Vergleich: Mazda CX-7 - Mercedes GLK Rund gegen eckig

Mercedes und Mazda könnten unterschiedlicher kaum sein. Doch bei den Mittelklasse-SUV räubert jeder im Gehege des anderen. Der rundlich-sportlich Mazda CX-7 trittt gegen den kantig-kernigen Mercedes GLK an.

Ein Bild sagt bekanntlich mehr als 1.000 Worte: Die beiden Konkurrenten Mercedes GLK und Mazda CX-7 haben optisch ebenso viel gemeinsam wie die Modellpaletten der beiden Hersteller - nämlich fast gar nichts.

Der Mazda CX-7 unterstreicht seine sportlichen Ambitionen durch ein betont dynamisches Äußeres. Wäre er nicht derart hoch, es könnte sich auch um eine kraftvolle Limousine, einen Sportstourer oder sogar ein Coupé handeln. Der Mercedes GLK kam spät auf den Markt. Und so waren die Designer umso mehr gezwungen, dem Nachzügler ein eigenständiges und besonderes Outfit mitzugeben. Mit seinen Kanten und ungewöhnlich geraden scharfen Linien unterscheidet er sich nicht nur deutlich vom CX-7 sondern auch von der gesamtem Konkurrenz, die sich zunehmend weich gespült präsentiert.

Große Unterschiede gibt es auch beim Antrieb. Solide 4x4-Technik bieten beide - doch der Mazda CX-7 muss seit zwei Jahren ohne das in Europa dringend benötigte Dieseltriebwerk auskommen. Die Japaner gaben dem bulligen Crossover zunächst nur das 2,3 Liter große Turbotriebwerk aus den MPS-Sportversionen mit. Aus vier Brennkammern holt der Mazda 191 kW/260 PS, die in Europa bis auf weiteres nur mit einer manuellen Schaltung kombiniert werden können.

Ende dieses Jahres gibt es endlich die Ablösung. Der mit dem Mazda6 und dem neuen Mazda3 eingeführte Commonraildiesel mit 2,2 Litern Hubraum wird dann auch den 1,7 Tonnen schweren CX-7 mit immerhin 173 PS befeuern. Ein standesgemäßes Automatikgetriebe kommt noch später.

Kraftvoller Diesel - großer Durst

Diese Probleme kennt der 4,53 Meter lange Mercedes GLK nicht. Zwar fehlte anfangs der rechte Einstiegsmotor, doch mittlerweile ist die Volumenbesetzung zu habeen. Wem die 170 PS des 220 CDI in Kombination mit der Siebenstufen-Automatik zu dünn sind, sollte sich den immerhin 1,9 Tonnen schweren GLK 320 CDI gönnen. Seine 165 kW/224 PS und 510 Nm reißen angesichts der nicht weniger potenten Konkurrenz niemand mehr wirklich aus de Sessel - bringen den deutlich stärkeren CX-7 jedoch durchaus in Bedrängnis.

Doch mit 10,2 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern zeigt sich der große Diesel im GLK als unzeitgemäß durstig. Das ist beim CX-7 allerdings nicht anders. Er verbraucht im realen Betrieb selten unter 13 Litern Super. Nicht nur angesichts von maximal 210 km/h Spitze, 380 Nm Drehmoment und einem Spurtvermögen von 0 auf 100 km/h in acht Sekunden ist das viel zu viel.

Zudem könnte sich der Allradantrieb des Mazdas gerade nach heutigen Maßstäben dynamischer präsentieren. Im Normalbetrieb wird nahezu die gesamte Motorleistung auf die Vorderachse gebracht. Nur wenn die vorderen Räder des CX-7 an Halt verlieren, gehen bis zu 50 Prozent der 260 PS an die Hinterachse. Der Mercedes GLK setzt auf die bekannte 45:55 Prozent Kraftverteilung zugunsten der Hinterachse. Das macht nicht nur im Gelände einen guten Eindruck, sondern ihn auch bei schneller Kurvenfahrt überraschend dynamisch.

Sportliche Ambitionen

Beide Konkurrenten schlagen sich auf der Straße sehr ordentlich. Der GLK wirkt ausreichend komfortabel, aber sehr straff. Die Lenkung ist präzise, jedoch zu leichtgängig. Der Mazda CX-7 macht aus seinen sportlichen Ambitionen ebenfalls keinen Hehl. Der Vierzylinder will gedreht werden und der Fahrer hat abgesehen von der erhöhten Sitzposition kaum das Gefühl, in einem SUV zu sitzen. Allein bei der spürbaren Seitenneigung dürfte nachgebessert werden und die Lenkung ist nicht frei von Antriebseinflüssen.

Die Unterschiede von Motorisierung und Außendesign setzen sich im Innern nahtlos fort. Die aufrechte Frontscheibe, die klaren Linien bei Instrumenten und Bedienelementen lassen keinen Zweifel, dass der Mercedes GLK mit Offroad-Attributen spielen möchte. Die Oberflächen wirken ebenso wertig wie robust und die Bedienung stellt die des Mazdas um Klassen in den Schatten.

Der kann mit seinen weichen Formen und seiner guter Verarbeitung ebenso gefallen, wirkt jedoch auf eine ganz andere Weise. Die Sitze sind weicher, die Verstellmöglichkeiten der Sitze gerade ausreichend und die Kopfstützen im Fond deutlich zu kurz.

Ähnlich große Laderäume

Beide sind keine Lademeister. Der Kofferraum des Mazda fasst 455 Liter die sich durch Umlegen der Rückbank auf 1.348 Liter vergrößern lassen. Hier liegt der Mercedes mit 450 bzw. 1.555 Litern zumindest knapp vorn, wenn die hintere Sitzbank nicht benötigt wird.

Das Kostenkapitel geht eindeutig an den Mazda CX-7 – auch, wenn man den üppigen Kraftstoffverbrauch und einen höheren Wertverlust außen vor lässt. Der mit elektrischen Ledersitzen, Xenonlicht, ESP und zahlreichen weiteren Annehmlichkeiten nahezu komplett ausgestattete Mazda CX-7 Expression kostet faire 35.400 Euro. In den USA gibt es für umgerechnet 10.000 Euro weniger sogar noch DVD-Navigation und Rückfahrkamera dazu. Daher kann sich ein Ausflug zum US-Importeur lohnen - zumindest bis die Dieselversion im Herbst nachgereicht wird.

Bei deutlich schlechterer Komfortausstattung kostet der Mercedes GLK 320 CDI mindestens 46.053 Euro. Mit dem nahezu identischen Ausstattungspaket sind es nochmals über 10.000 Euro mehr.

Unterm Strich ist der Mercedes GLK 320 CDI nicht nur das Auto mit mehr Ecken und Kanten, sondern bietet auch das bessere Gesamtpaket. Doch gerade der Preis und der drehfreudige Vierzylinder lassen den Mazda CX-7 eine überaus interessante Alternative sein.

Stefan Grundhoff / pressinform PRESSINFORM

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