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Mazda Nagare: Raumschiff Surprise

Derjenige, der den neuen Nagare sieht, könnte meinen Mazda sei unter die Konstrukteure von Raumschiffen oder Unterwasserfahrzeugen gegangen. Stattdessen ist der extravagante Viersitzer ein Ausblick ins Automobiljahr 2020.

Mazda hält seine Designabteilung derzeit an der langen Leine. Die Zahlen stimmen, Modelle wie MX-5, Mazda 3 oder Mazda 5 sind beliebt – da kann man mit ungewöhnlichen Studien schon einmal etwas riskieren. Bestes Beispiel ist der Mazda Nagare, das heimliche Highlight der Los Angeles Autoshow 20006. Bereits mit den Designstudien Sassou auf der IAA 2005 und Kabura auf der NAIAS 2006 hatte Mazda einiges riskiert – und gewonnen. Doch der Nagare aus der Feder von Franz von Holzhausen ist ein besonders angefahrenes Gedankenspiel. "Nagare" bedeutet übersetzt "fließend" und kaum ein Wort könnte den stromlinienförmigen Viersitzer besser beschreiben. Kein Gedanke daran, dass man den Nagare je einmal auf der Straße treffen könnte. Der asiatisch-amerikanische Kabinenroller der Zukunft hat kaum einen Realitätsbezug, sondern spielt vielmehr mit Formen und Nutzungen der nahen und fernen Zukunft.

Zurück zu Mutter Natur

Die Formensprache des Nagare orientiert sich stark an Mutter Natur und weist in eine weitgehend unbekannte Zukunft. Nicht nur die Karosserie selbst, sondern auch zahlreiche Designelemente erinnern dabei an Wellen und fließende Formen. Die Seitenteile mit ihrer welligen Oberflächenstruktur erzeugen bereits im Stand eine geheimnisvolle Dynamik, die sich durch das gesamte Fahrzeug zu ziehen scheint. Flanken, Motorhaube, Radkästen und die winzigen LED-Leuchteneinheiten spielen auf ungewöhnliche Art und Weise mit Wellenprofilen. Das automobile Gedankenkonstrukt aus dem amerikanischen Mazda-Designcenter in Irvine könnte wahlweise von einem Wasserstoff oder Benzinmotor angetrieben werden.

"Mit dem Nagare schauen wir weit in unsere eigene Design-Zukunft, es handelt sich sozusagen um das Konzept eines Konzepts. Damit wollen wir zeigen, wo das Mazda Design im Jahr 2020 sein könnte. Daher ging es hier auch primär um das Design, weniger um die technische Umsetzung", so Franz von Holzhausen, Leiter des Mazda Designstudios in Kalifornien, "wir definierten die Proportionen und die Oberflächenstruktur neu, ohne dabei die emotionale Komponente zu schwächen. Im Gegenteil: Beim Nagare wird der Mazda typische Fahrspaß weiter intensiviert."

Lounge im Inneren

Der Einstieg in den allzu futuristischen Innenraum erfolgt durch zwei über die gesamte Seitenflanke reichende Flügeltüren. Sie schwingen gleichzeitig nach vorn wie nach oben auf. Der Fahrer sitzt mittig wie in einer Pilotenkanzel im Fahrzeug und wird von einer endlos langen Windschutzscheibe umgeben. Hinter ihm kauern drei Fond-Insassen nicht nebeneinander, sondern nehmen bequem in einer halbkreisförmigen Lounge Platz. "Der Nagare ist eine Skulptur auf Rädern, unsere Vision eines Mazda des Jahres 2020. Die für Detroit geplante Studie wird schon weit näher an der Realität sein und könnte schon im nächsten Jahrzehnt in Serie gehen." Man kann gespannt sein.

Stefan Grundhoff/Pressinform

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