Mazda-Motoren Flieger der Lüfte

Mazda hat in den letzten Jahren seine Modellpalette mächtig auf Vordermann gebracht. Jetzt kommen die Motoren dran, mit denen man zu den Vorreitern Volkswagen, Fiat und BMW aufschließen will.

Der Fokus der Mazda-Entwicklungen liegt dabei auf neuen Benzintriebwerken der Generation Sky-G. Ein Vorbote ist der vor kurzem eingeführte Mazda 3 i-stop mit Start-Stopp-System. Die im Frühjahr 2011 auf den Markt kommenden Benzintriebwerke werden sämtlich über eine Start-Stopp-Automatik für geringere Verbräuche im Stadtverkehr verfügen. Im Gegensatz zur Konkurrenz bleibt eine Turboaufladung bleibt bis auf weiteres jedoch den Dieselversionen vorbehalten.

Das neue Kerntriebwerk bei den Benzinern ist ein Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum und Direkteinspritzung. Im Vergleich zum aktuellen Zweiliter-Triebwerk, der unter anderem im Mazda 3, 5 und 6 verwandt wird, sollen die neuen Triebwerke eine Kraftstoffersparnis von mindestens 15 Prozent verwirklichen. Damit läge der Benziner ungefähr auf dem Niveau des nahezu gleichstarken Dieseltriebwerks 2.2 CD, der je nach Modell aktuell zwischen 173 und 185 PS leistet. Im gleichen Umfang sollen Leistung und Drehmoment ebenfalls um 15 Prozent steigen. Somit würde ein Zweiliter-Benziner der neuen "Sky-Generation" rund 175 PS leisten. Die Verbrauchsreduktion sollen nicht nur die Triebwerke selbst, sondern auch eine neue Generation aus Handschaltungen Sechsstufen-Automaten ermöglichen.

Neue Dieselgeneration

Während nahezu die gesamte Vierzylinderkonkurrenz den Konzernen Volkswagen und Fiat nacheilt, und auf kleinere Triebwerke mit einfacher sowie doppelter Turboaufladung setzt, bleibt diese bei Mazda bis auf weiteres außen vor. Das überrascht umso mehr, als dass die sportlichen Japaner beim Sportmodell Mazda 3 MPS seit Jahren eine kraftvolle Turboaufladung kombiniert mit Direkteinspritzung anbieten. Statt der zeitgemäßen Zwangsbeatmung sollen innermotorische Maßnahmen wie geringere Reibungsverluste und ausgeklügelte Zündzeitpunkte dafür sorgen, dass die Leistung zeitgemäß wächst, der Verbrauch jedoch auf das Niveau eines Dieseltriebwerks gedrückt wird. Der neue Zweiliter-Vierzylinder dürfte Anfang 2011 auf den Markt kommen. Kleinere Triebwerke mit 1,3 und 1,6 Litern Hubraum sollen folgen.

Noch größer sind die Sparpotenziale bei der neuen Dieselgeneration von Mazda. Im Vergleich zum aktuellen 2.2 CD Turbodiesel, der unter anderem in CX-7, Mazda 3 und 6 verbaut ist, versprechen die Japaner beim neuen Sky-D-Selbstzünder eine Kraftstoffeinsparung von 20 Prozent. Basis ist hierbei eine zweistufige Turboaufladung mit neuer Brennraumform, die das Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen deutlich anhebt. Gleichzeitig werden auch bei der neuen Dieselmotorenreihe die mechanischen Reibungsverluste reduziert. Auch der Selbstzünder wird mit einer neu entwickelten Sechsstufenautomatik kombiniert. Ein gerade für die kleineren Modelle sinnvolles Doppelkupplungsgetriebe bleibt bei Mazda jedoch außen vor. Bleibt abzuwarten, ob Mazda mittelfristig auf Turbobenziner und eine Doppelkupplung verzichten kann.

Um die Durchschnittsverbräuche weiter zu senken, will Mazda das Gewicht jeder neuen Modellgeneration um 100 Kilogramm senken. In einem zweiten Schritt sollen ab 2016, wenn die Schadstoffklasse Euro6 eingeführt wird, weitere 100 Kilogramm aus jedem neu entwickelten Modell herausgeholt werden.

Stefan Grundhoff/Press-Inform

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