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Renault Nepta: Rückkehr der Straßenkreuzer

Ist das Renaults neue Linie? Mit dem offenen Luxusliner Nepta zeigen die Franzosen eine Studie, die ziemlich weit weg ist vom bisherigen avantgardistischen Design. Und ganz ohne Knick im Heck.

Mit dem Nepta haben Renaults Designer ein Luxuscabrio auf die Räder gestellt, mit dem man in den Yachthäfen dieser Welt ohne Minderwertigkeitsgefühle neben Rolls, Bentley oder Maybach einparken könnte. Könnte - denn in Serie gehen wird dieser Luxusliner so wohl kaum. Nicht mal in Kleinserie. Er ist eher was zum spielen und studieren. Für die "Createur d'Automobiles" verkörpert er die "Vision des eleganten und dynamischen Luxuscabriolets der Zukunft". Und holt sich seine Anleihen in der Vergangenheit. Mit seiner gesamten Formgestaltung, so verkündet Renault stolz, nimmt er "deutliche Anklänge an die Blütezeit des luxuriösen Automobildesigns der frühen 1930er Jahre" auf.

Die goldenen 30er

Zumindest im sichtbaren Bereich ist der Nepta voll gestopft mit Gimmicks und Ideen. Beispiel Frontpartie: Die Scheinwerfer setzen sich aus drei Einheiten zusammen - Tagfahrlicht, Abblend- und Fernlicht, Kurvenlicht - und arbeiten mit LED-Leuchten. Die Technologie für das Abblend- und Fernlicht basiert auf dem Prinzip von Reflektion und Diffusion des Lichtes. Der von den Hauptscheinwerfern ausgeschickte Lichtstrahl wird von transparenten, kristallförmigen Einheiten reflektiert. Lichtmenge und -verteilung passen sich dank ihrer elektronischen Steuerung den jeweiligen Fahrbedingungen an. Die bumerangförmigen Blinker wurden erstmals bei einem Renault im oberen Bereich der Kotflügel platziert und unterstreichen so die Wölbung der Frontseite.

Halbschalen-Öffnung

Die sanft abfallende Heckpartie mit ihrem langen Überhang und dem ebenen Kofferraumdeckel führt nahtlos die Linie des luftigen Innenraums fort. "Dieses Stilmittel erinnert zusammen mit dem sich verjüngenden Heck nicht zufällig an edle Motorboote", finden die Renault-Designer.

Besonders raffiniert haben sie die elektrisch gesteuerten Flügeltüren hinbekommen, die beim Hochgleiten jeweils fast das halbe Auto freilegen: Sie benötigen keine Türgriffe. Das ermöglicht glatte Seitenlinien und gibt beim Öffnen den Blick großzügig frei auf das Interieur und einen Teil des Motorraums. Eine Zierleiste aus poliertem Aluminium läuft vom üppig dimensionierten Renault Logo an der Fahrzeugfront mittig über der Motorhaube bis zu den Türscharnieren. In der Renault-Pressestelle ist man darob ganz aus den Häuschen und ins Schwärmen geraten: "Schräg von vorn erinnert das Gesamtbild an eine Sternschnuppe."

Klassik und Moderne im Dreivierteltakt

Innen gibt es üppig Platz für vier Personen. Und viel modisches Design. Die Frontscheibe verlängert sich als transparentes Modul, das den Blick auf das Pedalwerk frei gibt. Ein lederbezogener Halter trägt den Tachometer und verläuft spitzbogenförmig über den Instrumenten. "In der Verbindung von analoger und digitaler Anzeige", schwärmt man bei Renault weiter, "drückt sich die Harmonie von Klassik und Moderne aus". Alle Bedienelemente sind nach dem Renault Touch Design gestaltet und sollen sich intuitiv betätigen lassen. Die Gangwahl des Automatikgetriebes erfolgt über einen Drehknopf. Das Multimediasystem wird nach dem gleichen Prinzip bedient.

Sitze fest, Cockpit mobil

Die vier Sitze sind fest im Fahrzeugboden verankert - sprich: nicht zu verschieben. Sie sind mit bedrucktem Leder bezogen und werden mit "Foils" (kielförmige Befestigungselemente aus Aluminium, die an die Welt des Segelns erinnern), fest am Fahrzeugboden fixiert. Um eine optimale Sitzposition zu bekommen, kann der Fahrer dafür Pedalerie, Lenkrad und Instrumententräger elektrisch verstellen. In den Rückenlehnen der Frontsitze sind TV-Bildschirme eingelassen. Lederschnüre erlauben das Verstauen von Dokumenten und Zeitschriften. Zwischen den Vorder- und Hintersitzen montierte transparente Windschotts sollen die Fondpassagiere vor Luftverwirbelungen schützen.

Hochgepeitschter Nissan-Motor

Kraftvoll aber konventionell geht es unter dem futuristischen Blechkleid zu. Der längs eingebauten 3,5-Liter-Benzinmotor des Nepta stammt von Nissan. Er leistet dank Biturbo-Aufladung und Direkteinspritzung 309 kW/420 PS und 560 Nm Drehmoment. Das reicht, um das "Gran Tourisme"-Cabriolet in nur 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen und für eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h - nicht schlecht für so ein Luxusschiff. Auf die Straße gebracht wird die ganze Kraft über eine Siebenstufen-Automatik und die hinteren 23-Zoll-Räder.

Die Studie gibt's Ende September auf dem Automobil-Salon in Paris zu sehen. Und so wie´s aussieht: nur da. Leider.

Pressinform / PRESSINFORM

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.