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Tödlicher Unfall: "Wollen Sie eine Leiche sehen?" – Polizist konfrontiert Gaffer und erhält viel Lob

Bei einem Unfall starb ein Mann und auf der Gegenfahrbahn fahren Schaulustige langsamer und machen Fotos. Die Reaktion des Einsatzleiters Stefan Pfeiffer ging deutschlandweit durch die Medien.

Gaffer an einer Unfallstelle

Gaffer an Unfallstellen sind für Rettungskräfte inzwischen ein ebenso gewohntes wie trauriges Bild (im Foto: ein Unfall auf der A100 in Berlin 2017)

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Nach einem tödlichen Unfall am Dienstag auf der A6 zwischen Roth und dem Kreuz Nürnberg-Süd starb ein 47-jähriger Lkw-Fahrer. Auf der Gegenfahrbahn kam es zu einer Situation, die zur traurigen Realität bei schweren Unfällen geworden ist: Schaulustige bremsten scharf ab und zücken ihr Handy, um die Unfallstelle zu filmen. Dadurch hat sich ein acht Kilometer langer Stau gebildet.

Der Einsatzleiter der Polizei Feucht, Stefan Pfeiffer, ging mit ungewöhnlichen Mitteln gegen das pietätlose Verhalten der Gaffer vor. "Kommen Sie raus, ich zeigen Ihnen etwas. (...) Sie wollen Tote sehen? Fotos von ihnen machen? (...) Schämen Sie sich!", sagte der Beamte zu mehreren Gaffern – und konfrontierte sie so mit ihrem Verhalten vor laufender Kamera. Zum Bayerischen Rundfunk sagte der Beamte: "Sie müssen merken, was sie eigentlich tun und wir stellen fest, dass das direkte Konfrontieren mit der Situation die Leute schockiert und klar macht, dass das kein Spiel ist. Das ist bittere Realität".

Die Reaktionen auf Pfeiffers Verhalten sind positiv

In den Medien wurde das Video des BR schnell aufgegriffen – und Pfeiffers Verhalten erhielt viel Lob. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann äußert sich positiv zu Pfeiffers Reaktion auf Facebook: "Das Verhalten vieler Gaffer ist unverschämt und unverantwortlich. Ich freue mich, dass der Polizeikollege das einigen Gaffern auch mal emotional nahegebracht hat".

Pfeiffers Intention sei nie gewesen, den Gaffern wirklich die Leiche zu zeigen, zitiert "Der Spiegel" die Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken Elke Schönwald. Er wollte sie mit ihrem Verhalten konfrontieren und ihnen einen Spiegel vorhalten.

In der Lokalpresse "inFranken" berichtet der Feuerwehrmann, Rudolph Heimann, dass er bei einem ähnlichen Vorfall auf der A3 einschreiten musste. Bei einem tödlichen Unfall auf der A3 im November 2017 spritzte er Gaffer mit dem Feuerwehrschlauch in die offenen Autoscheiben. Heimann begrüßt das beherzte Durchgreifen von Pfeiffer: "Es ist immer wieder dasselbe, die bleiben stehen, filmen, und wir haben keine Chance, irgendwie bei zu kommen. Die halten uns nur auf, unsere Arbeit zu machen. Das ist frustrierend. Meine persönliche Meinung ist, die gehören raus, denen gehört eine Strafe und ein Führerscheinentzug für ein Jahr".

Bußgelder schrecken Gaffer nicht ab

Momentan muss ein Bußgeld von 128,50 Euro gezahlt werden und die Gaffer bekommen einen Punkt im Verkehrszentralregister. Seit 2017 gilt zwar ein Gesetz, dass Schaulustige härter bestrafen soll – mit bis zu einem Jahr Haft. Allerdings betrifft das aktuelle Gesetz nur das Filmen und Fotografieren von verletzten Menschen und nicht von Todesopfern. Der Bundesrat fordert, dass die Strafen gegen Gaffer in Zukunft erhöht werden sollen.

Quellen: "Der Spiegel", "inFranken", Bayrischer Rundfunk, Joachim Herrmann auf Facebook 

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