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Renault Mégane: Fühlbarer Feinschliff

Es gibt einen neuen Renault Mégane. Auch wenn das auf den ersten Blick kaum zu sehen ist. Eher schon zu fühlen, sobald man im Cockpit die Oberflächen streichelt und den neuen Diesel-Motor startet.

Von Frank Wald

Welch eine Aufregung, als Renault 2002 die zweite Generation des Mégane ins Rennen schickte. Das ungewöhnliche Karosseriedesign der Drei- und Fünftürer mit den spitzen Winkeln, Kanten und Knicken und dem ausladenden Bürzelheck polarisierte Kritiker wie Kunden. Inzwischen haben sich die Gemüter wieder beruhigt und der Mégane hat auch als Kombi, Stufenheck und Coupé-Cabrio seinen festen Platz im alltäglichen Verkehrsbild gefunden. Nicht zuletzt, weil er dann doch reichlich geordert wurde. Laut Renault war der Mégane II im vergangenen Jahr sogar der meistverkaufte Pkw in Westeuropa. Auch in Deutschland war das "Auto des Jahres 2003" das beliebteste Renault-Modell, das seit Produktionsstart in allen Varianten 200.000 Käufer fand.

Bei der jetzt anstehenden Überarbeitung konnten sich die Franzosen also entspannt zurücklehnen und an den Feinheiten schleifen. Man muss schon ganz genau hinsehen, um die Retuschen zu sehen. Der Frontstoßfänger fällt mit seinem größeren Luftloch nun etwas bulliger aus. Der Kühlergrill wurde verändert und die Scheinwerfer weiter nach außen geschoben. Heckleuchten und Felgen wurden ebenso neu gestylt.

Kosmetische Schönheitsoperationen

Das Interieur trägt nach wie vor verspielte Formen und Linien. Allerdings wurden die Oberflächen mit einem Soft-Touch-Anstrich überzogen, der die in der Vergangenheit oft bemängelten Gebrauchsspuren verhindern soll. Die Instrumente tragen jetzt kleinere Zeiger, größere Zahlen und sind mit weißem Licht hinterlegt, um sie lesbarer zu machen. Neue Polsterstoffe und Außenlackfarben gibt's auch, wobei deren Namen schillernder sind als die Anstriche selbst. "Pfeffer-Beige" und "Abyss-Grün" heißen sie sowie "Alpen-Blau", das allerdings exklusiv für den Mégane Sport vorbehalten ist.

Kaum zu glauben, aber Renault will für die kosmetischen Veränderungen 93 Millionen Euro investiert haben. Auch wenn die Summe gerade mal ein Fünftel dessen ist, was der neue Zweiliter-Dieselmotor verschlungen haben soll. Auf das Common-Rail-Triebwerk mit Piezo-Einspritztechnik, der zusammen mit Nissan entwickelt wurde, sind die Franzosen jedoch besonders stolz.

Ganz diesel-untypisch

Nicht ganz zu Unrecht. Im Mégane-Kombi Grandtour, der als vorerst einzige Karosserievariante mit dem Selbstzünder angeboten wird, leistet der 2.0 dCi 150 PS (110 kW) und agiert mit seinen 340 Newtonmeter ungemein druckvoll. In 8,8 Sekunden schiebt er den Wagen auf Tempo 100 und weiter auf die Spitze von 209 km/h. Ganz diesel-untypisch lässt er sich dabei bis 4500 Touren drehen, ohne dabei den Schub zu verlieren.

Noch deutlicher zu erfahren ist das im großen Bruder Laguna, wo im Zuge der Mégane-Modellpflege ab Februar der gleiche Motor für Limousine und Kombi zu haben ist. Hier leistet der 2.0 dCi allerdings 173 PS (127 kW) und 360 Newtonmeter Drehmoment. Und er fährt auch vom Start weg mit einem serienmäßigem Partikelfilter, der im Mégane erst im Laufe des Jahres eingesetzt wird, wenn der neue Diesel auch mit den anderen Karosserievarianten zu haben ist.

Bequeme Federung, gutmütiges Handling und präzise Servolenkung

Auf den neuesten Stand gebracht wurden außerdem die übrigen vier Dieselmotoren, mit denen Renault rund die Hälfte der Verkäufe erzielte. Soll heißen, alle erfüllen jetzt die EU 4-Abgasnorm und verfügen über etwas mehr Leistung. Die Diesel-Palette startet nun mit einem 1,5-Liter-Vierzylinder mit 86 PS (63 kW) oder 106 PS (78 kW). Die beiden 1,9-Liter-Selbstzünder leisten jetzt 110 PS (81 kW) oder 130 PS (96 kW) und fahren ab Werk mit Rußpartikelfilter. Unverändert im Programm bleiben die vier Benziner, vom Einstiegsmodell mit 1,4 Liter und 98 PS bis zum Zweiliter-Turbo mit 224 PS im Mégane Sport.

Auch bei Technik und Abstimmung des Fahrwerks ließen die Franzosen alles so wie es war. Das heißt: bequeme Federung, gutmütiges Handling und ausreichend präzise ansprechende Servolenkung, die einen guten Kontakt zur Fahrbahn vermittelt. Schon ab der Einstiegsversion ist außerdem das elektronische Stabilitätssystem an Bord.

Fünf Sterne für den Mégane

Wie überhaupt die vorbildliche Sicherheitsausstattung, die dem Mégane schon 2002 als erster seiner Klasse im EuroNCAP-Crashtest die Höchstwertung von fünf Sternen bescherte, nach wie vor kaum zu toppen ist. Neben ESP, ABS und Bremsassistent sorgen bis zu zehn der lebensrettenden Luftsäcke, darunter ein so genannter "Anti-Submarining-Airbag" gegen das Durchrutschen unter den Beckengurt im Dreitürer sowie optionale Seitenairbags hinten (300 Euro) und zusätzliche pyrotechnische Gurtstraffer und -kraftbegrenzer für Rundumschutz. Mit der Modellüberarbeitung gesellen sich optionale Xenon-Scheinwerfer (850 Euro) sowie eine automatische Reifendruckkontrolle (200 Euro) hinzu.

Ebenfalls gegen Extra-Bezahlung sind auf der Ausstattungsliste künftig eine Einparkhilfe fürs Heck (400 Euro), kräftigere 6-fach-CD-Audioanlagen (850 Euro) sowie ein weiterentwickeltes, kompakteres Navigationssystem (1100 Euro), das über die Tasten des Radios zu bedienen ist und in der Mittelkonsole Platz für den CD-Wechsler bietet, zu finden.

Die Preisliste beginnt bei 14.400 Euro für die dreitürige Einstiegsversion mit 1,4-Liter-Benziner (98 PS/72 kW), die Diesel starten ab 15.800 Euro mit dem 1.5 dCi (86 PS/63 kW). Der Aufpreis für den Fünftürer beträgt jeweils 700 Euro, für die Stufenheck-Version 1400 Euro und der Grandtour schlägt mit 1900 Euro zu Buche. Nach wie vor gibt es drei Ausstattungslinien, wobei bereits die Basisvariante Authentique unter anderem mit Bordcomputer, elektrische Fensterheber vorn, Keycard statt Zündschlüssel mit Zentralverriegelung, längs- und höhenverstellbares Lenkrad ganz ordentlich bestückt ist. Klimaanlage oder -automatik, Regen- und Lichtsensor, Nebelscheinwerfer und Aluräder gibt es erst in den beiden höheren Ausführungen Dynamique und Privilége oder in drei Optionspaketen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.