimeter geschrumpft.

Flotter Mini-Motor

Ein Lichtblick ist der 0,9 Liter kleine Reihenvierzylindermotor mit 135 Newtonmeter. Unaufgeregt und im hohen Drehzahlfenster auch durchaus agil lässt es sich mit ihm in jedem seiner fünf Gänge ausreichend im Verkehr mitfahren. Auch kurze Überholmanöver auf der Landstraße machen keine Probleme. Die Motorengeräusche bleiben stets zurückhaltend. Sie werden sogar ab Tempo 80 von den Windgeräuschen, die an der A-Säule entstehen, übertönt. Der Spritverbrauch von 4,3 Litern auf 100 Kilometern kann sich sehen lassen. Die Sprintzeit von 10,8 Sekunden ist für so ein Autochen auch nicht zu verachten.

Die Sitze sind allerdings nicht die Wucht, bei ihnen sollte man lieber von Gestühl reden. Weder Seitenhalt noch ausreichend Beinauflage sorgen schon auf kurzen Strecken für schlechte Laune. Hinzu kommt, dass die sehr harten Polstersitze mit integrierter Kopfstütze für große Insassen schlicht unbequem sind. Möglich allerdings, dass sich zarte Fahrerinnen auf ihnen wohler fühlen.

Attraktive Preise

Der Rest des Autos macht einen mehr als nur ordentlichen Eindruck. Die Armaturen sind gut ablesbar, das Navigationssystem mit großen Touchscreen und guter Smartphone-Kompatibilität lässt sich intuitiv bedienen und die Wendigkeit sucht ihresgleichen. Zudem finden sich im farblich individualisierbaren Interieur viele Ablagen und Flaschenhalter. Sogar unter der Fondsitzbank befindet sich ein 29 Liter großes Fach.

Der Einstiegspreis in die Welt der neuen Twingos beträgt mit 9590 Euro knapp 2.000 Euro weniger als für den baugleichen Smart forfour. Die Konkurrenten Toyota Aygo und Citroen C1 spielen hingegen in derselben Preisklasse, wie der neue Twingo. Das getestete Topmodell mit 90 statt 70 PS in der höchsten der drei Ausstattungsvarianten kostet ab 13.590 Euro.

Mit dem neuen Twingo braucht sich Renault nicht hinter seinem Kooperationspartner Smart verstecken. Nicht nur wegen seines Preisvorteils von fast 2.000 Euro ist der Franzose mehr als nur eine interessante Alternative. Denkt man noch an den Renault typischen Abschlag von den Listenpreisen, fällt es schwer, einen Grund zu nennen, warum es der Smart sein sollte.

Gernot Kramper mit Press-Inform

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