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Suzuki SX4: Geländezwerg im City-Dschungel

Raus aus der Bastelstube. Mit dem SX4 schiebt Suzuki die Erneuerung der Marke voran. Sinn macht der Crossover mit Diesel und Allradantrieb. Ein Schnäppchen ist er dann aber nicht mehr.

Von Gernot Kramper/Paris

Mit dem SX4 will Suzuki Wildnis-Gefühle in die Innenstädte tragen. Dazu braucht es nicht nur einen neuen Wagen, sondern neue Worte. "Urban Cross Car" hört sich nett an und liefert mit seinem Wohlklang eine Begründung, warum auch der Kleinwagenpilot nicht länger auf die Kraft der vier Reifen verzichten darf.

Ein Heißsporn wie der Swift wurde der SX4 nicht, aber nicht nur im Vergleich zur früheren Vorlieben von Suzuki ist er ein sauber gezeichneter Wagen. Der Abschluss der Haube direkt an dem Glas der Scheinwerfer ist typisch für den Suzuki-Stil. Schlank und makellos wirkt die Linienführung. Da der der SX4 aber optische Reizverstärker wie Chromringe und Ähnliches verschmäht, wirkt der Wagen sehr sauber, aber auch sehr glatt. Dem schmalen Grill würde etwas mehr Kontur gut bekommen. Die richtige Portion Spaß bringt das Geländepaket mit. Dunkle Kunststoffteile und die ebenfalls schwarze Dachreling verleihen dem Wagen die nötige Konturenschärfe. Seitenansicht und Front gehören zu den Hinguckern in der Klasse, das Heck ist bestenfalls Allerweltsware. Leute, die mit Allrad und "Urban Cross Car" zuerst "dicke Hose" und Bullenfänger assoziieren, werden vermutlich von "Klarheit und Wahrheit" des Suzuki-Designs nicht glücklich.

Solides Handwerk

In der Crossover-Klasse gibt es einen Zwilling zum SX4 von Fiat. Er nennt sich Sedici. Viel verheißen beide. Die Wagen sind kompakt, variabel, chic und dabei geländetauglich. Der neue SX4 von Suzuki kommt in zwei Varianten: Das City-Modell verzichtet auf die Schutzleisten und Kunststoffbeplankungen. Diese Zutaten gibt es nur beim Topmodell mit und ohne Allradantrieb. Im Innenraum herrscht in jedem Fall puristische Nüchternheit. Der SX4 wurde nicht ärmlich ausgestattet, prunkt aber weder mit Ausstattung noch pfiffigen Detaillösungen. Robust und haltbar lauten die Vokabeln. Im Grand Vitara mit seinem "Schlamm und Boden"-Image mag das passen, aber im Crossover, der sich auch in der Stadt wohl fühlen sollen, wirkt der Innenraum ein wenig ernüchternd. Wertig, aber ohne besonderes Flair. Die Sitze dagegen sind sehr angenehm, auch längere Fahrten legt man ohne Ermüdung zurück. Der Kofferraum lässt sich von 270 auf 1045 Litern erweitern. Das Umlegen der Rückbank geht so einigermaßen von der Hand. Hier wird höchstens Klassenstandart geboten. Variations-Innovationen finden sich nicht.

Rabatz in der Hütte

Die Lenkung arbeitet ausreichend direkt und gibt ein angenehmes Feedback, die Sechs-Gangschaltung lässt sich präzise und schnell schalten. Der Fahrkonform richtet sich an Puristen und nicht an Verwöhnte. Rhythmische Wellen auf der Fahrbahn tuckern ungehindert in den Fahrraum weiter. Zu den Leisen im Lande gehört der SX4 ebenfalls nicht. Der 1.9-Liter-Diesel hätte mehr Dämmung vertragen. Wenn er getreten wird, reagiert er zwar willig und kräftig, aber mit den Lauten der gequälten Kreatur. Hinzu mischen sich Abrollgeräusche der Reifen und merkliche Windgeräusche. Auf langen Strecken sicherlich kein Spaß. Auch die vier Stunden Testfahrt auf anspruchsvollen Straßen entlassen die Insassen nicht restlos entspannt. Auch weil die Ausfahrt vom Dauerknarzen in der Frontblende begleitet wurden. Dabei konnten die Fahreigenschaften des Rabauken rundum überzeugen.

Sinnig mit Diesel und Allrad

4x4-Technik gibt es in Deutschland nur mit dem 120 PS starken SX4 1.9 DDiS. Beim 107 PS starken SX4 1.6 wird der Allradantrieb nachgereicht. Die 280 Nm des Fiat-Triebwerks haben mit dem Winzling erwartungsgemäß keine Schwierigkeiten. Der Wagen bringt genug Power mit, um auch am Hang überholen zu können, in kurven und welliger Fahrbahn folgt er präzise, ohne üble Angewohnheiten zu offenbaren. Mit Allradantrieb kommt der SX4 allerdings gerade auf 180 km/h Spitze und benötigt 11,2 Sekunden für den Spurt auf 100 km/h. Als Durchschnittsverbrauch werden 6,6 Litern Diesel angegeben.

Mit Allrad wird es teuer

21.000 Euro soll der Allrad-Diesel in der höchsten Ausstattungslinie "Comfort" kosten, dafür gibt es Musikanlage, Klimaautomatik und sogar ein Navigationssystem. Anders als bei Konkurrenten wie dem VW CrossPolo oder Citroen C3 XTR, die Gelände suggerieren und nur als Fronttriebler angeboten werden, hat man bei Suzuki die Wahl. Dennoch sind 21.000 Euro ein stolzer Preis, für den man es sich auch im Golf oder Astra gemütlich machen kann Obwohl die Kombination "Allrad und Diesel" besonders geglückt ist, wird mancher Interessent in sich gehen und merken, dass er nicht in Feld und Flur zu Hause ist. 16.000 Euro für das Einstiegsmodell Suzuki SX4 1.6 Club hören sich sympathischer an.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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