Opel Corsa GSi Zwischenmahlzeit


Mit der OPC-Familie will Opel sein sportliches Image schärfen. Doch es gab auch schon ein Leben vor dem Opel-Performance-Center. Vor 20 Jahren hießen die Rüsselsheimer Rennsemmeln noch GSi - heute wieder.

Neben dem Extremsportler Corsa OPC schließt Opel seine PS-Lücke beim frischen Einstiegsmodell mit einem Rückblick in die gute alte Zeit. Ehemals hießen die Sportversionen aus dem Maingebiet GT/E, GS/E und 400i. Kadett, Astra und Corsa bekamen in den 80er Jahren den neu kreierten Namenszusatz GSi. Damit wollte man gegen die Wolfsburger Erfolgsformel GTI anstinken, die Golf, Scirocco und Co. so erfolgreich zierte. Wem der 192 PS starke Corsa OPC der neuesten Generation zu krawallig ist, für den könnte der etwas schwächere GSi die rechte Wahl sein.

Mit dem Leergewicht von 1,2 Tonnen haben die 110 kW/150 PS keinerlei Mühe, sportlich umzuspringen. Der Fronttriebler hängt sehr willig am Gas und vermittelt den Piloten allzeit den Eindruck, voll dabei zu sein. Der 1,6 Liter große Vierzylinder mit Turboaufladung ist eine neue Entwicklung - aber kein Hightech-Triebwerk, wie es BMW, Peugeot oder Volkswagen derzeit in den Markt pressen. Auf technische Finessen wie variable Ventilsteuerung, Start-Stopp-Automatik oder Doppelaufladung verzichten die Opelaner.

Sportlich allemal - aber kein Draufgänger

Doch für einen wie den Corsa ist der Turbobenziner mit seinen 210 Nm Drehmoment ab 1.850 Touren genau der richtige. Kein langes hin und her, sondern spontaner Vortrieb aus niedrigen Drehzahlen sorgt für Fahrspaß bis weit über die 5.000-Touren-Marke. Dieser Corsa dürfte auch Frauen gefallen - und das nicht nur, weil er im Gegensatz zum Corsa OPC auch als Fünftürer verfügbar ist. Sportlich ist er allemal - aber eben kein Draufgänger. Der Motorsound hält sich in angenehmem Maße zurück, ohne langweilig zu tönen. Von 0 auf 100 km/h in 8,1 Sekunden und 210 km/h Spitze - das sind keine grandiosen, aber allemal schnittige Werte, um auch auf Bergstraßen und auf Autobahnen Spaß zu haben.

Griffiges Steuer, knackige Bremsen

Die elektrische Servolenkung hat am Lustgewinn bei der Kurvenhatz ebenso ihren Anteil wie die kurz übersetzte Sechsgangschaltung und das tiefer gelegte Fahrwerk mit strafferer Abstimmung von Federn und Dämpfern. Das verzichtet zudem auf überflüssige Härte und stützt dort wo es drauf ankommt. Das würde man gerne auch von den Sitzen sagen, deren sportlicher Anspruch sich doch sehr zurückhält. Angesichts von griffigem Steuer, knackigen Bremsen und dem griffigen Schaltknüppel dürfte es gerne etwas mehr Seitenhalt sein. Dass auf der Beifahrerseite eine Sitzhöhenverstellung fehlt, ist angesichts eines Basispreises von 19.950 Euro geradezu peinlich.

Auch beim Verbrauch kann der 1,6 Liter große Turbolader - wie schon beim Bruder Astra - nicht überzeugen. Bei den ersten Testfahrten erschien der versprochene Verbrauch von 7,9 Liter Super auf 100 Kilometern mehr als ambitioniert. Vielmehr hatte der Corsa GSi durchgängig eine neun vor dem Komma. Das ist auch für einen sportlichen Winzling schlicht und einfach zu viel.

Sportlichkeit als entscheidendes Kaufkriterium

Der Fahrer wird es ihm wohl verzeihen, denn der sportliche Anspruch dürfte für die zumeist jüngeren Kunden des Opel das entscheidende Kaufkriterium sein. Hier kann der alltagstaugliche GSi ebenso überzeugen wie der OPC, der sich optisch und technisch an noch ambitioniere Pilotinnen und Piloten wendet. Die Serienausstattung des Opel Corsa GSi umfasst unter anderem ESP, Airbags, CD-Radio, Klimaanlage und beheizbare Spiegel. Der Aufpreis für das fünftürige Modell liegt bei 700 Euro.

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