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Internetauktion: Online-Casino ersteigert den Papst-Golf

Das "Papamobil" ging für fast 200.000 Euro über den Tisch. Trotzdem erwägt der Versteigerer, Schadenersatzforderungen gegen Ebay zu erheben.

Ein US-Online-Casino hat das im Internet angebotene"Papamobil" für stolze 188.938,88 Euro ersteigert. Der Zivildienstleistende Benjamin Halbe aus Olpe hatte den Wagen in Graumetallic im Januar für 10.000 Euro gebraucht gekauft und es nach Ratzingers Wahl zum Papst Benedikt XVI. zum Verkauf angeboten.

Halbe zeigte sich trotz des hohen Erlöses nicht wirklich zufrieden. In der letzten halben Stunde vor Schluss habe es wegen des großen Andrangs Probleme gegeben. Viele Interessenten seien mit ihren Geboten gar nicht mehr durchgekommen, sagte er. Der Zivildienstleistende schloss deshalb Schadenersatzforderungen gegen Ebay nicht aus.

Der Ebay-Sprecher Nerses Chopurian betonte dagegen, dass die Auktion gültig sei. Es habe weder einen Absturz noch einen Systemausfall gegeben. Bei Auktionen mit großem Interesse ist es normal, dass nicht alle Interessenten durchkommen, sagte er.

Halbe kann seinen Erfolg zunächst nur in bescheidenem Rahmen feiern, da er mit einer Magenentzündung im Krankenhaus liegt und den Ausgang der Versteigerung nur per Laptop verfolgen konnte. Was er mit dem unerwarteten Geldsegen machen will, hat sich der 21-Jährige aber schon überlegt. "Erst kaufe ich mir ein Auto, dann fahr ich in Urlaub. Der Rest kommt aufs Konto", sagte er. Wann der neue Besitzer sein Auto abhole, stehe noch nicht fest.

Auktionsgewinner Golden Palace

Golden Palace hat sich mit skurrilen Versteigerungen einen Namen gemacht. So hatte die Firma für 28.000 Dollar ein zehn Jahre altes, angebissenes Käse-Sandwich ersteigert, in dem sich ein Bildnis der Jungfrau Maria befinden soll. Zudem zahlte sie 232,50 Dollar für ein Stück Hähnchenbrust, auf dem angeblich das Antlitz von Papst Johannes Paul II. zu sehen ist. In der Golden-Palace-Sammlung "übernatürlicher Dinge" befindet sich auch die 65.000 Dollar teuren Krücken eines Großvaters, dessen Enkel Angst vor seinem Geist hatte. Seit März heißt zudem eine südamerikanische Affenart GoldenPalace.com-Äffchen: Die Amerikaner ersteigerten den Namen für 650.000 Dollar. Laut eBay sitzt das Online-Casino in Austin im US-Staat Texas. Lizenziert ist es aber nach eigenen Angaben vom Mohawk-Indianerreservat im kanadischen Kahnawake.

Mehr als 8,4 Millionen Klicks

Die Versteigerung des Papst-Golfs hatte den zweitgrößten Ansturm aller Zeiten auf die Ebay-Seiten ausgelöst. Mehr als 8,4 Millionen Mal wurde die Seite angeklickt. Damit verfehlte die Auktion nur knapp den Weltrekord von 9 Millionen Klicks des "Wedding-dress-guys", einem Amerikaner, der das Hochzeitskleid seiner Frau versteigerte, nachdem sie sich von ihm getrennt hatte. Das bisher teuerste Gebot bei Ebay war ein Firmenjet, der für 4,9 Millionen US-Dollar verkauft wurde.

Die Papst-Auto-Versteigerung hatte auch viele Witzbolde angezogen. Wegen zahlreicher unseriöser Spaßangebote konnten am Schluss nur noch per Fax akkreditierte Bieter an der Auktion teilnehmen. Die himmlischen Fähigkeiten des Autos beschäftigten auch die Fantasie der Bieter: So fragte einer, ob der Wagen mit Weihwasser in der Scheibenreinigungsanlage betrieben werden könne. Ein anderer wollte wissen, ob aus dem Auspuff weißer oder schwarzer Rauch komme.

AP/AP

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