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Fahrbericht: Suzuki Splash 1.2: Splish splash

Suzuki schwimmt auf einer Erfolgswelle - besonders in Deutschland. Ein neuer, knuddeliger Kleinwagen namens Splash ersetzt in der Modellpalette den Ignis - und dürfte alles andere werden als ein Bauchplatscher.

Der ebenso hochbeinige wie wenig charismatische Wagon R ist Vergangenheit. Bis Suzukis neuer Billig-Einsteiger A-Star nächstes Jahr auf den Markt kommt, ruhen die Hoffnungen auf dem Splash. Die Japaner haben dabei gut lachen: Das Quartett aus Swift, Grand Vitara, SX4 und Jimny hat Suzuki auf die Erfolgsspur der 80er Jahre zurück gebracht. Gegen den Trend ist man im vergangenen Jahr um fast 13 Prozent gewachsen.

Der neue Splash macht sich mit seinem stimmigen Design schnell Freunde. Er lockt mit großen Augen und einem knuddeligen Äußeren. Dabei ist es nur eine Legende, dass der Splash, als er in der Entwicklung zu nahe am Swift lag, das Fallbeil zu spüren bekam, das ihm das senkrechte Heck und eine Gesamtlänge von gerade einmal 3,72 Metern bescherte.

Vor allem praktisch

Der neueste Suzuki ist vor allem eines: praktisch. Etwas hochbeinig ist er noch immer - durch das Plus an Breite präsentiert er sich deutlich erwachsener als sein Vorgänger Wagon R. Er bietet vier weit öffnende Türen, vier ordentliche Sitzplätze und einen überschaubaren Kofferraum von 178 Litern. Wer die Rücchbank umklappt, der freut sich über mehr als 1.000 Liter Stauraum. Und der doppelte Boden im kleinen Kofferraum verschluckt mittelgroße Gegenstände spurlos.

Der Innenraum ist dagegen eine Spur zu nüchtern. Gerade bei der weiblichen Kundschaft werden die hohe Sitzposition und die gute Übersichtlichkeit aber auf viel Gegenliebe stoßen. Freuen würde man sich ebenso über eine verschiebbare Rückbank oder elektrische Fensterheber in den hinteren Türen. Doch dass all das fehlt zeigt ebenso wie die Kunststoffverkleidungen, wie hart kalkuliert wurde.

Zumindest das Basismodell mit seinem 65 PS starken Dreizylinder hat man so unter die magische 10.000-Euro-Marke drücken können. Dafür fehlt die ausstattungsübergreifend avisierte Komfort- und Sicherheitsausstattung. Beim Basismodell Splash 1.0 bleiben Seiten-Kopfairbags ebenso außen vor wie ESP. Das Fahrwerk präsentiert sich jedoch auch ohne ESP als sicher und souverän. Allein die spürbaren Wankbewegungen stören in engen Kurven und die Lenkung vermittelt einen leichtgängigen, aber allzu künstlichen Kontakt zur Fahrbahn.

Keine Wunder

Neben dem neu entwickelten Basismotor und einem 75 PS starken Commonrail-Diesel sind die Erwartungen insbesondere auf den Splash 1.2 gerichtet. Mit satten 63 kW/86 PS bei kaum mehr als einer Tonne Leergewicht verspricht er theoretisch eindrucksvolle Fahrleistungen. Doch hinter dem Volant wird schnell klar, dass mit 114 Nm aus dem Drehzahlkeller heraus keine Wunder zu erwarten sind.

Wer das knochig-knorpelige Fünfgang-Getriebe jedoch engagiert einsetzt und die Gänge ausdreht, wird durchaus Fahrfreude verspüren können. Von 0 auf 100 km/h in 12,3 Sekunden und 175 km/h Spitze müssten nicht sein - lassen einem jedoch auch auf der Autobahn viele Möglichkeiten. Zumal sich der Durchschnittsverbrauch mit versprochenen 5,5 Liter auf 100 Kilometern im Rahmen bewegt.

Abgesehen vom nackten Basismodell verfügen alle Splash-Version über sechs Airbags, ESP und elektrische Fensterheber vorn. Gerade der Splash 1.2 Club erscheint mit einem Basispreis von 12.700 Euro als sinnvolles Paket. Dass darin das sowieso alles andere als überzeugende Soundsystem nicht enthalten ist, wird keinen potenziellen Kunden ernsthaft stören. Außer beim Classic-Lockangebot verfügen alle Splash-Versionen über eine serienmäßige Klimaanlage. Metalliclack gibt es für günstige 325 Euro extra.

Stefan Grundhoff / pressinform / PRESSINFORM

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.