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Zubehoer: Navigations-Trends: Hightech-Lotsen

Einfach nur von A nach B lotsen war gestern: Moderne Navigationssysteme sollen zeigen, was man in B eigentlich soll. Auf der Cebit präsentieren Navi-Hersteller ihre Innovationen – und konkurrieren immer stärker mit den Hightech-Systemen der Autobauer.

Das Hase-und-Igel-Rennen zwischen Autoherstellern und Nachrüstern beim Thema Navigation geht in eine neue Runde. Neben Echtzeit-Informationen setzen viele Anbieter mobiler Navigationsgeräte auf Insider-Tipps, die weit über die üblichen POIs (Points of Interest) hinausgehen. Merian zum Beispiel bietet neben Multimedia-Reiseführern Ski- und Wanderführer an, in denen Redakteure Ski- und Snowboard-Pisten und die besten Bars für den anschließenden Hüttenabend bewerten.

Aber auch die Nutzer selbst können ihre Erfahrungen weitergeben. Falk zum Beispiel hat dafür auf seiner Webseite eine "POI-Community" eingerichtet. "9.000 registrierte User haben schon über 30.000 POIs wie etwa empfehlenswerte Restaurants, Sehenswürdigkeiten oder andere Geheimtipps neu angelegt", so Falk in seiner Pressemitteilung.

Ein weiterer Trend bei mobilen Navis ist die edlere Optik – genau wie Handys sollen die Reisebegleiter nicht nur Mittel zum Zweck sein, sondern auch als schicke Lifestyle-Objekte taugen. Die Einsteiger-Geräte von Garmin sind jetzt mit weißem oder schwarzen Klavierlack-Gehäuse samt passender Ledertasche erhältlich.

Bei seinem High-End-Gerät nüvi 865Tpro setzt Garmin auf Sprachsteuerung. Will man einen Befehl eingeben, benutzt man dazu eine kleine Fernbedienung, die am Lenkrad befestigt wird und die Sprachsteuerung aktiviert. Zudem gibt es die Möglichkeit der Fotonavigation. Dabei arbeitet Garmin mit GoogleMaps zusammen: Vor der Reise kann man im Internet mit Hilfe von Fotos seine Tour planen und auf dem Gerät abspeichern. Für die Stadt San Francisco sind beispielsweise rund zwei Dutzend Sehenswürdigkeiten als Foto hinterlegt. Für den Service muss man sich allerdings registrieren.

Traumroute per Download

Am Wettrüsten um mehr Interaktivität beteiligen sich nicht nur die Hersteller mobiler Geräte, sondern auch Autobauer. BMW zum Beispiel bietet den mobilen Internetzugriff im Auto an. Wegen langsamer Übertragungsraten und eingeschränkter Funktionsvielfalt erweist sich das in der Praxis aber noch nicht als Konkurrenz für mobile Geräte mit UMTS-Empfang. Die Münchner wollen außerdem einen Online-Routenservice anbieten, bei dem die Nutzer im Internet eigene Routen zusammenstellen und dann online oder via USB-Stick in das Navigationssystem des Fahrzeugs übertragen können.

Video: Der BMW M5 im Einzeltest

Außerdem hat BMW einen "Routen-Pool" kreiert, der landschaftlich reizvolle Strecken inklusive Sehenswürdigkeiten enthalten soll. Die passenden Informationen dazu werden in Wort und Bild geliefert.

Bei der Handy-Navigation setzt Vodafone auf die Software "Find & Go" und verspricht das "Navigieren ohne Kostenfalle" durch transparente Flatrates. Die Software greift auf laufend aktualisierte Karten- und Verkehrsinformationen zu, die auf einem zentralen Server bereitgestellt werden.

Speziell auf Motorradfahrer ist das zûmo 660 Europa von Garmin zugeschnitten. Dank links am Gerät angebrachter Steuerelemente und Touchscreen-Knöpfe im XXL-Format soll man das Gerät auch mit Handschuhen problemlos bedienen können. Das Navi ist zudem wasserdicht und verfügt über eine Diebstahlsicherung mit PIN-Code.

Fernsehen und Verkehrszeichen-Erkennung

Auch bei den klassischen Radio-Navigationsgeräten hat sich etwas getan. Blaupunkt zeigt ein Gerät mit großem Display, das in den bei vielen Mittelklassewagen vorhandenen 2-DIN-Schacht (doppelt so groß wie ein normaler DIN-Schacht) passt. Das Rome 600 NAV hat einen 4,3'' großen TFT-Touchscreen und eine Bluetooth-Schnittstelle. Musikdateien lassen sich über eine USB-Schnittstelle übertragen.

Blaupunkt stellt zudem ein Gerät aus der "TravelPilot"-Reihe vor, das unter anderem per Mobiltelefon oder WLAN eine Internetverbindung herstellen kann, mit einem DVB-T Empfänger Fernsehprogramme anzeigt und mit einer kleinen Kamera Verkehrsschilder liest. Damit soll das Gerät das jeweils geltende Tempolimit anzeigen können – ein Feature, das auch der 7er BMW und der Opel Insignia gegen Aufpreis an Bord haben.

Doch es geht noch raffinierter: Fraunhofer-Forscher am Heinrich-Hertz-Institut HHI arbeiten am Armaturenbrett von übermorgen. Einfache Head-up-Displays gibt es bereits in einigen Luxusautos, doch das 3D-Display der Forscher blendet wie in einem Kampfjet sämtliche Informationen dreidimensional ein. Die digitale Optik mit dreidimensionaler Tiefendarstellung wird durch zwei Kameras im Wagen ermöglicht, die in Echtzeit Position und Abstand zu den Augen des Fahrers messen. So wird der 3-D-Effekt individuell auf den Blick des Fahrers ausgerichtet. Je nachdem, welche Informationen für den Fahrer aktuell wichtig sind, wechseln diese in den Vordergrund.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM
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